06. September 2021 / 22:09 Uhr

Einst in Wolfsburg und Fürth: Jetzt ist Biliskov Nachwuchs-Chef in den Emiraten!

Einst in Wolfsburg und Fürth: Jetzt ist Biliskov Nachwuchs-Chef in den Emiraten!

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
War in Wolfsburg und Fürth: Jetzt ist Marino Biliskov Jugendtrainer im Emirat Sharjah.
War in Wolfsburg und Fürth: Jetzt ist Marino Biliskov Jugendtrainer im Emirat Sharjah. © Boris Baschin / Imago Images
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Greuther Fürth gegen den VfL Wolfsburg: Für keine Vereine spielte Marino Biliskov so oft wie für die beiden Bundesliga-Kontrahenten vom kommenden Samstag. Mittlerweile ist der einstige Innenverteidiger Jugendtrainer - und sagt dem VfL ein schweres Spiel voraus.

Paul Jaeckel und Anton Stach sind mittlerweile weg, Luca Itter und Paul Seguin sind noch da - die SpVgg Greuther Fürth, am Samstag Gastgeber des VfL, gehörte zuletzt immer wieder zu den Klubs, bei dem sich besonders viele Ex-Wolfsburger tummeln. Einer der ersten, die nach seiner Zeit in Wolfsburg auch für die Greuther spielten, war Marino Biliskov. Der kroatische Innenverteidiger, mittlerweile 45 Jahre alt, ist nach seiner Karriere dem Fußball treu geblieben - als Jugendtrainer.

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In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist Biliskov beim Al Ittihab Kalba Sportsclub in Sharjah A-Jugend-Coach und Nachwuchsleiter. "Kalba ist eine Küstenstadt etwa 100 Kilometer von Dubai entfernt", erzählt er auf der VfL-Homepage. "Vor ein paar Wochen habe ich hier mit einem kompletten Nachwuchstrainerteam aus Kroatien angefangen. Die Eindrücke sind also noch frisch."

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1999, der VfL stand vor seiner dritten Bundesliga-Saison, hatte Manager Peter Pander den 1,95 Meter langen Abwehrmann für 1 Million Euro Ablöse nach Wolfsburg geholt - aus Split, wo er für den Top-Klub Hajduk spielte und nebenbei Sport studierte. Nach einigen Ablaufschwierigkeiten wurde Biliskov Stammspieler, war wie Thomas Hengen und Claus Thomsen ein wichtiger Faktor bei der Umstellung von Libero auf Vierer-Abwehrkette. Weil er immer mal wieder für einen Patzer gut war, war er nie völlig unumstritten, blieb aber eine feste Größe. "Wir hatten eine tolle Mannschaft mit Claus Reitmaier, Charles Akonnor, Martin Petrov, Dorinel Munteanu und all den anderen", erinnert er sich. "Vom ersten Tag an habe ich mich in Wolfsburg damals zu Hause gefühlt. Ich hatte beim VfL eine großartige Zeit, ich spreche immer von meiner ersten Liebe in Deutschland. Allein schon, weil mein erster Sohn in Wolfsburg geboren wurde, wird die Stadt immer besonders für mich sein."

Als er im Konkurrenzkampf mit Kevin Hofland und Stefan Schnoor immer schlechtere Karten hatte, wechselte Biliskov 2005 zum MSV Duisburg, stieg mit den Zebras in die 2. Liga ab, versuchte sein Glück ein Jahr lang bei Iraklis Saloniki in Griechenland, ehe er wieder nach Deutschland wechselte - zu Greuther Fürth in die 2. Liga. "Fürth ist ein Klub, auf den ich ehrlich gesagt etwas stolz bin", sagt er. "Mit sehr begrenzten Mitteln hat man richtig viel auf die Beine gestellt. Weil mein Trauzeuge aus Fürth kommt, war ich im Frühjahr für eine Woche dort und habe mir das Training angeschaut. Die Leidenschaft im ganzen Umfeld hat mich beeindruckt. Vom Aufstieg war ich daher auch nicht überrascht."

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177 Liga-Spiele für Wolfsburg, 99 für Fürth - für keinen Klub hat Biliskov in seiner Karriere so häufig gespielt wie für die Kontrahenten vom kommenden Samstag. Dem VfL sagt er für seinen letzten Auftritt vor dem Beginn der Champions-League-Gruppenphase ein unangenehmes Spiel voraus: "Die größeren Klubs werden es schwer haben, dort nicht zu stolpern. In Liga und Champions League parallel gefordert zu sein und die Konzentration nicht zu verlieren, das ist nicht so leicht. Wenn man mal einen schlechten Tag hat, nutzen kleinere Klubs wie Fürth das schnell aus. Darauf muss der VfL vorbereitet sein."

Vor seinem Karriere-Ende spielte Biliskov noch für den FC Ingolstadt - an der Seite des heutigen Fürth-Trainers Stefan Leitl - ehe er 2013 zurück nach Kroatien ging, dort schließlich auch sein Studium beendete. "Es war hart, mit 42 noch mal zur Uni zu gehen und sich zwischen den jungen Leuten zu behaupten", sagt er. "Aber ich habe es bis zum Diplom durchgezogen. Anatomie, Psychologie, Ernährung – von solchem Wissen profitiere ich als Trainer jetzt enorm. Dabei hatte ich früher immer gesagt: Laktate schießen keine Tore..."

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