09. Mai 2019 / 23:55 Uhr

Eintracht-Traum geplatzt: Frankfurt scheitert nach Elfmeter-Drama an FC Chelsea

Eintracht-Traum geplatzt: Frankfurt scheitert nach Elfmeter-Drama an FC Chelsea

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bitter für Eintracht Frankfurt: Der FC Chelsea steht nach Elfmeterschießen im Finale der Europa League.
Bitter für Eintracht Frankfurt: Der FC Chelsea steht nach Elfmeterschießen im Finale der Europa League. © dpa
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Es hat nicht sein sollen: Eintracht Frankfurt ist auf bittere Art und Weise aus der Europa League ausgeschieden. Trotz kämpferischer Leistung vor allem in der zweiten Halbzeit scheiden die Hessen im Halbfinale nach Elfmeterschießen aus. Das Finale am 29. Mai 2019 findet ohne deutsche Klub-Beteiligung statt.

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Was war das denn schon wieder für ein Europa-Abend? Mit einem bitteren Ausgang für Eintracht Frankfurt. Trotz einer unglaublichen Leistung beim FC Chelsea (Hinspiel 1:1) hat die Mannschaft von Trainer Adi Hütter das Europa-League-Finale am 29. Mai in Baku verpasst. Chelsea zwang die tapfer kämpfenden Hessen in die Knie und gewann mit 5:4 (0:1, 1:1) nach Elfmeterschießen. Die Führung von Ruben Loftus-Cheek (28. Minute) egalisierte Eintracht-Star Luka Jovic in der zweiten Halbzeit (49.) und rettete seine Mannschaft so in die Verlängerung. Im Elfmeterschießen behielten die favorisierten Hausherren die Nerven: Eden Hazard schoss Chelsea mit seinem Elfmeter-Treffer ins Finale. Dort geht es für die Londoner nun im Derby gegen den FC Arsenal um den Titel. Die Frankfurter Martin Hinteregger und Goncalo Paciencia verschossen ihre Strafstöße.

Eintracht Frankfurt in Noten: Die Einzelkritik zur Niederlage gegen den FC Chelsea

Die Spieler von Eintracht Frankfurt in der Einzelkritik. Zur Galerie
Die Spieler von Eintracht Frankfurt in der Einzelkritik. ©
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Die Frankfurter begannen stark. In der Anfangsviertelstunde übte die Eintracht großen Druck auf den haushohen Favoriten aus. Die beste Chance der Hessen vereitelte allerdings Chelsea-Torwart Kepa. Der Keeper wehrte einen traumhaften Volley von Danny da Costa weltklasse ab (14. Minute). Danach wurde Chelsea plötzlich besser. Zuerst klärte Hasebe in letzter Not auf der Linie nach Kopfballverlängerung von Verteidiger David Luiz (24.), vier Minuten später war es dann aber so weit: Chelsea ging in Führung. Ruben Loftus-Cheek, im Hinspiel einer der besten Londoner, erzielte nach traumhafter Vorarbeit von Superstar Eden Hazard das 1:0 (28.).

Frankfurt glaubt nach der Pause an das Wunder

Für die Eintracht veränderte der Pausenstand allerdings nichts an der Ausgangslage. Die Frankfurter brauchten weiterhin ein Tor, um zumindest die Verlängerung zu erreichen. "Wir waren gut im Spiel - gerade mit der Chance von Danny da Costa. Wir müssen weiter dran glauben", sagte Sportdirektor Bruno Hübner in der Halbzeit. Die Hoffnungen auf den ersten Europapokal-Sieg seit 1980 (damals UEFA-Cup) waren weiter groß.

Und die Frankfurter glaubten an sich. Die Frankfurter kamen rasant aus der Kabine und waren kaum wiederzuerkennen. Erst versucht es Flügelflitzer Filip Kostic aus der Distanz (46.), dann folgte die große Erlösung für die Eintracht - das Auswärtstor in London. Und wie im Hinspiel traf wieder Stürmer-Star Luka Jovic (49.). Jovic machte zunächst nach Zuspiel von Hasebe den Ball fest, spielte dann einen Doppelpass mit Mijat Gacinovic und stand plötzlich frei vor Kepa. Völlig lässig ließ der Serbe dem Spanier im Tor keine Chance und schob überlegt unten links ein. Kurios. Kostic jubelte bereits vor dem Schuss.

25 ehemalige Spieler von Eintracht Frankfurt und was aus ihnen wurde

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Frankfurt zwingt Chelsea in die Verlängerung - Chancen auf beiden Seiten

Danach entwickelte sich ein echter Europa-Fight - mit Chancen auf beiden Seiten. Und auch die Frankfurter waren weiter gefährlich. Erst Gacinovic (60.) und dann Rode (63.) fassten sich ein Herz, wurden allerdings nicht mit einem Tor belohnt. Rode musste nach einem Pressschlag in der 70. Minute verletzt ausgewechselt werden. Böse Szene dann auch in der 80. Minute: Chelsea-Verteidiger Cesar Azpilicueta senste Gacinovic um - das hätte Rot geben müssen. Frankfurt musste noch einen Flachschuss von Olivier Giroud überstehen (89.) - dann pfiff Schiedsrichter Ovidiu Alin Hategan zur Verlängerung.

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Und Frankfurt hatte im ersten Abschnitt die dicksten Chancen: Der kurz vor der Verlängerung eingewechselte Sebastien Haller hatte Kepa erst mit seinem etwas verunglückten Volley nach Pass von Kostic (100.) und dann mit einem Kopfball nach einer Ecke (105.) schon geschlagen. Doch David Luiz, beziehungsweise Davide Zappacosta, retteten jeweils spektakulär. Die zweiten 15 Minuten wurden von Chelsea bestimmt. Erst scheiterte Emerson am glänzend aufgelegten Frankfurt-Keeper Kevin Trapp und Verteidiger Martin Hinteregger (111.), dann rettete Trapp gegen Zappacosta (115.). Ein Treffer von Eden Hazard wurde in der 117. Minute der Führungstreffer verwehrt. Er war Trapp im Fünf-Meter-Raum angegangen - und bugsierte den Ball trotzdem über die Linie.

Im Elfmeterschießen musste dann die Entscheidung her: Haller verwandelte den ersten Schuss souverän, Ross Barkley glich für Chelsea aus. Jovic stellte die Führung für Frankfurt wieder her. Kepa war sogar noch dran. Dann hielt Trapp gegen Azpilicueta - und das Elfmeter-Drama begann: Jonathan de Guzman verwandelte zum 3:1. Jorginho traf zum 3:2 aus Frankfurter Sicht. Weil Eintracht-Verteidiger Martin Hinteregger vergab, stellte David Luiz den Ausgleich wiederher. Weil auch der eingewechselte Frankfurt-Stürmer Goncalo Paciencia vergab, brachte Hazard Chelsea ins Finale. Rührende Szenen nach Abpfiff: Während die Chelsea-Fans das Stadion bereits wenige Minuten nach der Entscheidung das Stamford Bridge verließen, huldigten die tausenden mitgereisten Frankfurt-Fans ihrer Mannschaft mit lauten Gesängen.

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Im ersten Finale der neuen UEFA Europa League am 12. Mai 2010 in Hamburg gewann Atlético Madrid nach Verlängerung 2:1 gegen den FC Fulham. ©

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