18. November 2020 / 09:26 Uhr

Wolfsburgs Sportchef: Gruppen, nur 38 Spieltage - so könnte die DEL-Saison 20/21 aussehen

Wolfsburgs Sportchef: Gruppen, nur 38 Spieltage - so könnte die DEL-Saison 20/21 aussehen

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fliegauf - Grizzlys Wolfsburg - Düsseldorfer EG
Regionale Gruppen, nur 38 Spieltage: Diesen Plan für die DEL-Saison 20/21 favorisiert Wolfsburgs Sportdirektor Charly Fliegauf. © Britta Schulze
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Die 14 Klubs des Eishockey-Oberhauses befinden am Donnerstag, ob sie in eine DEL-Saison starten. Es deutet alles auf einen Start am 18. Dezember hin. Aber mit gravierenden Änderungen. Ein Plan: 38 Spieltage plus Play-Offs, regionalen Gruppen und den Abschied vom klassischen Spielwochenende.

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Am 18. Dezember soll es in der DEL wieder losgehen. Auf diesen Starttermin hatten sich die Klubs des Eishockey-Oberhauses verständigt, wenn sie sich am Donnerstag zu einem Start entschließen. In dieser Richtung sieht es gut aus. Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf skizziert gegenüber dem SPORTBUZZER ein Modell, das er favorisiert - mit regionalen Gruppen und 38 Spieltagen, das Sinn ergeben könnte. Er betont aber: "Es hängt natürlich daran, wie viele Teams dabei sind. Ich hoffe alle."

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Das könnte klappen. Mit Ingolstadt, Iserlohn und Straubing haben am Dienstag drei weitere Klubs gemeldet, dass sie eine DEL-Saison ohne Zuschauer durchstehen. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter Köln. Und vielleicht auch hinter Krefeld, das mit weiteren sieben Teams momentan schon am Magentasport-Cup teilnimmt, dessen Starter eigentlich als sichere DEL-Teilnehmer galten. Allerdings wurde jetzt den Krefelder Akteuren offenbar eine neuerliche Gehaltskürzung angetragen, was diese mit einem Kurzstreik (sie kamen ohne Warmmachen aus der Kabine zum Spiel gegen Wolfsburg) quittierten. Zuvor hatte bereits die Düsseldorfer EG offenbar erneut an der Gehaltsschraube gedreht, was zur Auflösung der Verträge von Chad Nehring und Luke Adam geführt haben dürfte.

Zweimal hatte die Liga ihren Starttermin verschoben, die Zuschauerbeschränkungen hatten ihre Kalkulationen völlig über den Haufen geworfen. Mit Hilfe von Sponsoren, Staatshilfen, Aktionen, Gehaltsverzicht und Kurzarbeit haben nun die meisten Klubs offenbar Lösungen gefunden.

Quasi als Vorlauf gibt es im Moment den Magentasport-Cup. Im jüngsten Spiel unterlagen dabei die Grizzlys Wolfsburg mit 1:3 bei den Krefeld Pinguinen.

Nord- und Südgruppe mit je sieben Teams

Die üblichen 52 Spiele wären nur noch schwerlich unterzubringen. Wie es laufen könnte, dafür hat Fliegauf, neben Berlins Peter John Lee das Manager-Urgestein der DEL, Vorstellungen, die sich wahrscheinlich nicht von denen der meisten Kollegen unterscheiden. Fliegauf: "Ich favorisiere die Zwei-Gruppen-Variante mit Nord und Süd, mit 38 Spielen und Play-Offs."

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Wolfsburgs Sportdirektor sieht dabei mehrere Vorteile: "Wir werden besser der Corona-Situation und den Hygiene-Vorgaben gerecht werden können, würden unter anderem weniger Reisen durch die gesamte Republik haben. Zugleich ist der Spielplan etwas weitmaschiger, um mögliche Ausfälle aufzufangen." Auf Basis von 14 Teams gäbe es eine Nordgruppe mit Berlin, Bremerhaven, Wolfsburg, Iserlohn, Köln, Krefeld und Düsseldorf und eine Südgruppe mit Mannheim, Schwenningen, München, Augsburg, Nürnberg, Ingolstadt und Straubing. In der Regionalgruppe würde gegen jeden Gegner eine Doppelrunde ausgetragen werden. Das macht 24 Partien. Gegen die Vertreter der anderen Gruppe würde es eine Einfachrunde (nur ein Hin- und Rückspiel) geben - macht weitere 14 Partien. Daran anschließen würden sich Play-Offs um die Meisterschaft. Liga-Chef Gernot Tripcke hatte jüngst verkündet, dass es schnell einen Spielplan geben werde, wenn man sich zum Start entschließe.

Abschied vom klassischen Spiel-Wochenende

Fliegauf kann sich sogar noch eine Veränderung, ein Novum in der DEL-Geschichte, vorstellen: "Wenn wir ohne Zuschauer spielen müssen, dann können wir vom klassischen Freitag-Sonntag-Rhythmus weggehen, die Partien eines Spieltages auf mehrere Wochentage verteilen." Das erhöht die Wertigkeit der Spiele für TV-Partner Magentasport, es erhöht zudem die Chancen für Bilder in den frei empfangbaren Programmen, was wiederum die Liga-Sichtbarkeit verstärkt sowie den Sponsoren hilft, die in den Hallen werben.