14. April 2022 / 22:59 Uhr

Eintracht-Wahnsinn! Frankfurt wirft den FC Barcelona aus der Europa League

Eintracht-Wahnsinn! Frankfurt wirft den FC Barcelona aus der Europa League

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jubel pur! Eintracht Frankfurt ist durch einen Sieg beim FC Barcelona ins Halbfinale der Europa League eingezogen.
Jubel pur! Eintracht Frankfurt ist durch einen Sieg beim FC Barcelona ins Halbfinale der Europa League eingezogen. © IMAGO/Pressinphoto
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Eintracht Frankfurt ist mit einer rauschhaften Vorstellung beim FC Barcelona ins Halbfinale der Europa League eingezogen. Die Hessen gewannen im Camp Nou und treffen nun auf West Ham United.

Eintracht Frankfurt hat das Camp Nou erobert und den eigentlich übermächtig erscheinenden FC Barcelona aus der Europa League geworfen. Nach dem 1:1 im Hinspiel vor einer Woche gewannen die Hessen das zweite Duell mit den Katalanen sensationell mit 3:2 (2:0) und zogen zum zweiten Mal nach 2019 ins Halbfinale des zweitwichtigsten europäischen Klub-Wettbewerbs ein. Filip Kostic sorgte per Foulelfmeter für die frühe SGE-Führung (4.), Rafael Borrè legte noch vor der Pause mit einem traumhaften Distanzschuss nach (36.). Nach dem Seitenwechsel traf erneut Kostic (67.). Die beiden Barca-Tore durch Sergio Busquets (90.+1) und Memphis Depay (90.+11) kamen dann zu spät. In der Vorschlussrunde tritt die Eintracht nun am 28. April bei West Ham United an. Eine Woche später ist der Tabellen-Sechste der englischen Premier League in Frankfurt zu Gast.

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Nachdem zuvor schon RB Leipzig durch ein 2:0 bei Atalanta Bergamo das Halbfinal-Ticket gelöst hatte, stehen erstmals in der Geschichte der Europa League zwei Bundesliga-Klubs in der Runde der letzten vier Mannschaften. Ein deutscher Triumph in dem Wettbewerb, der in der Saison 2009/2010 den UEFA-Pokal ersetzt hatte, gelang noch nie. Neben der Eintracht vor drei Jahren hieß der bislang einzige Halbfinal-Teilnehmer aus der Bundesliga Hamburger SV. Der heutige Zweitligist hatte es 2010 bis in die Vorschlussrunde geschafft.

Eintracht-Trainer Oliver Glasner hatte seine Startelf am Donnerstagabend im Camp Nou im Vergleich zum 1:2 am vergangenen Bundesliga-Wochenende gegen den SC Freiburg auf drei Positionen verändert. Für den international gesperrten Tuta, den verletzten Djibril Sow und Jens Petter Hauge begannen Almamy Toure, Kristijan Jakic und Daichi Kamada. Fast noch wichtiger als die passende Personalauswahl erschien in Barcelona jedoch die richtige und vor allem mutige Einstellung. Und hier hatte sich die Eintracht von Beginn an nichts vorzuwerfen. Angetrieben von rund 30.000 mitgereisten Fans legte Glasners Team mit mächtig Tempo los.

Schon nach drei Minuten wurde der couragierte Start belohnt. Eric Garcia brachte Jesper Lindström im Barca-Strafraum zu Fall und der portugiesische Schiedsrichter Artur Soares Dias zeigte auf den Punkt. Kostic schnappte sich den Ball und ließ dem deutschen Nationalkeeper Marc-André ter Stegen im Tor der Gastgeber keine Chance. Besser hätte sich der Bundesliga-Neunte den Auftakt nicht erträumen können. Während die Mannschaft auf dem Platz führte, übernahmen die Fans auch auf den Rängen das Kommando und füllten das Stadion mit ihren lautstarken Gesängen.

Eine Co-Produktion zweier ehemaliger Dortmunder sorgte dann aber für die erste Gelegenheit der Spanier. Nach Flanke von Ousmane Dembelé verfehlte Pierre-Emerick Aubameyang per Kopf das Ziel (9.). Im Anschluss wurden die Platzherren dann wie erwartet feldüberlegen. Versuche von Ronald Araujo (18.) und Ferran Torres (22.) führten allerdings nicht zum Erfolg, insgesamt brachte die Dominanz dem Favoriten wenig Gefährliches ein. Stattdessen meldete sich die Eintracht. Nachdem Ansgar Knauff nicht an ter Stegen vorbeikam (34.), hatte Borré seinen großen Auftritt. Der Kolumbianer nahm aus knapp 25 Metern Maß - 2:0! Kurz vor der Pause hätte Knauff sogar noch weiter erhöhen können (44.).

Mit Beginn des zweiten Durchgangs mobilisierte Barcelona dann alle Kräfte. Aubameyang (47. und 55.) ließ gute Chancen ungenutzt. So verpuffte auch diese Drangphase der Katalanen und Frankfurt sorgte seinerseits wieder für Offensivaktionen. Ter Stegen rettete gegen Kamada (58.). Kurz darauf gab es dann bange Momente für die Eintracht. Schiedsrichter Soares Dias überprüfte mit Hilfe des VAR ein vermeintliches Handspiel Borrés im Strafraum - und benötigte einige Minuten, da es offenbar technische Probleme gab. Eine Elfmeterentscheidung blieb aus und Barca wirkte nach dieser Unterbrechung in seinem Schwung gebremst. Also übernahm die SGE die Initiative: Kamada legte für Kostic auf und der Serbe entschied die Partie. Die Treffer von Busquets und Depay in der gut zehnminütigen Nachspielzeit änderten daran nichts mehr. Bitter aber: SGE-Abwehrspieler Evan Ndicka sah noch die Gelb-Rote-Karte (90.+10).