18. März 2020 / 10:52 Uhr

Putzwahn und Studium: So vertreibt sich Indians-Routinier Nicolas Turnwald die Quarantäne-Zeit

Putzwahn und Studium: So vertreibt sich Indians-Routinier Nicolas Turnwald die Quarantäne-Zeit

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Nicolas Turnwald (links) von den Hannover Indians beim Torjubel.
Nicolas Turnwald (links) von den Hannover Indians beim Torjubel. © Florian Petrow
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Nicolas Turnwald, Verteidiger der Hannover Indians nimmt seine Zwangsquarantäne mit Humor - und vertreibt sich die Zeit unter anderem mit Studium und Playstation zocken. Eine tägliche Videobotschaft des Teams an die Fans soll helfen, über die ausgefallenen Play-offs hinwegzutrösten.

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Weil es bei den Hannover Indians einen Corona-Fall gab, befinden sich Spieler, Trainer und Betreuer des Eishockey-Oberligisten derzeit in Quarantäne. Darunter auch Verteidiger Nico Turnwald. „Meinen Frühjahrsputz habe ich schon gemacht. Die Wohnung ist so sauber wie noch nie“, sagt er und lacht. Aktuell geht es ihm sehr gut, er verspürt keinerlei Symptome. „Und solange das so ist, gibt es auch keinen Test.“

Frisch verlängerter Vertrag

Turnwald nimmt die aktuelle Lage also mit Humor und sieht sie entspannt – kann er sowieso. Denn er hat seinen Vertrag bei den Indians um zwei Jahre verlängert. Er gehört damit zu den dienstältesten ECH-Akteuren und geht in seine sechste und siebte Saison am Pferdeturm, wohin er in der Spielzeit 2015/2016 von den Blue Devils Weiden wechselte. „Wir hatten im Januar schon erste Gespräche, zum Ende der regulären Saison wurde alles fix gemacht.“

„Verträge werden in den Play-offs gemacht“

Das gebe natürlich ein gutes Gefühl, schon jetzt Sicherheit und einen Vertrag in der Tasche zu haben – vor allem über zwei Jahre, im Eishockey werden oft nur Jahresverträge abgeschlossen. „Denn wie heißt es immer so schön: Verträge werden in den Play-offs gemacht.“ Die Play-offs, während der sich viele Spieler für einen neuen Kontrakt empfehlen können, fallen aber wegen der Corona-Krise aus.

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„Play-off-Absage tut nochmal weh“

„Das ist noch immer bitter. Man arbeitet die ganze Saison für die Play-offs und eine gute Ausgangslage. Das tat jetzt am vergangenen Wochenende, als es losgehen sollte, nochmal weh.“ Die endgültige Absage der Saison erfolgte seitens des Deutschen Eishockey-Bundes am vergangenen Mittwoch.

„Ein bisschen fällt mir die Decke schon auf den Kopf“

Bereits am Dienstag, als es die ersten Verdachtsfälle bei den Indians gab, begann beim ECH die Quarantäne. „Bis Sonntag muss ich noch durchhalten. Ein bisschen fällt mir die Decke schon auf den Kopf“, sagt Turnwald, dessen Freundin für ihn die Einkäufe erledigt „Dafür hat sie nun auch mein Auto.“

"Gerade jetzt bei den frühlingshaften Temperaturen tut es weh, nicht nach draußen zu dürfen“, sagt Turnwald und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Ich habe die Fenster aufgemacht und die Sonne reingelassen – aber es ist dann eben doch anders, als wenn man draußen ist.“

Nico Turnwald befindet sich in Quarantäne. Im Mittelpunkt stehen in dieser Zeit sein Studium sowie Eishockey auf der Playstation. 
Nico Turnwald befindet sich in Quarantäne. Im Mittelpunkt stehen in dieser Zeit sein Studium sowie Eishockey auf der Playstation.  © Privat
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Viel Playstation und Büffeln

Der 29-Jährige wohnt in Anderten, Tiergarten und Annateich sind nicht weit entfernt. „Dort laufe ich gern meine Runden.“ Daher bleibt also nur Sport an der Playstation. Natürlich Eishockey. „Vieler meiner Mannschaftskollegen sind online. Dann spielen wir NHL Hockey“, sagt Turnwald. In der National Hockey League (NHL) gibt es zwar nicht die Indians, bei der auszuwählenden Mannschaft hat Turnwald trotzdem ein eindeutiges Lieblingsteam. „Ganz klar, ich nehme immer die Pittsburgh Penguins.“ Die kompletten Play-offs hat er mit den Penguins zwar noch nicht durchgespielt bis zur Meisterschaft, dem Gewinn des Stanley-Cups. „Aber wer weiß, noch habe ich ein paar Tage Zeit dafür.“

Die Quarantäne nutzt er ansonsten für sein Studium der Wirtschaftswissenschaften, verbringt viel Zeit mit dem Lernen des Semesterstoffs.

Die Bilder der Derbys zwischen den Indians und Scorpions:

Derby im Stadion am Pferderturm vom 16. Februar 2018: Brian Gibbons (Scorpions) guckt nicht begeistert, dahinter jubelt die torhungrige Mannschaft der Indians. Zur Galerie
Derby im Stadion am Pferderturm vom 16. Februar 2018: Brian Gibbons (Scorpions) guckt nicht begeistert, dahinter jubelt die torhungrige Mannschaft der Indians. ©

Videogruß-Serie für die Fans statt Abschlussfeier

Wie es ihm geht und dass er seinen Vertrag verlängert hat, teilte Nico Turnwald den Indians-Fans per Videobotschaft mit. Das ist Teil einer Gruß-Serie, die die Spieler derzeit täglich an ihre Anhänger richten als Ersatz für die ausgefallene Saisonabschlussparty.

Ebenfalls keine Feier bei den Scorpions – Trikotversteigerung am Telefon

Auch bei den Hannover Scorpions gab es keine Feier, damit erledigte sich auch die traditionelle Trikotversteigerung. Die Fans können online oder per Anruf auf der Geschäftsstelle ihre Gebote für die jeweiligen Trikots abgeben.