22. November 2017 / 10:49 Uhr

"Wie ein Zeitarbeiter": Warum Jan Hochscheidt bei der Eintracht eine ungewöhnliche Rolle hat

"Wie ein Zeitarbeiter": Warum Jan Hochscheidt bei der Eintracht eine ungewöhnliche Rolle hat

Alex Leppert
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Jan Hochscheidt traf gegen Arminia Bielefeld.
Jan Hochscheidt traf gegen Arminia Bielefeld. © imago
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Gegen Arminia Bielefeld hat Jan Hochscheidt seinen ersten Saisontreffer für Eintracht Braunschweig erzielt. Der Allrounder durfte zuletzt nur noch selten von Beginn an ran. Nun wird es spannend bei den Verhandlungen um einen neuen Vertrag.

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Endlich mal wieder ein Tor. Viel wichtiger aber: endlich mal wieder Startelf. Jan Hochscheidt ist bei Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig zwar einer der erfahrensten Spieler, einen Stammplatz hatte er aber schon lange nicht mehr.

Das sind die Rekordspieler von Eintracht Braunschweig:

<b>5. Reiner Hollmann (345 Spiele)</b>: Mit Oberhausen hatte Hollmann (links) bereits Bundesliga-Luft geschnuppert, zudem war er als Amateur bei Olympia 1972 dabei. Der Vorstopper mit der stets aufrechten Körperhaltung kam 1973 nach Braunschweig,.war später auch Libero, Elfmeter- sowie Freistoßspezialist. Nach dem Karrriere-Ende 1984 ging er als Trainer zunächst zum MTV Gifhorn, kam dann aber als Assistent von Kalli Feldkamp und auch als Chefcoach reichlich in der Welt herum, vor allem im arabischen Bereich. Zur Galerie
5. Reiner Hollmann (345 Spiele): Mit Oberhausen hatte Hollmann (links) bereits Bundesliga-Luft geschnuppert, zudem war er als Amateur bei Olympia 1972 dabei. Der Vorstopper mit der stets aufrechten Körperhaltung kam 1973 nach Braunschweig,.war später auch Libero, Elfmeter- sowie Freistoßspezialist. Nach dem Karrriere-Ende 1984 ging er als Trainer zunächst zum MTV Gifhorn, kam dann aber als Assistent von Kalli Feldkamp und auch als Chefcoach reichlich in der Welt herum, vor allem im arabischen Bereich. ©
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​Hochscheidt ist der Allrounder

Seit Sommer 2016 hat der Allrounder nur in acht von 52 möglichen Pflichtspielen über die vollen 90 Minuten auf dem Feld gestanden. „Ich bin wohl so was wie ein Zeitarbeiter“, sagt der frühere Auer. Dabei lobt ihn sein Trainer doch fast über den grünen Klee. „Er ist ein guter Verbindungsspieler, hat aber auf jeder Position seinen Wert für die Mannschaft“, sagt Torsten Lieberknecht.

Doch Hochscheidt, der am Freitag beim 2:2 in Bielefeld erstmals seit Langem wieder im zentralen Mittelfeld ran durfte, ist über seine Rolle als Mädchen für alles nicht nur glücklich. „Das ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits kann ich viele Positionen spielen. Andererseits spielen andere, die eher auf eine Position festgelegt sind, schon seit Jahren immer.“

Doch bleiben wir noch mal beim Bielefeld-Spiel. Da nämlich zeigte der Blondschopf bei seinem Treffer zur 2:1-Führung seine großartige Technik. Mit dem nur leicht schwächeren linken Fuß schob er den Ball überlegt am Keeper vorbei – und wurde für sein Schüsschen von Kollege Julius Biada aufgezogen. „Es war ein Gewaltroller“ schmunzelt Hochscheidt.

Diese Spieler schafften bei Eintracht Braunschweig unter Torsten Lieberknecht den Sprung zu den Profis:

Karim Bellarabi (69 Spiele, 13 Tore): Schon als A-Jugendlichen hatte ihn sein Entdecker Lieberknecht 2009 erstmals in der 3. Liga eingesetzt. Nachdem er in der Aufstiegssaison 2010/2011 so richtig durchgestartet war, holte Bayer Leverkusen den Außenstürmer, verlieh ihn 2013 aber noch mal ein Jahr nach Braunschweig. Danach setzte er sich auch bei Bayer durch und wurde elffacher Nationalspieler. Zur Galerie
Karim Bellarabi (69 Spiele, 13 Tore): Schon als A-Jugendlichen hatte ihn sein Entdecker Lieberknecht 2009 erstmals in der 3. Liga eingesetzt. Nachdem er in der Aufstiegssaison 2010/2011 so richtig durchgestartet war, holte Bayer Leverkusen den Außenstürmer, verlieh ihn 2013 aber noch mal ein Jahr nach Braunschweig. Danach setzte er sich auch bei Bayer durch und wurde elffacher Nationalspieler. ©

​"Heute denken die 18-Jährigen alle, sie seien Cristiano Ronaldo"

Seine Stammposition schien er zuletzt – wenn überhaupt – als rechter Läufer vor einer Dreierkette zu haben. Eine sehr laufintensive Rolle, oder? Der 30-Jährige trocken: „Wenn ich was kann, dann lange laufen.“ Deswegen war er froh, ab 2013 nicht mehr gegen Benjamin Kessel, sondern mit ihm zu spielen. Denn, so Hochscheidt: „Anders als die anderen Gegenspieler konntest du ihn nicht müde laufen.“

Apropos laufen: Nächstes Jahr läuft der Vertrag des Familienvaters aus. „Wir fühlen uns in Braunschweig sehr wohl“, sagt der 30-Jährige, der gern bleiben würde. Bei der Frage nach seinem angesichts des immer größer werdenden Jugendwahns eher hohen Alters muss er lachen: „Es stimmt schon. Früher warst du froh, wenn du es mit 24 oder 25 bei den Profis geschafft hattest. Heute denken die 18-Jährigen alle, sie seien Cristiano Ronaldo.“

Als Zeitarbeiter hat man's natürlich schwerer, sich für eine Vertragsverlängerung zu empfehlen. „Klar, wenn man spielt, kann man Eigenwerbung betreiben. Aber ich setze mich da nicht unter Druck.“ Und außerdem weiß er, dass der Trainer seine Qualitäten sehr genau kennt. Lieberknecht: „Jan ist immer für Überraschungen gut. Trotzdem weißt du bei ihm immer, was du bekommst.“ Ab und zu halt auch mal einen Gewaltroller...

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