10. August 2022 / 12:52 Uhr

Eintracht-Boss Fischer: Am Kostic-Wechsel merkt man, "wie versaut das Geschäft am Ende des Tages ist"

Eintracht-Boss Fischer: Am Kostic-Wechsel merkt man, "wie versaut das Geschäft am Ende des Tages ist"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Eintracht-Präsident Peter Fischer (l.) mit Filip Kostic nach dem Frankfurt Sieg in der Europa League.
Eintracht-Präsident Peter Fischer (l.) mit Filip Kostic nach dem Frankfurt Sieg in der Europa League. © IMAGO/Jan Huebner
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Der bevorstehende Wechsel von Filip Kostic zu Juventus Turin löst bei Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer Wehmut aus. Der Klub-Boss hadert in erster Linie mit dem Zeitpunkt des Transfers.

Filip Kostic steht kurz vor einem Wechsel von Eintracht Frankfurt zu Juventus Turin. Wie weit die Verhandlungen fortgeschritten sind, ist spätestens klar, seitdem die SGE am Dienstag vermeldet hatte, der Serbe werde beim UEFA Supercup gegen Real Madrid am Mittwoch (21.00 Uhr/RTL und DAZN) nicht mehr zum Kader gehören, weil er sich in "finalen Gesprächen mit einem neuen Klub" befinde.

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Statt sich mit dem Spiel des Europa-League-Siegers gegen den Champions-League-Sieger auf der ganz großen Bühne zu verabschieden, verlässt Kostic Frankfurt nun eher durch die Hintertür - eine Tatsache, die Eintracht-Präsident Peter Fischer sauer aufstößt. "Wenn du einmal die Chance hast, im Supercup-Endspiel zu spielen, gegen Real Madrid, nicht gegen die Wetterau, Real Madrid! Wenn du dann noch da unten auf dem Platz die Auszeichnung als bester Spieler der Europa League bekommst, vor 500 Ländern, die irgendwo gucken, und du machst das nicht, dann merke ich doch, wie versaut das Geschäft am Ende des Tages ist", zitiert der Kicker aus einer Rede des Klub-Bosses bei einer Sponsoren-Veranstaltung vor den Real-Duell.

Dem Spieler machte Fischer direkt allerdings keinen Vorwurf: "Es tut weh, das schmälert Filips Leistung aber überhaupt gar nicht." Kostic verlässt Frankfurt nach vier Jahren. Dem Vernehmen nach zahl Juventus rund 17 Millionen Euro für den Flügelspieler, der 2018 zunächst auf Leihbasis vom Hamburger SV zur Eintracht kam. Ein Jahr später verpflichtete der Klub ihn dann fest. Seither wurde der 48-malige serbische Nationalspieler zur absoluten Säule im Frankfurter Spiel. In 171 Pflichtspielen im Adler-Dress erzielte Kostic 33 Tore und steuerte 64 Vorlagen bei – die wohl wichtigste vor dem Ausgleich im Europa-League-Finale gegen die Glasgow Rangers im Mai, wo er im Elfmeterschießen (5:4) zudem zu den erfolgreichen Schützen gehörte.

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In Frankfurt scheint Kostic wegen dessen Wechsel-Wunsch kaum einer böse zu sein. Trainer Oliver Glasner hatte am Dienstag gesagt, dass er trotz des großen sportlichen Verlustes auch ein lachendes Auge habe, "weil ich weiß, wie letztes Jahr die Saison begonnen hat, mit Streik. Wir haben dann viele Gespräche geführt. Ich habe zu ihm damals gesagt: Wenn du mal Eintracht Frankfurt verlässt, sollst du das als Held verlassen", schilderte der Eintracht-Chefcoach. Nun verlasse Kostic die Hessen "als Held". Nur mit dem Zeitpunkt ist nicht jeder einverstanden.