08. Mai 2019 / 15:46 Uhr

Eintracht Gieboldehausen steht vor ungewisser Zukunft

Eintracht Gieboldehausen steht vor ungewisser Zukunft

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
70 Fußballer der JSG Höhbernsee gehören dem SV Eintracht Gieboldehausen an, 60 davon den Altersklassen zwischen den D- und G-Junioren.
70 Fußballer der JSG Höhbernsee gehören dem SV Eintracht Gieboldehausen an, 60 davon den Altersklassen zwischen den D- und G-Junioren. © Schneemann
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Gieboldehausen bangt um das Fortbestehen seines Klubs SV Eintracht. Wenn sich am Freitag auf der Mitgliederversammlung im zweiten Anlauf kein Vorstand findet, könnte für den Verein das Ende nahen.

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In den vergangenen Tagen schlug Eintracht-Geschäftsführer André Metenyszyn Alarm: Der SV Eintracht Gieboldehausen hat zwar mehr als 200 Mitglieder, es finden sich aber keine Eintrachtler, die Vorstandsposten übernehmen würden. Und weil der bisherige Vorstand bis auf Metenyszyn nicht mehr weiter machen möchte, kommt nun vieles auf die zweite Mitgliederversammlung innerhalb kurzer Zeit an.

Im Januar hatte der Vorstand, der bei der Eintracht satzungsgemäß mindestens aus Vorsitzendem, stellvertretendem Vorsitzenden, Geschäftsführer und einem Kassenwart bestehen muss, nicht gebildet werden können. Nun steht am Freitag um 20 Uhr im Sporthaus Gieboldehausen der nächste Versuch an.

Das sagt die Flecken-Bürgermeisterin:

Auch Maria Bock (CDU), Bürgermeisterin des Fleckens Gieboldehausen, blickt gespannt auf die Mitgliederversammlung der Eintracht am Freitag um 20 Uhr. „Ich fände es sehr bedauerlich, wenn die Eintracht keinen Vorstand wählen könnte und in Gieboldehausen kein Fußball mehr gespielt werden würde“, sagt sie. Gern wäre sie bei der Versammlung dabei gewesen, aber der Termin sei ohne sie abgestimmt und ihr zu spät mitgeteilt worden – nun ist sie im Urlaub. „Vielleicht kriegen sie es ja irgendwie hin, wieder einen Vorstand zu bilden“, sagt Flecken-Bürgermeisterin Bock. „Über alles andere muss man nachdenken, wenn sie es nicht geschafft haben sollten.“

„Es ist kurz vor Zwölf, um den Verein zu retten“, mahnt Metenyszyn, der selbst bereit wäre, seine Vorstandsarbeit fortzuführen, aber dafür dringend Mitstreiter benötigt. Eine Zusage gibt es bereits, weitere positive Signale hat der Geschäftsführer aber nicht empfangen.

Dabei ist Gieboldehausen ein Traditionsklub, den es bereits seit 1928 gibt, und der Stammverein des SV Eintracht Hahle ist. Der Fusionsklub, im Herrenbereich Tabellenfünfter der Kreisliga, bildet wiederum zusammen mit dem FC Höherberg und dem SV Seeburg die Jugendspielgemeinschaft (JSG) Höhbernsee. Für die Altersklassen zwischen der D- und G-Jugend stellt Gieboldehausen die Trainer, 60 Junioren allein aus diesen Altersklassen sind Mitglieder der Eintracht, die alles in allem 230 Mitglieder umfasst.

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Im Herrenbereich tritt Hahle bis zum Saisonende mit zwei Mannschaften an. Eine dritte musste Mitte April wegen Spielermangels abgemeldet werden.

Mittlerweile wurden die Mitglieder der Eintracht angeschrieben und auf die Situation aufmerksam gemacht. Folgendes Szenario skizziert Metenyszyn: Wenn am Freitag erneut kein Vorstand, zu dem auch noch ein Schriftführer zählt, gewählt werden kann, bleibt der aktuelle Vorstand kommissarisch im Amt. „Vielleicht kommt es dann zur Vereinsauflösung“, erläutert Metenyszyn, der früher Trainer des SV Eintracht Hahle war und nun den TSV Nesselröden trainiert. Einen entsprechenden Antrag müssten die Mitglieder stellen.

Abschreckende Wirkung könnte der Arbeitsaufwand haben. Immerhin muss beispielsweise der Fußballplatz, der in Pacht betrieben wird, gepflegt werden. Die Gemeinde mäht laut Metenyszyn einmal pro Woche eine Stunde lang den Rasen, die Eintracht muss für weiterführende Mäharbeiten zusätzlich fünf bis sechs Stunden Arbeitszeit investieren.

Erst in der vergangenen Woche zog ein Juniorenturnier 60 Zuschauer an

Metenyszyn kann nicht glauben, dass es mit der Eintracht zu Ende gehen und sie schließlich aus dem Vereinsregister gestrichen werden soll. Allein in der vergangenen Woche zog ein G-Junioren-Fußballturnier mehr als 60 Zuschauer an. „Das war toll“, sagt der Geschäftsführer.

„Finden wir keinen Vorstand, wird es darauf hinauslaufen, dass der Verein aufgelöst wird“, macht Metenyszyn deutlich – der Verein würde abgewickelt werden, der Platz an die Gemeinde übergehen. Vielleicht, so die Hoffnung, finden sich für die Vorstandsarbeit ältere Mitglieder. „Vielleicht lesen die das.“

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