12. Januar 2021 / 22:37 Uhr

Frankfurt nutzt Jovic-Euphorie nicht: Bayer Leverkusen zieht nach Rückstand ins Pokal-Achtelfinale ein

Frankfurt nutzt Jovic-Euphorie nicht: Bayer Leverkusen zieht nach Rückstand ins Pokal-Achtelfinale ein

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Eintracht Frankfurt ist enttäuscht: Die Hessen schieden in Leverkusen aus dem DFB-Pokal aus.
Eintracht Frankfurt ist enttäuscht: Die Hessen schieden in Leverkusen aus dem DFB-Pokal aus. © imago images/Montage
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Die Verpflichtung von Luka Jovic hat Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal nicht beflügelt. Die Hessen unterlagen in Überzahl in Leverkusen, nachdem Bayer-Abwehrchef Jonathan Tah Rot gesehen hatte. Moussa Diaby traf doppelt. Die Werkself trifft im Achtelfinale nun auf Underdog Rot-Weiss Essen.

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Eintracht Frankfurt hat die Vorfreude über die nahende Rückkehr von Stürmerstar Luka Jovic nicht in einen Sieg ummünzen können. Die Hessen verloren ihr Zweirunden-Nachholspiel im DFB-Pokal mit 1:4 (1:1) bei Bayer 04 Leverkusen, das damit im Achtelfinale am 2. Februar der nächste Gegner von Überraschungsmannschaft Rot-Weiss Essen ist. Die Rheinländer hatten die Partie in der BayArena gedreht, nachdem Amin Younes (6. Minute) Frankfurt in Führung geschossen hatte. Lucas Alario (27.) glich per Handelfmeter aus, Edmond Tapsoba (49.) köpfte aus abseitsverdächtiger Position einen Freistoß zur Führung ins Netz, Moussa Diaby (66., 87) machte per Doppelpack alles klar. Bayers Nationalspieler Jonathan Tah (73.) sah nach einer Notbremse Rot. Die Werkself nahm mit dem Achtelfinal-Erfolg Revanche für die Liga-Schlappe vor zehn Tagen, als die Frankfurter das direkte Duell mit 2:1 gewonnen hatten.

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Bereits vor dem Anpfiff hatten die Frankfurter für einen Paukenschlag gesorgt und die Rückkehr von Jovic bestätigt. Der Stürmer, bereits von 2017 bis 2019 für die die SGE aktiv und dann für 60 Millionen Euro zu Real transferiert, wird bis zum Saisonende von den Spaniern ausgeliehen - vorbehaltlich der medizinischen Untersuchung. Auf dem Platz konnte der Serbe freilich noch nicht helfen. Im Vergleich zum 2:0 gegen Mainz wechselte Trainer Adi Hütter auf vier Positionen: Neben dem gesperrten Filip Kostic fehlt Djibril Sow wegen der bevorstehenden Geburt seines Kindes. Zudem rotierten David Abraham und Makoto Hasebe raus. Neu dabei: Tuta, Stefan Ilsanker, Sebastian Rode und Aymen Barkok. Leverkusens Coach Peter Bosz tauschte drei Mal, setzte auf Lars Bender, Wendell und Lucas Alario statt auf Aleksandar Dragovic, Daley Sinkgraven und Patrik Schick. Kapitän Charles Aranguiz stand erstmals seit drei Monaten im Bayer-Kader.

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Die Hessen zeigten sich beflügelt von den Jovic-News. Dessen designierter Sturmpartner André Silva probierte es sofort per Hacke, traf den Ball aber nicht (4.). Der nächste Versuch saß sofort. Ein Versuch der Ballkontrolle von Silva wurde zur Vorlage für Younes, der locker zum 1:0 abschloss (6.). Die Frankfurter probierten es in klassischer Bayer-Spielweise mit intensivem Pressing, das Resultat war ein offenes Spiel mit weiteren Chancen für Nadiem Amiri (12.) und André Silva (13.), der am herausgeeilten Ex-Frankfurter Lukas Hradecky im Bayer-Tor scheiterte. Bitter für die Eintracht war, dass der quirlige Younes wenig später angeschlagen runter musste. Für ihn kam Steven Zuber. Da stand es allerdings schon 1:1: Eine Flanke von Leon Bailey erwischte Frankfurts Erik Durm aus kurzer Distanz am Ellenbogen - Lucas Alario verwandelte den fälligen Elfmeter überlegt (27.). Leverkusen hatte nun ein Chancen-Übergewicht, Kevin Trapp hielt einen Wendell-Schuss stark (41.) und verhinderte damit einen Rückstand.

Jonathan Tah sieht Rot nach Notbremse

Im zweiten Durchgang erwischte wieder Frankfurt den besseren Start, Hradecky wurde fast von einem abgefälschten Schuss von Aymen Barkok überlistet (46.). Hinter sich greifen musste anders als vor der Pause nicht der Finne, sondern Trapp. Eine Freistoß-Flanke von Kerem Demirbay köpfte Edmond Tapsoba zum 2:1 ins Frankfurter Tor. Der Innenverteidiger stand wohl im Abseits, allerdings gibt es den Videoschiedsrichter im DFB-Pokal erst ab den Achtelfinal-Spielen, weshalb die Entscheidung von Schiedsrichter Christian Dingert Bestand hatte. Mit VAR wäre das Tor wohl nicht gegeben worden. Bayer verdiente sich die Führung im weiteren Spielverlauf - und baute sie aus: Die SGE leistete sich einen Ballverlust, Amiri dribbelte sich durch die halbe Hintermannschaft, spielte auf Moussa Diaby, der Trapp aus spitzem Winkel keine Abwehrchance ließ und das dritte Tor für die Werkself markierte (67.) - es war die Vorentscheidung, auch wenn kurz darauf Tah nach einer Notbremse Rot sah (73.). Bayer konterte eiskalt, der im ersten Durchgang noch glücklose Diaby (87.) machte mit seinem zweiten Treffer endgültig alles klar.