31. März 2020 / 17:05 Uhr

Eintracht Northeim greift nach dem Oberligatitel im eFootball

Eintracht Northeim greift nach dem Oberligatitel im eFootball

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Die eFootball-Teams der niedersächsischen Oberligisten messen sich von Freitag, 3. April, an in der neuen e-Football-Liga des NFV.
Die eFootball-Teams der niedersächsischen Oberligisten messen sich von Freitag, 3. April, an in der neuen e-Football-Liga des NFV. © dpa
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Der FC Eintracht Northeim greift in der Oberliga nach der Meisterschaft – zumindest nach dem Titel im eFootball: Die abstiegsbedrohten Kicker vom Rhumekanal nehmen an der eFootball-Liga des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) teil, die im April ausgespielt wird.

Der NFV hat die 18 Vereine der Fußball-Oberliga dazu aufgerufen, in der pandemiebedingt spielfreien Zeit zwischen dem 3. und 26. April ihren e-Football-Meister zu ermitteln. Gespielt wird FIFA 20, an 17 Spieltagen treffen die Oberligateams an der Playstation im Modus Jeder gegen jeden aufeinander, wobei an jedem Spieltag zwei Partien gezockt werden.

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Jedes Team besteht aus zwei Akteuren, die jeweils an den heimischen Computern sitzen und mit dem Gegner online vernetzt sind. An den Spieltagen zockt die Nummer eins gegen ihr Pendant aus dem anderen Team, beispielsweise Arminia Hannover, dann messen sich die beiden anderen Spieler. Die Ergebnisse der beiden Begegnungen werden addiert, und das Spieltagsergebnis entscheidet über den Sieger und über drei Punkte für die Tabelle.

Für Northeim sind Strüber, Franke und Fahlbusch dabei

Der Northeimer Kader ist drei Spieler stark – dabei sind Jannik Strüber, Maurice Franke und Silvester Fahlbusch. „Wir wechseln uns einfach ab und spielen die 34 Spiele mit drei Leuten“, sagt Strüber, der bei Northeim „so ein bisschen“ den Hut aufhabe. Die Auswahl erfolgte per Rundruf in der Spielergruppe. Ausscheidungsspiele waren nicht nötig, Strüber, Franke und Fahlbusch hatten Bock und vertreten die Eintracht nun in der Oberliga der Zocker.

Der NFV versteht sein Angebot als Pilotprojekt. Getreu dem Motto „Ein Ball verbindet auch in schwierigsten Zeiten“ soll die eFootball-Liga zumindest die Oberligateams per Internet zusammenbringen. „In dieser schwierigen Zeit, in denen der Spiel- und Trainingsbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie ausgesetzt werden muss, kann die niedersächsische Fußballfamilie ihren Zusammenhalt dokumentieren, und eFootball gibt uns die Möglichkeit, wenigstens nicht ganz auf Fußball verzichten zu müssen“, sagt NFV-Präsident Günter Distelrath.

Eintracht: Schwabe und Weißenborn hören auf

Fußball-Oberligist FC Eintracht Northeim verzichtet in Zukunft darauf, die Sportliche Leitung und die Geschäftsführung hauptamtlich zu besetzen. „Wir werden uns von der klassischen Vorstandsführung zu einer durch Ehrenamt und Miteinander geprägten Kultur entwickeln, die auf die Mithilfe vieler Beteiligter setzt“, heißt es in einer Mitteilung. Konkret trete der Vorsitzende Tim Schwabe am 1. April eine Stelle beim Niedersächsischen Fußballverband an, fülle aber den Vorsitz bis zur Jahreshauptversammlung am 13. Juli weiter aus und unterstütze den Verein zukünftig ehrenamtlich. Ebenso Philipp Weißenborn trete am 1. August eine neue Arbeitsstelle an, auch er bleibe dem FC jedoch auf ehrenamtlicher Basis erhalten. Ziel sei „ein kleiner, repräsentativer Vorstand und eine breite Ressortstruktur“, teilte die Eintracht mit. Der Klub muss aktuell den Wegfall des Hauptsponsors verkraften. Der laufende Saisonbetrieb sei mittlerweile durch ein „großes Entgegenkommen auf Spieler- und Trainerebene“ sichergestellt.

„Der NFV möchte den Jungs ein bisschen was bieten und damit die fußballfreie Zeit überbrücken“, glaubt Strüber. Der Verband verweist auf seine Turnierserie im vergangenen Jahr mit 32 Kreismeisterschaften und dem Landesfinale, dem 2. NFV-eFootball-Cup im vergangenen Januar in der Swiss-Life-Hall in Hannover. Mit dem Oberliga-Projekt soll das Angebot erweitert werden.

Gespielt werden sogenannte englische Wochen, so sieht es der Rahmenspielplan des NFV vor. Ein Match hat eine Spieldauer von zweimal sechs Minuten, dann steht der Sieger fest. Nach viermal sechs Minuten ist der Spieltagsvergleich beendet – ein Pensum, dass innerhalb von rund drei Wochen zu bewältigen sein dürfte, zumal die Northeimer Eintracht auf drei Spieler zurückgreifen kann.


Projekt wurde offenbar kurzfristig ins Leben gerufen

Das Projekt ist offenbar recht kurzfristig aus dem Boden gestampft worden: Strüber selbst hat erst seit vergangenem Freitag, als der NFV an die Öffentlichkeit ging, Kenntnis von der eFootball-Liga, die Mitteilung des NFV kam dann am Sonnabend. Theoretisch ist es auch möglich, dass die Vergleiche bei YouTube gestreamt werden. Konkrete Pläne dafür gab es am Dienstag dem Vernehmen nach aber noch nicht.

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Northeims eFootball-Kapitän Strüber war bereits beim Kreisentscheid des Kreises Northeim-Einbeck in Höckelheim dabei, verpasste aber die Qualifikation für den Landesentscheid in Hannover. Damals wurde im Modus Zwei-gegen-Zwei an gegenüberliegenden Bildschirmen gezockt, in Corona-Zeiten sitzen die Spieler allein in der heimischen Wohnung, und es geht um den Oberligatitel. „Vielleicht können wir ja wenigstens im eFootball oben mitspielen“, sagt Strüber.

Von Eduard Warda