10. April 2021 / 08:59 Uhr

Trotz Champions-League-Hoffnung: Eintracht Frankfurt droht auf dem Höhepunkt der Kahlschlag

Trotz Champions-League-Hoffnung: Eintracht Frankfurt droht auf dem Höhepunkt der Kahlschlag

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
André Silva gehört zu den Leistungsträgern von Eintracht Frankfurt. Doch können die Hessen ihn halten?
André Silva gehört zu den Leistungsträgern von Eintracht Frankfurt. Doch können die Hessen ihn halten? © Getty
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Eintracht Frankfurt könnte erstmals in die Champions League einziehen. Trotzdem droht den Hessen ein gigantischer personeller Aderlass – sportlich und auf der Führungsebene.

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Eintracht Frankfurt ist der Champions League so nah wie nie zuvor – und doch muss der Bundesligist aus Hessen im Sommer den Verlust seiner Führungsriege befürchten. Zudem drohen die Abgänge von Stars wie André Silva und Evan N’Dicka. Diese Themen scheinen die Stimmung in der Mannschaft indes nicht zu berühren. Der Fokus ist vor dem Topspiel gegen den VfL Wolfsburg an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) klar auf die Königsklasse gerichtet.

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Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen – die Liste der Champions-League-Anwärter hinter dem FC Bayern und RB Leipzig war vor der Saison schnell geschrieben. Doch das Trio liegt nun deutlich hinter Frankfurt und Wolfsburg. Doch bei der SGE bahnen sich trotz des möglicherweise größten Erfolgs der Vereinsgeschichte einige Veränderungen an.

Der Abgang von Bruno Hübner ist schon fix, Sportvorstand Fredi Bobic will trotz eines Vertrags bis 2023 ebenfalls weg. Und auch Coach Adi Hütter will sein Ende Februar geäußertes klares Bekenntnis („Ich bleibe!“) trotz hervorragender sportlicher Perspektive derzeit nicht mehr in dieser Deutlichkeit wiederholen. Bei den Eintracht-Fans sorgen die jüngsten Aussagen des Trainers für Kritik. Viele vermuten einen möglichen Abgang zu Borussia Mönchengladbach. „Die Anzeichen verdichten sich immer mehr“, kommentierte nicht nur ein Fan im Klubforum.



Hütter vermeidet es, einen Verbleib zu bestätigen

Verschiedene Medien handeln den Erfolgscoach der Hessen als Nachfolger von Marco Rose bei Gladbach. Seither vermeidet es der Frankfurter Trainer, einen Verbleib am Main über diesen Sommer hinaus zu bestätigen. Vor dem Spitzenspiel wirkt Hütter genervt von den Gerüchten: „Ich habe nicht immer wieder Lust, dass sich viele Menschen Gedanken machen und mir Ratschläge geben, was ich tun soll. Fakt ist, dass ich mich auf das Wesentliche konzentriere.“

Ein Abgang nach einer so erfolgreichen Saison? Der 51-jährige Österreicher hatte sich vor seinem Wechsel 2018 in die Bundesliga für einen ähnlichen Schritt entschieden. Er verließ die Young Boys Bern als Schweizer Meister. Und jetzt deutet vieles auf einen Abgang nach dem ersten Champions-League-Einzug der SGE-Vereinsgeschichte hin. Erhellen wollte Hütter seine Zukunftspläne am Donnerstag bei der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Topspiel nicht. „Nein, werde ich nicht. Ich werde mich nicht immer wiederholen, sondern ich werde weiter genau das tun, was ich bisher gemacht habe. Ich werde mich aufs Wesentliche konzentrieren und das ist der VfL Wolfsburg“, sagte er.

In der Mannschaft habe ihn noch keiner auf das heißdiskutierte Thema angesprochen. Die Stimmung sei gut. Man habe ein „unglaubliches Mannschaftsklima“ – kein Wunder nach elf Siegen aus den vergangenen 15 Bundesliga-Partien. In der Tabelle liegt die Eintracht sieben Zähler vor Dortmund und Leverkusen. Die erstmalige Teilnahme an der Königsklasse scheint für den Traditionsklub so nah wie nie. Und doch gibt es Unklarheiten mit Blick auf die Zukunft von Hütter und auch Sportvorstand Bobic. Der Manager hatte bereits öffentlich einen Abschied zum Saisonende ankündigt. „Er hat sich sein ganzes Image bei den Fans hier kaputt gemacht“, sagte Klublegende und Weltmeister Jürgen Grabowski gegenüber der Bild.

André Silva steht bei Atlético Madrid auf dem Zettel

Es gibt bei der Eintracht aber nicht nur ungeklärte Fragen mit Blick auf den möglichen Verlust der Führungsriege. Spieler wie André Silva, Filip Kostic oder Evan N’Dicka wecken Begehrlichkeiten bei europäischen Topklubs. 22-Tore-Mann Silva steht wohl unter anderem auf dem Zettel von Atlético Madrid. Ähnliches gilt für N’Dicka: Vor wenigen Wochen wurde der 21-jährige Innenverteidiger mit dem FC Arsenal in Verbindung gebracht. Auch Filip Kostic hat mit bereits 14 Torvorlagen nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht. Der Eintracht vom Main drohen also Veränderungen in einigen Bereichen – trotz möglicher Duelle mit Real Madrid, Manchester City oder Juventus Turin in der Champions League.