03. September 2019 / 14:32 Uhr

Kommentar zum turbulenten Transfer-Sommer bei Eintracht Frankfurt: Die Neuen müssen liefern - auch für Bobic

Kommentar zum turbulenten Transfer-Sommer bei Eintracht Frankfurt: Die Neuen müssen liefern - auch für Bobic

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fredi Bobic musste den Abgang der Büffelherde kompensieren. Nun zeigt sich, wie golden das Händchen von Bobic wirklich ist, meint SPORTBUZZER-Redakteur Roman Gerth.
Fredi Bobic musste den Abgang der "Büffelherde" kompensieren. Nun zeigt sich, wie golden das Händchen von Bobic wirklich ist, meint SPORTBUZZER-Redakteur Roman Gerth. © Verwendung weltweit
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In letzter Sekunde machte in Ante Rebic auch der letzte "Büffel" von Eintracht Frankfurt die Flatter. Die Hessen gaben für Ersatz wenig aus und holten keinen Star. SPORTBUZZER-Redakteur Roman Gerth meint: Die "Büffelherde"-Nachfolger müssen treffsicher sein - nur dann war es auch SGE-Sportvorstand Fredi Bobic.

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Der finale Akt von Eintracht Frankfurt auf dem Transfermarkt ließ auf sich warten. Am Deadline Day, der für Bundesliga-Zugänge um 18 Uhr endete, dauerte es bis 20.30 Uhr, ehe André Silva am Montag offiziell als Neuer bei der SGE vermeldet wurde. Das auf zwei Jahre angelegte Tausch-Geschäft auf Leihbasis mit dem AC Mailand ging kurz vor knapp über die Bühne. Der Deal hatte schon am Sonntag an Fahrt aufgenommen. Am Montag war dann klar, dass Ante Rebic im Gegenzug die Hessen verlässt - die viel zitierte "Büffelherde" ist nun Geschichte.

Bobic setzt auf Augenmaß

Es war ein lukrativer, aber sicherlich kein leichter Sommer für Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic. Vor Rebic waren bereits Luka Jovic (Real Madrid) und Sébastien Haller (West Ham United) nicht zu halten gewesen. Das Duo brachte zwar insgesamt 100 Millionen Euro ein, hinterlässt sportlich aber erst einmal ein Loch. Genug Geld, um dieses zu stopfen, war vorhanden - auch wenn Teile der Ablösesummen an die Ex-Vereine der Abgänge weitergereicht werden musste.

Statt tief in die Tasche zu greifen, setzte Bobic aber erneut auf Augenmaß. Er verpflichtete den erfahrenen Bas Dost für sieben Millionen Euro von Sporting Lissabon und holte den 20 Jahre jungen Dejan Joveljic für vier Millionen aus Belgrad. Macht ein fettes Transfer-Plus - zumindest in Sachen Offensiv-Abteilung. Aber: Das Risiko ist hoch. Silva, Dost, Joveljic und der bisherige Schattenmann Goncalo Paciencia müssen liefern. Für die Eintracht, aber auch für Bobic.

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Silva, von Cristiano Ronaldo einst eigens als sein Nachfolger auserkoren, schaffte als mittlerweile 23-Jähriger noch nicht den Durchbruch. Er startete sowohl beim AC Mailand als auch beim FC Sevilla, an den er zuletzt ausgeliehen war, immer grandios - baute dann aber stark ab. Sein Landsmann Paciencia ließ sein Können im Vorjahr als Joker und auch zu Saisonbeginn mehrfach aufblitzen - steht nun aber ständig im Rampenlicht und muss diese Rolle annehmen.

Und Routinier Dost, körperlich und spielerisch der Haller-Nachfolger, war zwar in den vergangenen Jahren in Portugal durchaus erfolgreich - ist mittlerweile aber in die Jahre gekommen und muss sich in der Bundesliga erst wieder beweisen. Der Niederländer traf bei seinem vielversprechenden Debüt, ist aber "noch nicht auf dem Level" (Frankfurt-Coach Adi Hütter), um auch konstant Leistung zeigen.

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Silva, Dost und Paciencia müssen Vergleich mit "Büffelherde" aushalten

Während Jovic, Haller und Rebic keine unmittelbaren Vorgänger hatten und befreit aufspielen konnten, ist der Druck für das neue Trio ungleich höher. Sie werden ständig mit der "Büffelherde" verglichen. Und sie sollen bei der Eintracht für eine ähnlich furiose Saison in der Liga und auf europäischem Parkett sorgen wie im Vorjahr. Erfüllen sie die Erwartungen nicht, müsste Frankfurt auf dem erfahrungsgemäß schwierigen Markt nachlegen.

Bobic hat mit seiner transparenten Vorgehensweise auf dem Transfermarkt und bei der Kommunikation bislang stets viel Lob geerntet. Aber nur wenn sein Handeln in Bezug auf das neue Trio sportlich zum Erfolg führt, wird das auch nachhaltig so bleiben - und Bobic die große Prüfung bestehen.

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