01. August 2019 / 10:38 Uhr

"Schmerzhaft, aber alternativlos“: Eintracht Braunschweig schaltet um auf Sparmodus

"Schmerzhaft, aber alternativlos“: Eintracht Braunschweig schaltet um auf Sparmodus

Alex Leppert
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sportlich läuft es bei der Eintracht rund, abseits des Platzes muss indes stark gespart werden.
Sportlich läuft es bei der Eintracht rund, abseits des Platzes muss indes stark gespart werden. © imago images / Eibner
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Sportlich läuft es bei Eintracht Braunschweig bestens. Doch hinter den Kulissen greift ein radikales Sparprogramm. Zuletzt wurde sogar die ganze Scouting-Abteilung dichtgemacht. "Diese Maßnahmen sind schmerzhaft, aber alternativlos", sagt Aufsichtsrat Tobias Rau.

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Einen hohen sechsstelligen Betrag will Eintracht Braunschweig einsparen. „In den vergangenen Jahren waren unsere Scouts überwiegend europaweit unterwegs, um junge Talente und Spieler zu finden. Das entspricht nicht mehr der Realität in der 3. Liga, das muss man leider ganz deutlich sagen“, erklärt Rau.

Scouting-Erfolge halten sich in Grenzen

Klar, um Drittliga-Spieler wie den bestens eingeschlagenen Martin Kobylanski oder Orhan Ademi zu holen, braucht es kein echtes Scouting. Zumal die Trainer Christian Flüthmann und Frank Eulberg sowie Sportdirektor Peter Vollmann über ein großes Netzwerk verfügen.

Übermäßig große Erfolge hatte es beim internationalen Scouting in der Vergangenheit eh nicht gegeben. Zwar gab's für Emil Berggreen mal richtig Geld. Zudem halfen eine Handvoll Spieler (wie Omar Elabdellaoui oder Christoffer Nyman) sportlich weiter, während es auf der anderen Seite aber auch eine ganze Reihe Flops (wie Simeon Jackson oder Mushaga Bakenga) gab.

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Die Sparmaßnahme beim Scouting ist aber nur eine von vielen. Und die sind auch nötig. Mit dem Bundesliga-Aufstieg 2013 wurden viele Abteilungen erweitert, in der 2. Liga hatten die überregional quasi nicht relevanten Blau-Gelben fortan einen eher hohen Personalbestand. In der 3. Liga erst recht.

Der wurde und wird nun abgebaut. Einer der beiden Fanbeauftragten (Nils Burgdorf) ist weg, der Geschäftsführer-Posten von Sören Oliver Voigt wurde mit Wolfram Benz intern neu besetzt. Einigen ehemaligen Geschäftsstellen-Mitarbeitern wurden dem Vernehmen nach neue Jobs bei einem Sponsor vermittelt.

Hoher Personalbestand, gescheitertes Fanshop-Projekt, Abschaffung der U23

Ein weiteres Beispiel dafür, dass Geld längst nicht mehr immer zielgerichtet ausgegeben wurde, war der Fanshop in den Schloss-Arkaden. Ein Prestigeobjekt. Er wurde geschlossen, um einen sechsstelligen Betrag zu sparen. Normalerweise sollen Fanshops Geld bringen und nicht Geld kosten.

Auch das Nachwuchsleistungszentrum läuft nur noch auf Sparflamme, diverse Jugendtrainer sind gegangen. Und die U23, letztlich eine Vollprofitruppe, wurde abgeschafft. Auch war der Erfolg mäßig: Außer Gerrit Holtmann, der nach Mainz verkauft wurde, brachte niemand Geld. Bei den eigenen Profis durchgesetzt hatte sich auch kaum jemand.

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Jasmin Fejzic: Verlebte eines der ruhigsten Spiele seit Langem. Was aufs Tor kam, musste er haben – und hatte er auch. Note: 3. ©
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Sportdirektor Peter Vollmann betont: „Das machen wir, um keine finanziellen Probleme zu bekommen. Es ist eine Art Zukunftssicherung. Wir als Verantwortliche müssen einen Blick drauf haben, dass uns die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.“

Negativbeispiel Alemannia Aachen

Als Negativbeispiel nennt er den abgestürzten Ex-Bundesligisten Alemannia Aachen: „Die haben ein neues Stadion da stehen, haben aber versäumt, ihr Personal abzubauen und Strukturen zu verändern. Wir machen glasklare Strukturveränderung mit einer klaren Linie.“

Der Weg, den die Braunschweiger Verantwortlichen gehen, ist nachvollziehbar. Noch ist der Traditionsverein von einer drohenden Insolvenz weit entfernt – trotz der mehr als fünf Millionen Euro Miese in der Vorsaison. Schmerzhaft sind die Einschnitte für die Betroffenen dennoch.

Vollmann betont: „Für uns gilt es, die vorhandenen wirtschaftlichen Ressourcen optimal einzusetzen.“ Sportlich scheint das den ersten Eindrücken nach gut zu funktionieren.

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