30. September 2021 / 20:43 Uhr

Last-Minute-Tor und Böller-Schock: Eintracht Frankfurt mit dramatischem Sieg in Antwerpen

Last-Minute-Tor und Böller-Schock: Eintracht Frankfurt mit dramatischem Sieg in Antwerpen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Sieg von Eintracht Frankfurt wurde von einem Böllerwurf auf Keeper Kevin Trapp überschattet.
Der Sieg von Eintracht Frankfurt wurde von einem Böllerwurf auf Keeper Kevin Trapp überschattet. © IMAGO/HMB-Media (Montage)
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Eintracht Frankfurt hat nach zuletzt sechs Pflichtspiel-Remis in Serie den ersten Sieg unter Trainer Oliver Glasner gefeiert. Der Europa-League-Erfolg bei Royal Antwerpen kam unter dramatischen Umständen zu Stande. Das Siegtor fiel in der Nachspielzeit. Torhüter Kevin Trapp sah sich einem Böller-Wurf ausgesetzt.

Dank eines Last-Minute-Elfmeters hat Eintracht Frankfurt seinen Remis-Fluch gebrochen. Die Hessen gewannen am zweiten Europa-League-Spieltag beim belgischen Erstligisten Royal Antwerpen 1:0 (0:0) und beendeten eine Serie von wettbewerbsübergreifend sechs Unentschieden nacheinander. Im neunten Pflichtspiel unter dem neuen Trainer Oliver Glasner war es der erste Sieg und könnte mit Blick auf das kommende Wochenende für den so ersehnten Rückenwind sorgen. Die Aufgabe wird jedenfalls schwierig genug: Am Sonntag muss die SGE gegen den derzeit bärenstarken deutschen Rekordmeister FC Bayern ran. Für den Sieg in Antwerpen sorgte Goncalo Paciencia, der in der Nachspielzeit einen Foulelfmeter verwandelte (90.+1).

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Überschattet wurde die Partie am Donnerstagabend aber von einer erschreckenden Szene: Kurz nach der Pause hatte ein Böller-Wurf auf Torhüter Kevin Trapp für eine kurzzeitige Unterbrechung des Spiels gesorgt. Während der Nationalkeeper das Geschehen vor sich beobachtete, kam das Geschoss in seine Richtung geflogen, landete auf dem Rasen und explodierte zwischen seinen Füßen. Trapp signalisierte sofort in Richtung von Schiedsrichter Jakob Kehlet (Dänemark), was geschehen war. Der Unparteiische schnappte sich den Ball und unterbrach die Partie. Ein Abbruch stand aber wohl nicht zur Debatte. Nach rund drei Minuten ging es weiter.

Trapp schien zunächst geschockt, griff sich wohl als Folge der lauten Explosion an sein Ohr und wurde behandelt. Einen Grund zur Auswechslung des 31-Jährigen gab es aber wohl nicht. Nach der Fortsetzung der Partie wurde Trapps erster Ballkontakt mit Pfiffen von den belgischen Fans begleitet. Schon vor der Begegnung hatten Fans für unrühmliche Szenen gesorgt - allerdings abseits des Stadions. Eine Gruppe deutscher Anhänger habe am Donnerstagnachmittag eine Antwerpener Fan-Bar angegriffen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Die Terrasse des Cafés wurde demnach zerstört. Die Polizei sei den ganzen Tag über in Alarmbereitschaft und mit einem Großaufgebot vor Ort gewesen. Mehrere Personen seien festgenommen worden.

Zum Spiel: Frankfurt begann engagiert und erspielte sich die ersten Chancen. Doch Martin Hinteregger (3.), Sam Lammers (8.) und Filip Kostic (18.) konnten den Ball nicht im gegnerischen Tor unterbringen. Als die Gastgeber die Partie gerade ein wenig zu beruhigen schienen, hatte Kostic die bis dahin größte Möglichkeit. Royal-Keeper Jean Butez rettete gegen den serbischen Nationalspieler in höchster Not (23.). Antwerpen brachte allenfalls gelegentliche Offensivaktionen zu Stande. Zwingend wurden der frühere Bremer Johannes Eggestein und seine Kollegen jedoch nicht. Richtig gefährlich wurde es für die SGE dann aber nach der Pause. Mbwana Samatta vergab jedoch aus guter Position (65.). In der Schlussphase mobilisierte der Bundesligist noch einmal alle Kräfte - mit Erfolg. Jesper Lindström wurde im Strafraum zu Fall gebracht - und Paciencia blieb eiskalt.

Nach dem Sieg liegt Frankfurt in der Tabelle der Gruppe D mit vier Punkten auf dem zweiten Platz. In drei Wochen geht es für die SGE gegen Spitzenreiter Olympiakos Piräus, der am Donnerstag 3:0 bei Fenerbahce Istanbul siegte und nun schon sechs Zähler auf dem Konto hat.