04. Mai 2021 / 14:18 Uhr

Grizzlys vor dem Titel! Verbot für Fan-Aktionen ums Spiel am Mittwoch 

Grizzlys vor dem Titel! Verbot für Fan-Aktionen ums Spiel am Mittwoch 

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die Fans fiebern mit, während die Grizzlys in eigener Halle um die erste Meisterschaft spielen: Barbara Radzinski mit ihrem Deutsch-Drahthaar-Mix Ronni (v.l. im Uhrzeigersinn), Thomas Horn, Dirk Gawlak mit Sohn Pierre, Sven Koch, Sean Sclater und Bernd Opi Lubahn.
Die Fans fiebern mit, während die Grizzlys in eigener Halle um die erste Meisterschaft spielen: Barbara Radzinski mit ihrem Deutsch-Drahthaar-Mix Ronni (v.l. im Uhrzeigersinn), Thomas Horn, Dirk Gawlak mit Sohn Pierre, Sven Koch, Sean Sclater und Bernd "Opi" Lubahn. © City-Press GmbH/Privat (6)
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Die Grizzlys Wolfsburg gehen am Mittwoch mit einem Sieg im Rücken in das zweite DEL-Finalspiel gegen die Eisbären Berlin und könnten in eigener Halle die erste Meisterschaft der Vereinshistorie feiern. Klar ist: Auf die Präsenz der Fans muss die Mannschaft am Mittwoch verzichten, eine geplante Fan-Aktion wurde von der Polizei und der Stadt Wolfsburg nicht genehmigt. Wie geht es den Fans, die mögliche Meisterschaft nur vor dem TV-Gerät verfolgen zu können? 

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Die Grizzlys Wolfsburg stehen kurz vor der ersten Meisterschaft der Vereinsgeschichte, am vergangenen Sonntag holte sich das Team von Chefcoach Pat Cortina den ersten Sieg im Best-of-Three-Modus bei den Eisbären Berlin. Am Mittwoch können die Wolfsburger die Meisterschaft in eigener Halle perfekt machen. Die Wolfsburger Fans hatten der Mannschaft vor dem Beginn der Play-Offs mit einem Auto-Korso einen Motivationsschub mitgegeben, auch vor dem Heimspiel gegen die Eisbären wollte der Fanrat um Thomas Lubahn die Grizzlys-Anhänger mobilisieren, um die Mannschaft zu pushen. Für die Aktion hat die Polizei und die Stadt Wolfsburg aber keine Freigabe erteilt. Wie ist die Gefühlslage der Fans, die die Partie von der heimischen Couch aus verfolgen müssen, statt sie im Stadion anzufeuern? Der SPORTBUZZER hat sich umgehört.

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Barbara Radzinski:"Ich glaube fest daran und hoffe, dass sie den Titel am Mittwoch holen werden. Die Mannschaft wird es sich nicht mehr nehmen lassen. Sie möchten sich selbst belohnen und die Motivation und Kraft werden sie haben, um das hinzubekommen. Beim Auto-Korso konnte ich nicht dabei sein, ich fand es aber wichtig, dass die Mannschaft sehen konnte, dass wir sie unterstützen. Ich habe schon als kleines Mädchen zusammen mit meinen Eltern Eishockey geschaut, jetzt schaue ich die Spiele zusammen mit meinem Mann."

Dirk Gawlak: " Ich habe alle Spiele gesehen. Wenn mir im Februar jemand gesagt hätte, dass wir im Finale stehen, mit einer Führung, das hätte ich nie gedacht. Die Mannschaft hat einen unglaublich starken Willen, die Spiele gegen Mannheim haben das deutlich gezeigt. Die Spielweise stellt jede Mannschaft vor Probleme. Es war nicht immer die letzte Konsequenz dabei, aber jetzt wollen sie den Titel unbedingt gewinnen, das sieht man. Die Grizzlys könnten der 100. deutsche Eishockey-Meister werden, das wird auf Ewig im Gespräch bleiben. Der Auto-Korso vor Beginn der Play-Offs war eine super Aktion und hat gezeigt, was wir innerhalb von zwei Tagen zusammenbekommen haben. Ich bin total stolz, dass ich ein Teil dieser Fan-Gemeinschaft sein darf."

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Bernd „Opi“ Lubahn: " Ich habe alle Saison-Spiele gesehen, die guten wie die schlechten. Es ist schade, dass alles ohne Zuschauer stattgefunden hat, die Mannschaft hätte es verdient, vor voller Hütte zu spielen. Ich finde es auch gut, dass Manager Charly Fliegauf auch nach der negativ-Serie an Trainer Pat Cortina festgehalten hat. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die den Titel holen, weil die Mannschaft sich so gesteigert hat. Gegen Mannheim, das war ein vorweggenommenes Finale. Dass das Spiel acht Minuten ohne Unterbrechung so lief, das habe ich bisher noch nicht erlebt. Und dabei bin ich schon mein Leben lang Grizzlys-Fan, habe auch die Spiele gegen Bad Nauheim, Essen und Ratingen miterlebt. Der Auto-Korso war eine tolle Aktion und hat der Mannschaft einen Schub für die Play-Offs gegeben."

Sean Sclater: " Es ist erstaunlich, was die Mannschaft bisher geleistet hat. Allein im Viertelfinale gegen Bremerhaven, wo sie in der Hauptrunde nicht so gut gegen ausgesehen hatten. Und wie sie dann gegen den amtierenden Meister Mannheim zurückgekommen sind, Wahnsinn. Wenn man die Defensive sieht, die macht einen starken Eindruck. Und die Chancen, die wir haben, die machen wir rein. Ich will noch nicht zu doll jubeln, es wird auch am Mittwoch wieder ein enges Spiel werden. Aber es ist schon toll, mit dieser Führung in das Spiel zu gehen. Es tut weh, nicht bei der Mannschaft sein zu können und sie anzupeitschen. Es ist so nicht das wahre Eishockey. Wir hätten die Hütte abgerissen, wenn die Mannschaft Mittwoch die Meisterschaft gewinnt."

Sven Koch: "Als Dauerkarten-Besitzer ist es enorm traurig nicht dabei sein zu dürfen, aber zu jeden Spieltag wird das Wohnzimmer zur Fankurve und kann schon mal etwas lauter werden. Bei den ersten Spielen während der Saison habe ich mir nur erhofft, in die Play-Offs zu kommen. Nach dem Erreichen des Halbfinals hat man schon über einen vierten Platz gefreut, aber diese Teamleistung stimmt mich zuversichtlich das wir den ersten Titel holen können."

Thomas Horn: "Ich bin schon seit Urzeiten Grizzlys-Fan, habe mein erstes Spiel in der Saison 1981/1982 gesehen. Die Mannschaft wirkt geschlossen und das System funktioniert gut. Sie sind spielerisch nicht unbedingt die beste Mannschaft, aber sie sind das bessere Team. Egal ob Finale oder nicht, aber der Sport und das ganze Drumherum, sich mit anderen Leuten im Stadion zu treffen, fehlen einem."