16. Dezember 2021 / 14:42 Uhr

Multi-Ehrenamtler André Lüneburg: "Ich will Dinge zum Laufen bringen"

Multi-Ehrenamtler André Lüneburg: "Ich will Dinge zum Laufen bringen"

Jan-Phillip Wottge
Kieler Nachrichten
Aufopferungsvoll: André Lüneburg lebt für das Ehrenamt.
Aufopferungsvoll: André Lüneburg lebt für das Ehrenamt. © Erhard Klebenow, Jan-Philip Wottge
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Er ist der Mann für alle Fälle: André Lüneburg. Vor knapp zwei Wochen durfte sich der Ehrenamtler in das Goldene Buch der Stadt Neumünster eintragen. Der 50-Jährige setzt sich besonders für Bedürftige ein und kümmert sich um Hygienekonzepte.

Dieser Artikel ist Teil der Amateurfußball-Initiative #GABFAF. Infos auf gabfaf.de.

25 Jahre Ehrenamt liegen hinter ihm. Immer selbstlos, immer aufopferungsvoll und immer mit der Hoffnung, Dinge zum Positiven zu verbessern - so lässt sich André Lüneburg beschreiben.

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Ihm ist es zu eigen auch dann anzupacken, wenn andere bereits die Flinte ins Korn geworfen haben. Beim Fußball-Oberligisten PSV Neumünster amtiert er zur Zeit als EDV-Beauftragter, Verantwortlicher für Pressearbeit und den Social-Media-Auftritt, wirkt als Schiedsrichterobmann sowie stellvertretender Fußballobmann mit. Auch die Erstellung sämtlicher Hygienekonzepte für die Sportstätten an der Stettiner Straße fiel in seinen Schaffensbereich.

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„Eigentlich hätten wir aktuell wieder alle Hände voll zu tun“, sagt der XXL-Ehrenamtler, der auch in schwierigen Zeiten das Schmunzeln nicht verliert. Trotz aller fein ausgearbeiteten Hygienekonzepte macht ihm Corona mal wieder ein Strich durch alle Rechnung. Keine Neumünsteraner Hallenstadtmeisterschaft bedeuten auch keine Tombola. Für die ist „Lüne“ seit Jahren hauptverantwortlich. Mit dem Erlös wird Gutes getan. „Dank der Unterstützung vieler Sponsoren und Spender und dem Erlös können wir jedes Jahr Bedürftige zum Weihnachtsessen einladen“, sagt Lüneburg und erläutert: „Sie bekommen immer exakt das Essen, dass es auch bei der Weihnachtsfeier des Ligateams gibt. Da gibt es keine Unterschiede.“


Umso mehr bedauert Lüneburg, dass die liebgewonnene Aktion bereits im zweiten Jahr in Folge pausieren muss: „Unsere Ligaspieler haben immer gerne beim Servieren geholfen. Man hat in viele leuchtende Augen sehen dürfen. Als Give-away haben die Bedürftigen zumeist immer noch Artikel des täglichen Bedarfs bekommen.“

Vorreiter: Lüneburg setzte die Luca-App auf dem gesamten Vereinsgelände ein

Für Lüneburg gehört der Umgang mit Vorgaben des Gesundheitsamts schon lange zum täglich Brot. Als einer der ersten Vereine setzte der PSV Neumünster seinerzeit nach intensiver Vorbereitung durch Lüneburg die Luca-App auf dem gesamten Vereinsgelände zur Kontaktdatenerfassung ein. Jede Kabine, die jeweils nur mit acht Personen aus maximal zwei Fahrgemeinschaften belegt wurden, stattete er eigens mit einem QR-Code aus. „Das hat uns früh viel Papierkram erspart“, sagt Lüneburg, der sich immer als Teil eines funktionierenden Teams versteht: „Wir sind hier beim PSV nicht viele Ehrenamtler, aber dafür sehr gut eingespielt, weil jeder seine Aufgaben kennt und wahrnimmt.“

"Lüne" selbst steht ungern im Rampenlicht: „Ich mache das ja nicht für mein persönliches Ego, sondern um etwas zum Laufen zu bringen.“ Deswegen bildete er sich fortwährend weiter, absolvierte die B- und C-Lizenz als Vereinsmanager beim DOSB. „Das war zeitlich aufwendig, aber es eröffnet weitere Horizonte.“ Seit nunmehr 25 Jahren stellt er sich ehrenamtlich in den Dienst der Vereine. Seine sportlichen Wurzeln hat Lüneburg beim VfR Neumünster, doch als Seniorenfußballer zog es in 1990 zum Stadtrivalen Union, der 1996 mit dem Polizei-Sport-Verein fusionierte. Da war Lüneburg bereits Schriftführer des FC Union.

Beruflich verschlug es ihn 1998 nach Lübeck. In der Hansestadt wirkte er erst bis 2010 bei Fortuna St. Jürgen als Schiedsrichterobmann und Fußabteilungsleiter, ehe er 2010 zum 1. FC Phönix Lübeck übersiedelte, um dort in die Vorstandsarbeit eingebunden zu werden. 2015 kehrte der Tausendsassa nach Neumünster zurück und heuerte nach konstruktiven Gesprächen mit Fußballobmann Volker Bernaschek beim PSV Neumünster an, dem er bis heute in viele Funktionen die Treue gehalten hat.

„Ich helfe halt, wo ich kann und gewollt werde. Allerdings nur solange meine Frau mir grünes Licht gibt, aber die hat mich ja gar nicht anders kennengelernt“, schmunzelt Lüneburg.