12. November 2020 / 17:46 Uhr

"Werden echtes Vier-Reihen-Team!": So starten die Grizzlys ins Turnier der DEL-Klubs

"Werden echtes Vier-Reihen-Team!": So starten die Grizzlys ins Turnier der DEL-Klubs

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Es geht wieder los: Die Grizzlys Wolfsburg starten am Samstag ins Cup-Turnier. Coach Pat Cortina sieht seine Schützlinge gegenüber der Vorsaison tiefer aufgestellt und läuferisch besser.
Es geht wieder los: Die Grizzlys Wolfsburg starten am Samstag ins Cup-Turnier. Coach Pat Cortina sieht seine Schützlinge gegenüber der Vorsaison tiefer aufgestellt und läuferisch besser. © Photowerk
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Sie hatten nur ein Testspiel bestreiten können, aber nun beginnt eine Spielzeit für die Grizzlys Wolfsburg im Eishockey-Oberhaus. Ein Turnier, das, so der Wunsch, im Dezember direkt in einer DEL-Spielzeit münden soll. Bei einer Videokonferenz sprachen die Klub-Verantwortlichen am Donnerstag über das Turnier, die Corona-Bedingungen und die erwartete Staatshilfe, die den Etat entlastet.

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Es geht los, es geht offenbar wirklich los für die Grizzlys Wolfsburg. Denn der Wettbewerb, in den Wolfsburgs Eishockey-Profis eingreifen, ist am Mittwoch planmäßig gestartet. Im Magentasport-Cup gewannen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven mit 3:1 gegen die Krefeld Pinguine (um die früheren Wolfsburger Torsten Ankert, Kai Hospelt, Wade Bergman, Kris Foucault und den auffälligen Lucas Lessio). Diese beiden Teams sind auch Wolfsburger Gegner. Der Cup läuft bis zum Halbfinale am 10./11. Dezember in zwei Vierer-Gruppen, die Grizzlys starten am Samstag (17 Uhr) in der Eis-Arena gegen die Düsseldorfer EG. Was geht ab im Cup? Am Donnerstag nahmen Manager Charly Fliegauf, Coach Pat Cortina und Yannick Imler, einer der beiden Hygiene-Beauftragten, Stellung. Erstmals gab es damit bei den Wolfsburgern eine Video-Pressekonferenz (per Skype).

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Was geht sportlich ab?

Stand Donnerstag wird einzig Janik Möser fehlen. Der Allrounder ist krank, er werde aussetzen, so Cortina. Es sei nicht nötig, da etwas zu forcieren. Mit ihren Förderlizenzen werden Jan Nijenhuis und Steven Raabe wahrscheinlich am Wochenende für Hannover spielen. Einen weiteren Akteur müsste Cortina noch streichen. Im Magenta-Cup spielt die U23-Regel der DEL (mindestens zwei der 19 Feldspieler müssen jünger als 23 sein) keine Rolle. Ob es einen der beiden anderen U23-Akteure Maximilian Adam oder Valentin Busch trifft mit einem Tribünenplatz, ist offen. "Die Entscheidung treffe ich nach dem Vormittags-Training am Samstag", so Cortina. Letztlich sollen bis zum möglichen DEL-Start alle Einsatzzeit bekommen.

Auch wenn er nicht so viel trainieren konnte, wie die Akteure, die schon längst mit den Grizzlys üben, ist der zu Wochenbeginn eingetroffene Julian Melchiori weit genug, um ihn einsetzen zu können, meinte Cortina und fügt hinzu: "Er ist so, wie wir ihn eingeschätzt haben, "er ist ein großer Kerl, bringt viel Erfahrung mit". Alle Neuen hätten sich in den vergangenen Wochen so präsentiert, wie man es sich erhofft habe. Spannend ist Cortinas Einschätzung und Ausblick. Er glaubt: "Unser Skating wird besser sein als in der Vorsaison. Und wir sind tiefer besetzt, jetzt eine echte Vier-Reihen-Mannschaft."

Wie soll seine Mannschaft agieren? "Ich möchte in jeder Schicht fünf hart arbeitende Jungs, die da als Einheit agieren, die richtigen Lösungen finden - ein smartes Team." Der Start, sicher eine Wundertüte - das war in der Partie zwischen Bremerhaven und Krefeld zu sehen, in der alle Akteure gut und viel liefen, aber manchmal etwas wild. Cortina: "Die Vorfreude ist auch bei uns riesig, der Enthusiasmus ist groß. Das geht manchmal zu lasten der Qualität." Wobei die Qualität in dieser Trainingswoche aber "gut" gewesen sei.

Die besondere Situation

Wegen Corona unterliegen die Teams, ihr Umfeld und die Spiele vielen Auflagen, obendrein sind Fans nicht zugelassen. Die Grizzlys hängen immerhin die Banner der Fanklubs aus, es wird Sound und Lichteffekte, Tor-Musik geben. Sie sorgen damit so gut es geht für Heimspiel-Atmosphäre. "Rund 70 Personen außer den Teams werden live dabei sein", erläuterte Yannick Imler, in der Grizzlys-Organisation für diese Dinge zuständig. Dazu gehören die Vertreter der Presse und Medien, die Statistiker, das Team an Strafbänken und der Zeitnahme sowie die Fernseh-Mitarbeiter von Magenta.

