05. Mai 2020 / 08:37 Uhr

Corona: Wenn alle Stricke reißen, hängt Furchner nochmal eine Saison an

Corona: Wenn alle Stricke reißen, hängt Furchner nochmal eine Saison an

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wolfsburg, SPORT, Eishockey, Grizzlys Wolfsburg - Nürnberg IceTigers, 06032020
Will in seiner letzten Saison unbedingt auf dem Eis stehen: Grizzlys-Routinier Sebastian Furchner. © Gero Gerewitz
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Der Routinier ist bereit: Am Sonntag feierte Sebastian Furchner seinen 38. Geburtstag - und der Kapitän der Eishockey-Profis der Grizzlys Wolfsburg ist heiß auf die Zeit nach der Corona-Krise. Egal, wann das ist...

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Im Dezember hatte "Furchi" seinen Vertrag bei den Grizzlys vorzeitig verlängert, Möglich, dass es die letzte Saison für den Stürmer ist. Aber: Ohne Spiel will das DEL-Urgestein (über 1000 Spiele im Oberhaus) nicht aufhören. „Mein Ziel ist es, dass ich spielen will – ob das nun im September, Dezember, nächstes Jahr oder erst in der folgenden Saison. Wenn es wieder losgeht, will ich bereit sein, alles andere kann ich nicht beeinflussen“, sagt der gebürtige Kaufbeurer.

Gedanken an ein Szenario wie bei Christoph Höhenleitner, dessen Karriereende zum Ende der abgelaufenen Saison bereits feststand, und der durch die Absage der Play-Offs sein letztes Spiel bereits unwissentlich in der finalen Hauptrundenpartie der DEL gemacht hatte, gab es bei Furchner also nicht. Stattdessen wird fleißig trainiert, unter anderem mit Fitness-Equipment in der eigenen Garage. „Es ist schon angenehm, fürs Training einfach nur in die Garage gehen zu müssen. Aber man vermisst die sozialen Kontakte“, so der Captain.

Allstars der Grizzlys Wolfsburg

Christoph Höhenleitner: Sein Trikot sollte einen Ehrenplatz an der Seite der stilisierten Shirts von Jan Zurek, Norm Milley und Tyler Haskins in der Eis-Arena erhalten. 13 Jahre hielt er für die Grizzlys die Knochen hin. Spielte vorn, später auch oft hinten. Schnell, intensiv, fair und oft auch brandgefährlich. 803 Partien absolvierte er im Oberhaus. Er war aus Ingolstadt gekommen. Für die Grizzlys brachte er es auf 686 Spiele und 96 Tore. Zur Galerie
Christoph Höhenleitner: Sein Trikot sollte einen Ehrenplatz an der Seite der stilisierten Shirts von Jan Zurek, Norm Milley und Tyler Haskins in der Eis-Arena erhalten. 13 Jahre hielt er für die Grizzlys die Knochen hin. Spielte vorn, später auch oft hinten. Schnell, intensiv, fair und oft auch brandgefährlich. 803 Partien absolvierte er im Oberhaus. Er war aus Ingolstadt gekommen. Für die Grizzlys brachte er es auf 686 Spiele und 96 Tore. ©

Geburtstag ohne Eltern und Schwiegereltern

In den vergangen Jahren hatte der Mannschaftsführer sich stets mit den Neuzugängen getroffen. "Normalerweise habe ich sie zum Grillen zu mir eingeladen, damit wir uns kennenlernen können", so Furchner. Das musste bisher ausfallen. Aber: "Ich habe mit allen schon mal telefoniert. Und wenn wir wieder ins Training einsteigen, sehen wir uns ja auch."

Am 8. Mai legen die Grizzlys in Kleingruppen wieder los - eine Nachricht, die die Profis mit Erleichterung aufnahmen. "Es geht wieder einen Schritt nach vorn. Nach den vielen schlechten Nachrichten der letzten Zeit war das endlich mal wieder eine gute", freut sich Furchner. "Auch gesamtgesellschaftlich. Es geht uns ja wie allen anderen, wir hoffen, dass es nach vorn geht."

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Die Zwischenzeit "habe ich ziemlich gut genutzt", so Furchner weiter. "Ich habe beim Training keinen Tag verloren. Auch zum Laufen kann man ja gut vor die Tür gehen, sonst halten wir uns aber an die Kontaktbeschränkungen." Auch an "Furchis" Geburtstag, der ohne Eltern und Schwiegereltern stattfinden musste. "Sie wären normalerweise gekommen, nehmen es aber genau. Natürlich fällt es ihnen aber schwer, nicht zu Besuch kommen zu können", sagt der Routinier. Immerhin: Beim Kleingruppentraining der Grizzlys können die Gedanken dann endlich wieder in Richtung Vorbereitung gehen - "ein kleines Stück Normalität".