04. Februar 2020 / 14:16 Uhr

Eintracht-Boss Fischer kritisiert Schalke-Chef Tönnies: "Hätte erwartet, dass er zurücktritt"

Eintracht-Boss Fischer kritisiert Schalke-Chef Tönnies: "Hätte erwartet, dass er zurücktritt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kritisiert Clemens Tonnies: Eintracht-Boss Peter Fischer.
Kritisiert Clemens Tonnies: Eintracht-Boss Peter Fischer. © Maja Hitij/Getty Images
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Die rassistischen Aussagen von Schalke-Boss Clemens Tönnies sind in der Bundesliga noch nicht vergessen. Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer kritisierte Tönnies nun erneut. Er hätte mit einem Rücktritt gerechnet, sagte er.

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Der Rassismus-Skandal um Clemens Tönnies erhitzt noch immer die Gemüter in der Bundesliga. Nun äußerte sich Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt, beim Deutschlandfunk überrascht, dass Tönnies nach wie vor Aufsichtsratschef beim FC Schalke ist.

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"Ich hätte von einem erfolgreichen Geschäftsmann und intelligenten Manager wie Tönnies erwartet, dass er so smart gewesen wäre, für sich die persönlichen Konsequenzen zu ziehen und zurückzutreten", sagte Fischer dem Deutschlandfunk in einem Gespräch. Tönnies allerdings sitzt fest im Sattel beim FC Schalke - und sitzt inzwischen auch bei den Spielen wieder im Stadion.

Tönnies äußert sich in einer Rede rassistisch

Tönnies hatte als Redner beim Tag des Handwerks in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren. Die Rede betitelte Fischer jetzt als "unsäglich".

Die Äußerungen vor Anfang August bezeichnete Tönnies in einem Interview des vereinseigenen TV als „Fehler“: „Es hätte mir nicht passieren dürfen. Es ist voll in die Hose gegangen. Wenn sich jemand verletzt gefühlt hat, bitte ich ihn aufrichtig um Entschuldigung. Ich war von der Wucht der Reaktion total erschlagen.“

Drei Monate lang hatte der Aufsichtsratschef bei Schalke 04 sein Amt ruhen lassen müssen und belegte sich mit einem Besuchsverbot der Heimspiele der Knappen. Anfang November lief die Sperre ab. Beim 2:1-Sieg seiner "Knappen" gegen den FC Union Berlin saß Tönnies wieder auf der Bank.

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Tönnies fühlte sich nach der ganzen Rassismus-Diskussion falsch eingeschätzt: "Ich bin nicht der, der trennt, sondern eher der, der vereint und sagt, das darf auf Schalke keinen Einzug haben. Wir müssen uns in der Gesellschaft viel mehr gegen Rassismus stellen. Ich sehe uns alle in Europa in der Pflicht, was für Afrika zu tun." Zuvor hatte Schalke-Finanzvorstand Peter Peters Tönnies den Rücken gestärkt. Auf die Frage, ob er fürchte, "dass bei Tönnies etwas hängen bleibt", antwortete er: "Ich werbe intensiv dafür, dass das nicht so ist. Es gibt nicht lebenslang, das gehört zu einem Miteinander dazu."

Fortuna-Boss Röttgermann: "Ich wäre zurückgetreten"

Kritisiert wurde er dennoch scharf nach seinen Äußerungen. Fortuna Düsseldorfs Clubchef Thomas Röttgermann sagte: "Ich bin nicht Clemens Tönnies. Für mich kann ich aber sagen: Ich wäre zurückgetreten. Beim Thema Rassismus und Diskriminierung gibt es für mich keine Puffer. Wenn jemand so etwas gesagt hat, steckt hinter diesen Worten Geringschätzung gegenüber anderen Gruppen. Wenn man sich diesen Satz zuvor überlegt, steckt ja Substanz dahinter. Dann ist diese Aussage definitiv rassistisch."

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