14. Februar 2019 / 23:00 Uhr

Trotz Überzahl: Eintracht Frankfurt verspielt gegen Donezk Top-Ausgangslage

Trotz Überzahl: Eintracht Frankfurt verspielt gegen Donezk Top-Ausgangslage

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Frankfurts Torschütze Filip Kostic jubelt mit Luka Jovic. Doch das zwischenzeitliche 2:1 reicht nicht, weil Donezk zurückkommt.
Frankfurts Torschütze Filip Kostic jubelt mit Luka Jovic. Doch das zwischenzeitliche 2:1 reicht nicht, weil Donezk zurückkommt. © dpa
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Zwei Mal führt Eintracht Frankfurt in der Europa League, zwei Mal gleicht Schachtjor Donezk aus - und kommt in Unterzahl gegen unerfahrene Deutsche zu einem Unentschieden, das noch wichtig werden kann.

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Dieses Spiel ist ein Highlight der noch jungen Europapokal-Saison - und wieder war Eintracht Frankfurt beteiligt! Die Hessen, die schon in der Gruppenphase der Europa League viele Fußballfans begeistert hatten, kamen bei Schachtjor Donezk im Hinspiel des Sechzehntelfinals in Überzahl zu einem 2:2 (1:1), das alles hatte, was ein Fußballspiel attraktiv macht: Tore, Elfmeter, Platzverweise, irre Spannung und tollen Fußball - und wir reden hier gerade mal von den ersten zehn Minuten!

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"Ja, wir sind enttäuscht", bekannte SGE-Kapitän Gelson Fernandes nach dem Unentschieden bei Nitro. "Immerhin haben wir zwei Tore geschossen. Natürlich wollten wir gewinnen. Wir haben dem Gegner zu viel Raum gelassen, das war nicht gut von uns." Man hätte das dritte Tor machen müssen, sagte sein Teamkollege Martin Hinteregger. "Nichtsdestotrotz ist es eine gute Ausgangsposition", erklärte der Österreicher. "Wir müssen hinten aber weniger Chancen zulassen. Das wird ein sehr, sehr interessantes Rückspiel."

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In Charkiw, wo Schachtjor wegen der Krise im Donbass seit einigen Jahren spielt, ging es vor hunderten mitgereisten SGE-Fans gleich hoch her. "Es geht um jedes Tor", sagte Frankfurts Trainer Adi Hütter vor dem Spiel - und seine Mannschaft legte in diesem Geiste sofort vor. In der siebten Minute durften die Fans der Hessen gleich über einen Treffer jubeln: Hinteregger (7.) traf nach einem Standard zum 1:0.

"Wir haben uns eine gute Ausgangsposition erspielt", sagte Hütter bei Nitro. "Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir nicht gewonnen haben, gerade weil wir 80 Minuten in Überzahl waren." Er wollte mit seiner Mannschaft selbstbewusst antreten. Hütter: "Mit einem 2:2 hier in Charkiw muss man gegen Schachtjor grundsätzlich zufrieden sein. Dass wir zwei Tore geschossen haben, ist natürlich gut."

Eintracht Frankfurt ist 80 Minuten in Überzahl

Die hielt aber gerade mal 120 Sekunden: Der junge SGE-Verteidiger Ndicka verschätzte sich im eigenen Strafraum, schubste Junior Moraes leicht. Schiedsrichter Anthony Taylor aus England entschied sofort: Elfmeter! Eine harte Entscheidung, doch das war Donezk egal. Den Strafstoß verwandelte Marlos (10.) souverän, auch wenn Trapp die Ecke ahnte und fast dran war. Schachtjor war zurück im Spiel - doch dann gab einen harten Rückschlag für die Gastgeber: Taras Stepanenko sah die Gelb-Rote Karte - in der elften Minute!

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Die Überzahl beflügelte Frankfurt, die zunächst jedoch die herausgespielten Chancen nicht nutzen konnte. Jovic (24.), Rebic (26.) und Gacinovic (41.) vergaben im ersten Durchgang gute Abschlussmöglichkeiten zur Führung. Die fiel erst im zweiten Durchgang: Kostic (50.) traf nach einem langen Jovic-Zuspiel auf den zweiten Pfosten zum 2:1 - in Überzahl. War das bereits die Entscheidung?

Taison bestraft Eintracht Frankfurt

Die Deutschen drängten nun auf das 3:1, das auch im Hinblick auf das Rückspiel in der kommenden Woche wichtig gewesen wäre, kamen jedoch nicht mehr zu Riesenchancen. Einzig Rebic (60.) hätte mit einem stark platzierten Freistoß fast getroffen. So kam es, wie es kommen musste: Taison (67.) bestrafte die Frankfurter mit seinem 2:2 nach Pass von Junior Moreas. Hinteregger gab sich nach dem Spiel eine Mitschuld an dem Gegentreffer, der aus einem Konter resultierte.

Das Remis ist angesichts der Überzahl, die Frankfurt inklusive Nachspielzeit über 80 Minuten hatte, gegen den Mitfavoriten auf den Titel zu wenig. "Für sie war es leichter, gegen uns über Konter zu spielen", sagte Fernandes. "Sie haben viele schnelle Spieler und haben genutzt, dass wir ihnen zu viel Raum gelassen haben."