15. April 2022 / 13:16 Uhr

Kommentar: Drei Gründe für den Titel der "Euro-Eintracht" nach dem Coup gegen Barca

Kommentar: Drei Gründe für den Titel der "Euro-Eintracht" nach dem Coup gegen Barca

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jubel in Weiß: Trainer Oliver Glasner bejubelt mit seinem Team den Halbfinal-Einzug in der Europa League. Dort ist jetzt alles möglich, meint Roman Gerth.
Jubel in Weiß: Trainer Oliver Glasner bejubelt mit seinem Team den Halbfinal-Einzug in der Europa League. Dort ist jetzt alles möglich, meint Roman Gerth. © IMAGO (Montage)
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Mit taktischer Cleverness, absolutem Siegeswillen und rund 30.000 Fans im Rücken hat Eintracht Frankfurt den FC Barcelona aus dem Europa-League-Viertelfinale gekegelt. Nach dem Coup im Camp Nou ist zweifellos mit den Hessen zu rechnen, wenn es um den Titel geht, meint RND-Redakteur Roman Gerth.

Die weiße Wand im ehrwürdigen Camp Nou hat genau die Kräfte bewirkt, die Eintracht Frankfurt zur Sensation getragen haben. Nach dem 1:1 im Hinspiel und dem nur im Ergebnis knappen 3:2 im Rückspiel warf der hessische Bundesligist den übermächtig erscheinenden FC Barcelona aus dem Viertelfinale der Europa League. Natürlich ist Barca nicht mehr die Macht früherer Zeiten. Doch allein der Marktwert von rund einer Milliarde Euro zeigt die Dimension des hessischen Sieges auf - denn Frankfurts Team kommt im Vergleich "nur" auf rund 200 Millionen Euro.

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Wie so oft hat die SGE gezeigt, zu was sie auf europäischem Parkett in der Lage ist. Mit einer frühen Führung im Rücken und einem Traumtor spielten sich die Hessen schon in Hälfte eins in einen Rausch. Getragen von den rund 30.000 mitgereisten Fans war das Stadion der Katalanen ohnehin ganz in Frankfurter Hand. Und es gibt drei gute Gründe, wieso für die Euro-Eintracht jetzt wirklich alles möglich ist. Oder anders: Drei Gründe für die drei Siege, die es bis zum ersehnten Titel noch braucht.

Erstens: Das Team von Coach Oliver Glasner hat mit taktischer Cleverness agiert und Barca über kumuliert 180 Minuten plus Nachspielzeiten kaum zur Entfaltung kommen lassen. Wer einen Titelaspiranten der spanischen La Liga im Griff hat, kann auch West Ham United, Sechster der Premier League und Gegner im Halbfinale, in die Knie zwingen.

Hoffnung auf Revanche in London

Zweitens: Die Unterstützung der Anhänger lässt die Eintracht-Profis zur Höchstform auflaufen. Ein in dieser Saison schwächelnder Martin Hinteregger verteidigt wie zu seinen Hochzeiten. Sebastian Rode vergisst seine geschundenen Knie. Filip Kostic läuft auf seinem Flügel jeden Meter, vor und zurück. Leih-Youngster Ansgar Knauff entpuppt sich als Durchstarter. Und Rafael Borré kann plötzlich Traumschüsse aus der Ferne. Diesmal steigt das Hinspiel auswärts, sodass die Arena im Frankfurter Stadtwald im Rückspiel zum Schauplatz einer Riesenparty werden könnte.

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Drittens: Die Eintracht zeigt, gerade in den europäischen Nächten, absoluten Siegeswillen. Der wurde im Duell mit Barcelona gefestigt, allein die Erinnerungen an den Coup im Camp Nou reicht da aus. Mit London, der Heimat des kommenden Gegners West Ham, hat Frankfurt ohnehin eine Rechnung offen. Vor drei Jahren, etwa zur gleichen Zeit, war der große Traum nach einem dramatischen Elfmeterschießen beim FC Chelsea im Halbfinale geplatzt. Wer hätte überhaupt gedacht, vor allem nach der Auslosung des Viertelfinal-Gegners, dass sich die Euro-Eintracht und Englands Hauptstadt so schnell wiedersehen? Die Lust auf Wiedergutmachung in London und den Sensationstriumph ist jedenfalls noch ein Stück größer geworden.

Gegner in Sevilla, dem Austragungsort des Endspiels, könnte RB Leipzig sein. Die Sachsen bekommen es mit den Glasgow Rangers zu tun. Es wäre das erste deutsch-deutsche Finale eines europäischen Wettbewerbs seit dem Duell von Bayern und dem BVB in der Champions League vor neun Jahren. Den bislang letzten europäischen Titel holte Frankfurt im Jahr 1980 im UEFA-Cup-Finale. Gegen? Genau, den deutschen Kontrahenten Borussia Mönchengladbach.

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