05. November 2020 / 11:15 Uhr

Selbstdisziplin oberstes Gebot: Im Lockdown hoffen Fußballtrainer auf Mitwirkung ihrer Kicker

Selbstdisziplin oberstes Gebot: Im Lockdown hoffen Fußballtrainer auf Mitwirkung ihrer Kicker

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild
Hier wird nicht mehr gegen die Pille getreten: Der Fußball ruht in den Amateur-Ligen. © dpa
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Der Amateurfußball pausiert mindestens im November. Fit halten müssen sich die Kicker ab Sachsenliga abwärts dennoch. Dabei setzen die Trainer in der Region Leipzig vertrauensvoll vor allem auf die Selbstdisziplin ihrer Jungs. Dennoch: Die Herangehensweise in Taucha, Markranstädt, Markkleeberg und Co. ist recht unterschiedlich.

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Leipzig. Seit 2. November sind die Fußballer der Amateur-Ligen wieder im Lockdown, weder Spiele noch gemeinsames Training sind erlaubt. Wie gehen die Mannschaften mit der erneuten Zwangspause um, wie kommen sie über die „einsamen Wochen“, deren Ende vage ist?

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„Die Jungs wissen, was sie machen müssen“, sagt Marcus Jeckel, Trainer von Sachsenligist SG Taucha. „Jeden zweiten Tag sollen sie Laufen, Krafttraining machen oder Übungen, die sie aus dem Training kennen.“ Er habe da volles Vertrauen. Zudem machen die Tauchaer ohnehin regelmäßige Leistungstests, wodurch Vergleichswerte existieren. Jeckel wird am Ende des Lockdowns also merken, wer etwas gemacht hat, wer weniger oder gar nichts. „Aus dem ersten Lockdown sind alle in gutem Zustand zurückgekommen“, zeigt sich der Coach zuversichtlich, dass es auch diesmal so ein wird. „Mit einer Testreihe werden wir in der ersten Trainingswoche starten.“ Jeckel ist aber auch klar, dass die Arbeit mit dem Ball nicht zu ersetzen ist. „Wir können nur die Grundfitness erhalten und wollen auf alle terminlichen Eventualitäten vorbereitet sein.“

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Das sieht man bei den Liga-Kollegen vom SSV Markranstädt ähnlich, doch Trainer Olaf Brosius handhabt es lockerer: „Da es noch keinen Terminplan gibt, wann es wieder losgeht, bin auch ich planlos. Ich werde mich immer wieder beim Verband informieren. Sobald sich ein Ende der Pause abzeichnet, gibt es konkrete Aufgaben für meine Spieler.“ Vorher halte er das weder für steuer- noch für überprüfbar. Derweil verschicke er ab und an Informationen an seine Spieler. „Sie können mich natürlich auch anrufen oder mir schreiben.“ Sein Einzeltraining könne aber jeder gestalten, wie er will.

Das ist bei den Kickers Markkleeberg, dem benachbarten Sachsenligisten, etwas anders. Trainer Ronny Meißner gibt seinen Jungs wöchentlich drei Läufe auf. „Locker und intensiv sowie einige Sprints. Dazu machen wir einmal allgemeines Krafttraining über eine Internetplattform.“ Kontrollieren könne er das natürlich nicht. „Mit welcher Ernsthaftigkeit jeder übt, muss er für sich ausmachen“, so der Kickers-Coach.

„Wir sind im Freizeitsport"

Bei Landesklasse-Spitzenreiter VfB Zwenkau hat Trainer Jens Wuttke ein kleines Programm von etwa einer Stunde zusammengestellt und seinen Spielern quasi an die Hand gegeben. „Die Intensität kann variieren, es besteht aus zwei- bis dreimal die Woche Laufen, Krafttraining und Bewegungsübungen. Wie sie es machen, ist eine Frage der Selbstdisziplin, ich vertrauen den Jungs.“

Sehr entspannt geht es bei der Stadtliga-Aufsteiger FSV Großpösna zu, wo Ex-Profi Hans-Jörg Leitzke, coacht. „Wir machen es wie beim ersten Lockdown, die Spieler machen zu Hause etwas und geben sich gegenseitig Hinweise“, berichtet das Chemie-Idol. Groß kontrollieren wolle er das in Liga acht nicht und begründet: „Wir sind im Freizeitsport.“ Auch Leitzke setzt auf gegenseitiges Vertrauen.