11. März 2021 / 17:13 Uhr

Es geht wieder ans Gehalt: So planen die Grizzlys Wolfsburg für die neue Saison

Es geht wieder ans Gehalt: So planen die Grizzlys Wolfsburg für die neue Saison

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
SPORT, Eishockey, Magentasport-Cup, Grizzlys Wolfsburg - Düsseldorfer EG, leere Zuschauertribüne, leere Halle
Die leeren Hallen sind nicht nur ihm ein Graus: Dennoch ist Manager Charly Fliegauf weit mit den Planungen für die neue Saison bei den Grizzlys Wolfsburg. © Brita Schulze, Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH
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Im Eishockey-Oberhaus ist die Saison im vollen Gange, aber die Vorbereitung auf die nächste Spielzeit läuft längst. Aber was heißt das eigentlich in Corona-Zeiten für Verträge und Neuverpflichtungen? So läuft es bei den Grizzlys Wolfsburg.

Im Eishockey-Oberhaus ist die Saison im vollen Gange. Auf die Grizzlys Wolfsburg warten binnen sechs Tagen die letzten drei Partien in der Nordgruppe. Zuerst geht es am Freitag (20.30 Uhr) gegen die Kölner Haie. Wichtige Partien - aber die Vorbereitungen für die nächste Spielzeit laufen auch. Was heißt das eigentlich in Corona-Zeiten für Verträge und Neuverpflichtungen?

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Mit spitzem Bleistift rechnen Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf und Finanzchef Hartmut Rickel immer. In den vergangenen Monaten dürfte die Bleistiftspitze öfter abgebrochen sein, weil sie stetig nachgeschärft wurde. Es hatte sich schon länger abgezeichnet und überrascht nicht - die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie tragen auch in die kommende Spielzeit hinein. Das stellt die Klubs finanziell wieder vor große Herausforderungen. Die Grizzlys allerdings sehen sich gewappnet. Auch deshalb haben sie schon etliche Verträge verlängert.

Die Konditionen waren schon ausgehandelt. Nämlich dann, wenn es mehrjährige Verträge waren. Fliegauf erklärt: „Alle mehrjährigen Verträge, und das waren nicht wenige, wurden mit den Spielern und deren Beratern in den letzten Wochen angepasst und einheitlich für die Saison 2021/22 prozentual reduziert. Die Gespräche waren sehr fair und offen geführt. Die Reduzierung wurde von allen Spielern gleichermaßen mitgetragen. Das zeigt, dass wir hier mittlerweile ein sehr großes gegenseitiges Vertrauen aufgebaut haben.“

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Werden oder wurden Optionen für das nächste Spieljahr gezogen - bei Janik Möser dürfte das der Fall gewesen sein, dann wurde hier über die gleiche Anpassung wie bei den bestehenden Verträgen verhandelt, „die Summen im Optionsjahr ebenfalls entsprechend prozentual reduziert“, so der Manager.

Bei den Spielern, mit denen man sich über neue Verträge geeinigt habe (etwa Spencer Machacek), mussten logischerweise neu verhandelt werden. Die neuen Kontrakte dürften sich unterhalb des Niveaus der Saison 2019/20 bewegen, in der wegen der Pandemie die Play-Offs ausfallen mussten.

Denn der Gürtel wird eng geschnallt. Die Hoffnung auf eine Rückkehr der Fans, die im Sommer da war, hatte sich bald darauf zerschlagen. Der Begriff Gehaltsstundung, den sowohl Spieler als auch Klubs in der Frühphase der Gespräche um Reduzierung der Bezüge verwendet hatten, verschwand bald aus dem Sprachgebrauch. Im Rahmen der Regelungen hätten die Klubs den Spielern Nachschlag gezahlt, wenn die Einnahmen, etwa durch Fan-Zulassung in den Arenen, wieder gestiegen wären.


Denn es kamen Geisterspiele. Zwar sparten die Vereine hier auch an Ausgaben, zum Beispiel, weil sie viel weniger Hotelübernachtungen für die Auswärtsspiele brauchten, doch auf der anderen Seite war das Eingesparte (und mehr) gleich wieder weg - etwa für die regelmäßigen PCR-Tests des gesamten Kaders und Staffs.

Die Corona-Hilfen des Bundes, mit denen der Einnahme-Ausfall durch Zuschauer-Ausschluss um bis zu 80 Prozent kompensiert werden kann, helfen den Grizzlys mehr als manchem Groß-Klub - ihr Verlust ist nicht so groß, weil sie weit weniger Besucher haben als etwa Köln oder Mannheim und Berlin.

Ein finanzieller Balance-Akt wird auch die kommende Saison. Selbst wenn sie wieder vor Zuschauern stattfindet. Fliegauf: „Diese Corona-Saison zeigte uns bisher mehr als deutlich, wie wichtig es war, von Anfang an alle Partner, Spieler, Trainer, Mitarbeiter und Sponsoren mit ins Boot zu holen und gemeinsam durch diese schwere Zeit zu gehen. Alle haben unter diesen Bedingungen einen unheimlich guten Job gemacht. Nicht zuletzt das Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit bildet das wirtschaftliche Fundament, um auch künftig eine sportlich gute Rolle in der DEL spielen zu können.“