16. August 2017 / 13:57 Uhr

Decarli vor Abgang: Braunschweig-Sportchef Marc Arnold hält sich alle Optionen offen

Decarli vor Abgang: Braunschweig-Sportchef Marc Arnold hält sich alle Optionen offen

Alex Leppert
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Darf gehen - wenn die Ablöse stimmt: Braunschweig-Verteidiger Saulo Decarli (re.).
Darf gehen - wenn die Ablöse stimmt: Braunschweig-Verteidiger Saulo Decarli (re.). © dpa/Archiv
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Mit Last-Minute-Transfers hat Eintracht Braunschweig gute Erfahrungen gemacht. Entsprechend positiv geht Sportchef Arnold die noch offene Baustelle im Kader an. Für einen Verteidiger und ein Sturmtalent endet dagegen wohl die Zeit beim BTSV.

Die Zeit läuft: In zwei Wochen schließt das Fußball-Transferfenster. Bei Zweitligist Eintracht Braunschweig scheint es ruhig zuzugehen. Doch bis zum 31. August kann sich noch so einiges tun...

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Dass die Braunschweiger noch einen offensiven Mittelfeldspieler suchen, daraus macht auch der Sportliche Leiter der Eintracht keinen Hehl. Gleichwohl weist Marc Arnold darauf hin, dass es auf dieser Position „keine Baustelle“ gebe: „Aber wenn wir noch was Passendes finden, werden wir noch mal tätig. Sonst nicht.“

Seit 2008 - dem Dienstantritt von Trainer Torsten Lieberknecht und dem Sportlichen Leiter Marc Arnold - hat Eintracht Braunschweig mehrfach das Sommer-Transferfenster ausgereizt. Ein Überblick.

Marcel Schied: Wurde 2008 von einem unbekannten Gönner finanziert. Der Rostocker Angreifer, der aus Jena kam, traf in 31 Partien sechsmal und ging nach einem Jahr wieder zu Hansa. Zur Galerie
Marcel Schied: Wurde 2008 von einem unbekannten Gönner finanziert. Der Rostocker Angreifer, der aus Jena kam, traf in 31 Partien sechsmal und ging nach einem Jahr wieder zu Hansa. ©

Gesucht wird jedoch keinesfalls der immer mal wieder gern geforderte Kracher. Laut Arnold gehe es auch nicht darum, einen sogenannten fertigen Spieler zu holen. „Das haben wir noch nie gemacht, und den Weg werden wir auch weitergehen. Für uns sind talentierte Spieler interessant, die ihr Talent schon auf einem gewissen Niveau nachgewiesen haben.“

Kein Dementi im Fall Martin Samuelsen

Solch einer wäre der Norweger Martin Samuelsen (20) gewesen, der bei West Ham United spielt. Angeblich soll sich die Eintracht um ihn vergeblich bemüht haben. „Der Name ist uns bekannt“, sagt Arnold nur. Eine Bestätigung oder ein Dementi des Interesses gibt’s jedoch nicht.

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Seit dem Dienstantritt des Sportlichen Leiters 2008 haben die Blau-Gelben übrigens exakt zehn Profis direkt vor oder sogar nach dem Saisonstart (also gegen Ende der Transferperiode I) nachverpflichtet – von Marcel Schied bis Eric Verstappen. Unter ihnen waren sofortige Verstärkungen wie Karim Bellarabi, Gustav Valsvik und Christoffer Nyman. Ein echter Flop war bislang nicht dabei.

Auf der Position des rechten Verteidigers gibt es indes keinen Bedarf. Arnold: „Da haben wir mit Robin Becker schließlich einen Spieler aus der 2. Liga geholt.“ Dafür könnte sich auf anderen Positionen noch etwas tun, wenn ein Akteur abgegeben wird.

Tietz vor Ausleihe, Decarli will wohl gehen

Offen spricht Arnold hier über Sturm-Talent Phillip Tietz: „Da gibt es Überlegungen, ihn an einen Drittligisten auszuleihen, damit er Spielpraxis in einer höheren Liga bekommt.“ Vorige Saison kam der 20-Jährige fast nur in der viertklassigen Eintracht-U23 zum Einsatz, für die er in 27 Partien immerhin zehn Tore erzielte.

Pokal-Aus in Runde 1: Gegen diese Zweitliga-Aussteiger ist Eintracht Braunschweig seit 2013 beim ersten Auftritt rausgeflogen.

2013: Arminia Bielefeld war gerade aufgestiegen - und nutzte den Schwung, um gegen Eintracht Braunschweig mit 2:1 zu gewinnen. Zur Galerie
2013: Arminia Bielefeld war gerade aufgestiegen - und nutzte den Schwung, um gegen Eintracht Braunschweig mit 2:1 zu gewinnen. ©

TSV Havelse - Eintracht Braunschweig

Willkommensgruß für Trainer Christian Benbennek. Zur Galerie
Willkommensgruß für Trainer Christian Benbennek. © Christian Hanke

Bleibt noch die Frage nach Saulo Decarli, dem seit Monaten Wechselabsichten nachgesagt werden. Seit gut einer Woche ist der Schweizer zwar wieder im Mannschaftstraining, ein Verkauf ist aber offenbar gar nicht mal so unwahrscheinlich. „Wir sind zu dem Thema im Austausch“, sagt Arnold.

Könnte heißen: Bekommt Braunschweig eine entsprechend hohe Ablösesumme, wird der Verteidiger (Vertrag bis 2019) noch abgegeben. Mit gleich drei Spielern, die bei ihren alten Klubs in der Abwehr gespielt hatten, haben die Blau-Gelben im Sommer schließlich bereits für reichlich Ersatz gesorgt.

Bis zum 31. August ist noch Zeit, um Transfers zu bewerkstelligen. Arnold: „Lassen wir uns überraschen, was die zwei Wochen bis dahin noch bringen...“

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