Es wird engmaschig auf Corona getestet. Die Krefeld Pinguine hatten bereits einen Fall, der Spieler reiste nicht mit nach Bremerhaven. Die anreisende Mannschaft muss namentlich alle Anreisenden melden. Im Bus herrscht "außer für den Busfahrer", so erläuterte Fliegauf, "Masken-Pflicht". Man werde deshalb wahrscheinlich mehr Pausen einlegen. Angereist wird stets erst am Spieltag. Am Dienstag steht die erste Reise an - nach Krefeld. Fliegauf glaubt: "Dadurch, dass wir schon länger im Training sind und manches feinjustieren konnten, sind wir sehr gut aufgestellt, was Kontakt-Einschränkungen und möglichst kurzes, nahes Beieinandersein angeht." Letzteres ist zur Unterbrechung und zum Nachvollzug möglicher Infektionsketten wichtig.

Mehr zu den Grizzlys Wolfsburg

Corona-Hilfen und die DEL-Saison

Die möglichen Bundeshilfen hatten die Grizzlys beantragt, "wir haben einen positiven Bescheid", so Fliegauf, "das Geld ist noch nicht da, aber wir haben es einkalkuliert". Zu Summen äußerte er sich nicht. Es betrifft Zuschauereinnahmen-Ausfälle, die zu 80 Prozent erstattet würden. Zwischen 200.0000 und 400.000 Euro sollten für die Grizzlys für die Ausfälle im März sowie ab September herausspringen.

Regionale Gruppen auch in der DEL ein Modell

Anlässlich des Magentasport-Cup-Auftaktes hatte DEL-Geschäftsführer Genot Tripcke Optimismus verbreitet, dass es vor Weihnachten losgehen könnte. Zudem brachte er regionale Gruppen ins Spiel. Fliegauf teilt den Optimismus schon länger. Aus Ingolstadt und Nürnberg (sagten Start zu) gibt es positive Signale. Für Köln ist Fliegauf zuversichtlich, und "Iserlohn und Straubing arbeiten hart, Augsburg hat angekündigt, nächste Saison dabei sein zu wollen. Die Saison 2021/22 muss man im Hinterkopf haben", sagt der Manager.

Dass es zu einer regionalen Teilung kommen könnte, fände er nicht schlecht. "Vor dem Hintergrund von Corona macht das eher Sinn." Über Szenarien wie Unterbrechung oder Abbruch mache er sich keinen Kopf, da bleibe er positiv. Zum Modus hatte Tripcke angedeutet, dass es vielleicht keine Play-Offs gebe. Aber auch, dass es viele Szenarien gebe, die unter anderem auch von der Teilnehmerzahl abhänge. Am 19. November werden die Gesellschafter der Klubs über den Start befinden. Fliegauf: "Das warten wir mal ab, aber einen Spielplan wird es dann schnell geben."

Details zum Cup

Seit dem 11. November tragen acht Teams der DEL auf Einladung der Telekom den Magentasport-Cup aus. Das Finale des Turniers ist auf den 12. Dezember terminiert. In Gruppe A spielen: Krefeld Pinguine, Düsseldorfer EG, Grizzlys Wolfsburg und die Fischtown Pinguins Bremerhaven. In Gruppe B spielen: Red Bull München, Adler Mannheim, Eisbären Berlin und die Schwenninger Wild Wings.

Die Teams spielen an insgesamt 24 Spieltagen die besten vier Teams aus, die dann in Halbfinale und Finale den Gewinner ermitteln.
"Wir haben uns sehr schnell dafür entschieden, an diesem Turnier teilzunehmen. Es ist für das Eishockey und die Klubs ein sehr wichtiger Schritt. Wir freuen uns sehr, auch für alle treuen Fans, dass unsere Sportart endlich wieder präsent sein wird“, so Fliegauf.

Die ersten vier Spieltage auf einen Blick:
Spieltag 1 (11.11.20): Fischtown Pinguins Bremerhaven – Krefeld Pinguine (3:1).
Spieltag 2 (12.11.20): Adler Mannheim – Red Bull München.
Spieltag 3 (13.11.20): Eisbären Berlin – Schwenninger Wild Wings
Spieltag 4 (Samstag, 14. November, 17 Uhr): Grizzlys Wolfsburg – Düsseldorfer EG.

Die Grizzlys spielen außerdem am 17. November in Krefeld, am 20. November gegen Bremerhaven, am 28. November in Düsseldorf, am 1. Dezember gegen Krefeld und am 4. Dezember in Bremerhaven.

Die Spiele finden wochentags um 19.30 Uhr, samstags um 17 Uhr und sonntags um 14 Uhr statt.

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Bewegtbilder werden zu sehen sein im kostenpflichtigen Angebot von Magentasport.