20. April 2022 / 21:31 Uhr

"Einmalige Chance": Ex-DFB-Präsident Keller nimmt Nachfolger Neuendorf in die Pflicht

"Einmalige Chance": Ex-DFB-Präsident Keller nimmt Nachfolger Neuendorf in die Pflicht

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ex-DFB-Präsident Fritz Keller (kl. Bild) spricht über die Amtszeit seines Nachfolgers Bernd Neuendorf.
Ex-DFB-Präsident Fritz Keller (kl. Bild) spricht über die Amtszeit seines Nachfolgers Bernd Neuendorf. © IMAGO/Martin Hoffmann/Sven Simon (Montage)
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Bernd Neuendorf ist der neue starke Mann beim DFB. Ex-Präsident Fritz Keller sieht die Amtszeit des 60-Jährigen als Chance für den Verband und den neuen Chef zugleich. Zudem erklärt der ehemalige DFB-Boss, was sich innerhalb des Verbands ändern muss.

Seit rund eineinhalb Monaten ist Bernd Neuendorf der neue Präsident des DFB. Sein Vorgänger Fritz Keller, der im Mai 2021 zurückgetreten war, steht im Austausch mit dem neuen Verbandschef. "Ich habe mich natürlich mit ihm unterhalten", bestätigte Keller im Interview mit Sky. Der Ex-Boss des Verbands sieht Neuendorf vor einer enormen Möglichkeit, die Strukturen von Grund auf zu verändern. "Das ist für ihn jetzt die einmalige Chance, einen richtigen Neuanfang zu machen, neue Strukturen zu entwickeln, um aus dem Verband einen effizienten und transparenten Verband zu machen", erklärt Keller.

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Ein Vorteil für Neuendorf: "Die Protagonisten, die früher alles blockiert und die Professionalisierung verhindert haben, sind nicht mehr da. Es ist eine richtig große Chance und dabei wünsche ich ihm alles Gute. Aber feststeht – es muss angegangen werden. Dazu gehört auch, bestimmte Dinge aufzuarbeiten und zu überdenken, aber diese Chance hat er", so Keller. Der 65-Jährige hatte seinen Dienst im Mai des Vorjahres nach nur 20-monatiger Amtszeit mit sofortiger Wirkung quittiert. Auslöser für seinen Rückzug war eine verbale Entgleisung gegenüber DFB-Vizepräsident Rainer Koch, den er auf einer Präsidiumssitzung mit dem früheren Nazi-Richter Roland Freisler verglichen hatte.

Ansätze dafür, was sich nun konkret beim DFB ändern müsse, liefert Keller direkt mit. "Der Verband muss schneller werden, muss den Fußball mehr leben. Gerade, was die Ausbildungsmöglichkeiten angeht. Den sportlichen Bereich müssen die übernehmen, die den Sport kennen", so Keller. Der ehemalige Kopf des Verbands plädiert zudem für eine passende Verteilung der Kräfteverhältnisse: "Die gegenseitige Kontrolle muss da sein und eine Machtteilung muss stattfinden." Eine Aufgabe, die Neuendorf aus Keller-Sicht bewältigen kann. "Ich bin ein stets optimistisch denkender Mensch. Bernd Neuendorf hat die Chance, dies zu verbessern und ich hoffe, dass er es angeht", zeigt sich Keller zuversichtlich.

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