27. August 2020 / 18:29 Uhr

Eishockey: Fragezeichen hinter der Saison auch für die Grizzlys wieder größer

Eishockey: Fragezeichen hinter der Saison auch für die Grizzlys wieder größer

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
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Geht es am 13. November los? Wie viele Fans dürfen rein? Seit Donnerstag ist die Situation im Eishockey-Oberhaus und damit auch für die Grizzlys Wolfsburg (l. Gerrit Fauser) ein wenig kritischer geworden. © Gero Gerewitz / Boris Baschin
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Wird es eine Saison im Eishockey-Oberhaus geben? Werden die Grizzlys Wolfsburg und 13 Konkurrenten wie geplant am 13. November starten? Die Situation ist seit Donnerstag nach einer Sitzung von Bundesklanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder kritischer geworden.

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Die Covid-19-Pandemie hatte zuletzt wieder Fahrt aufgenommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich am Donnerstag darauf, dass eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien in den kommenden beiden Monaten einen Vorschlag für den Umgang mit Fans bei bundesweiten Sportveranstaltungen erarbeiten soll. Das Eishockey-Oberhaus hatte sich aber bis spätestens 20. September Klarheit gewünscht, unter welchen Bedingungen Zuschauer zugelassen werden können. Das große Problem für die Eishockey-Klubs, aber auch für die Profi-Ligen in Handball und Basketball: Sie sind auf Zuschauereinnahmen angewiesen.

Die DEL hatte mehrfach erklärt, dass Geisterspiele über einen längeren Zeitraum keine Option seien. Mit mehr als 30 Prozent Auslastung dürften alle Klubs kalkulieren. Bei den Grizzlys hatte Manager Charly Fliegauf erklärt: Vor nur 800 spielen wir nicht. Auf Basis der geltenden Corona-Richtlinien hatten die Wolfsburger bald darauf ein Konzept erarbeitet, das die Zulassung von über 2000 Fans für machbar hielt.

Die Stellungnahme der Grizzlys fiel verständlicherweise sparsam aus. „Wir nehmen die heutigen Beschlüsse der Politik zur Kenntnis. Erfahrungsgemäß ist es ratsam, die konkreten Umsetzungen abzuwarten. Wir werden zeitnah mit den Klubs sowie innerhalb der Ausschüsse beraten“, so Pressesprecher Christopher Gerlach.

Die Ministerpräsidenten-Runde scheint nun ein Problem ausgeräumt zu haben: Der Flickenteppich an Länder-Regeln soll für den bundesweiten Ligen-Betrieb vereinheitlicht werden. Problem aber für die Grizzlys und Co.: Wie die Regelung aussehen soll, könnte bis Ende Oktober offen bleiben - also bis zwei Wochen vor dem geplanten Start.

Die Sportlichen Leiter der Klubs und die Ligen-Leitung stiegen bereits am Donnerstag in interne Diskussionen ein, wie das politische Ergebnis des Tages zu bewerten sei, ob man bis Ende Oktober abwarten kann und wie groß das Risiko ist, dass die Regelung negativ ausfällt, die Zuschauerbegrenzung zu rigide oder total sein wird. Ausgelotet werden dürften auch die Möglichkeiten weiterer Staatshilfen. Denn die DEL will spielen. Die Grizzlys auch. Gerlach: "Wir bereiten uns weiterhin mit Blick auf den 13. November vor, damit wir auf den Punkt bereit sind, wenn es losgeht."

Die Hoffnung auf Lockerungen allgemein ging am Donnerstag dahin: Großveranstaltungen, bei denen eine Kontakt-Verfolgung und die Einhaltung von Hygiene-Regelungen nicht möglich ist, sollen mindestens bis Ende Dezember 2020 nicht stattfinden. Die Klubs der Profi-Ligen könnten über ihren Ticketverkauf die Kontakt-Verfolgung allerdings sicherstellen.