26. August 2020 / 07:51 Uhr

"Jeder gibt dem anderen Tipps": Vertreter aller Nordklubs treffen sich bei Scorpions

"Jeder gibt dem anderen Tipps": Vertreter aller Nordklubs treffen sich bei Scorpions

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mit Abstand zusammen: Vertreter der 13 Oberliga-Nord-Klubs treffen sich in Mellendorf bei den Scorpions.
Mit Abstand zusammen: Vertreter der 13 Oberliga-Nord-Klubs treffen sich in Mellendorf bei den Scorpions. © Stephan Hartung
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Die 13 Vereine der Eishockey-Oberliga Nord wollen künftig stärker zusammenarbeiten. Bei einem Treffen bei den Hannover Scorpions tauschten sich ihre Vertreter sieben Stunden lang offen über die drängendsten Themen aus. Wichtigste Erkenntnis: Alle Klubs wollen mit dem Livestream Sprade TV kooperieren.

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Die Vereine der Eishockey-Oberliga wollen enger zusammenrücken. Das haben sie nun in Mellendorf getan – natürlich unter Einhaltung der nötigen Abstände. Sieben Stunden dauerte die Versammlung im Icehouse, dem Restaurant am Mellendorfer Eisstadion.

"Es war wieder ein sehr gutes Treffen"

Die wichtigste Erkenntnis nach der Besprechung vieler Themen: Mit dem verstärkten Einstieg in den Live­stream Sprade TV könnte man den wirtschaftlichen Schaden in Grenzen halten, der sich bei einer möglicherweise drastischen Reduzierung der zugelassenen Besucherzahlen ergäbe.

„Es war wieder ein sehr gutes Treffen der gesamten Liga, wie schon vor ein paar Wochen in Leipzig. Alle spielen mit offenen Karten, jeder gibt dem anderen Tipps und berichtet von eigenen Erfahrungen“, sagt Eric Haselbacher. Der Sportchef der Hannover Scorpions war zusammen mit Tobias Stolikowski, Trainer und Teammanager der Scorpions, der Gastgeber. Außer den Scorpions waren auch die anderen zwölf Klubs der Staffel Nord mit ihren Verantwortlichen vertreten.

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Interessant aus Haselbachers Sicht war auch der Informationsaustausch, wie viele Zuschauer aktuell bei den Vereinen zugelassen sind – das ist für Sportveranstaltungen in jedem Bundesland anders. „Bei uns in Niedersachsen sind es 500, in Nordrhein-Westfalen nur 300. Ganz anders ist es beim Aufsteiger Diez-Limburg. Denn Rheinland-Pfalz lässt derzeit 1000 Menschen zu – und die Limburger haben ein Fassungsvermögen von 3000 Plätzen mit sehr vielen Sitzen“, berichtet der Scorpions-Sportchef.

Übertragungen haben für Vereine funktioniert

Umso wichtiger wird es sein, andere Möglichkeiten auszuschöpfen. Einige Vereine der Oberliga sind bereits Partner von Sprade TV, außer den Scorpions auch die Hannover Indians. Diese Kooperationen sollen nun ausgebaut werden. „Die anderen Vereine wollen jetzt auch zu Sprade TV“, sagt Haselbacher und berichtet von guten Erfahrungen mit dem Internetanbieter, der nicht nur dank mehrerer Kameras im Stadion recht professionell aufgestellt ist.

Haselbacher rechnet vor, dass schon vor Corona Sprade TV betriebswirtschaftlich funktioniert hat. „Wir hatten durchschnittlich 250 Buchungen pro Spiel, konnten aber unseren Zuschauerschnitt im Stadion trotzdem von 1000 auf 1250 Leute steigern.“ Wer im Internet bei Sprade TV ein Spiel bucht, muss 5,50 Euro bezahlen.

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Auf der Tagesordnung standen auch Themen wie Kurzarbeitergeld, Reduzierung der Testspiele, Hilfen aus der Politik und die unterschiedlichen Szenarien zum Spielplan. Nach aktuellem Stand soll die Saison am 16. Oktober beginnen. Mit einer Doppelrunde. „Wir sind uns aber bewusst, dass es eine eineinhalbfache Runde oder eine Einfachrunde geben kann, sollte die Saison wegen Corona zu späteren Zeitpunkten starten“, sagt Haselbacher.

Weitere Treffen sollen folgen

Es gibt also genug Themen für weitere Ligaversammlungen. Weitere Treffen soll es in Kürze geben. „Zunächst warten wir aber ab, ob die Leipziger am 4. September ihre Lizenz erhalten. Danach machen wir eine Videokonferenz, später wird es dann eine erneute Versammlung geben – wo auch immer“, sagt Eric Haselbacher.

Was bereits feststeht, ist ein anderer Termin: Am 16. September beginnt in Mellendorf die Eisaufbereitung.