07. Juli 2020 / 19:06 Uhr

Eishockey: Penny steigt bei der DEL ein, Grizzlys Wolfsburg froh

Eishockey: Penny steigt bei der DEL ein, Grizzlys Wolfsburg froh

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
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Froh, dass mit Penny ein potenter Partner für die Liga und den Deutschen Eishockey-Bund gefunden wurde: Grizzlys-Manager Charly Fliegauf. © Archiv /DEB
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Das ist neu - und extrem wichtig für das deutsche Eishockey und damit auch für die Grizzlys Wolfsburg. Die Deutsche Eishockey-Liga hat erstmals einen Titelsponsor. Die Rewe-Lebensmittel-Tochter Penny steigt ein. Bis 2024.

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Über die finanziellen Details wurde Stillschweigen vereinbart, der SPORTBUZZER erfuhr aber: jeder Klub erhält pro Saison einen sechsstelligen Betrag aus dem Erlös des Deals, der die DEL zur Penny-DEL macht. Ein Penny im Namen, doch was für die Klubs bleibt, ist eher große Münze. Manager Charly Fliegauf von den Grizzlys Wolfsburg mochte sich zur Größenordnung des Vertrages zwar nicht äußern, sagt aber: "Das ist in in diesen Zeiten mehr als nur eine schöne Nachricht." Der Kölner Express sprach von drei Millionen Euro jährlich, die der Vertrag dem Eishockey-Oberhaus jährlich einbringen soll. Die DEL-Klubs rechnen mit erheblichen Einnahme-Verlusten durch die Pandemie, hatten deshalb mit ihren Profis schon neue Verträge vereinbart, nach denen die auf bis zu 25 Prozent des Gehalts verzichten sollen. Und: Der Vertrag mit Covestro (war kein Titel-Sponsor) als Hauptsponsor war ausgelaufen, trotz schwieriger Zeiten wurde nun Ersatz gefunden.

Penny wird auch auf der Unter-Eis-Werbung in den Stadien zu sehen sein. Die Partnerschaft mit dem Eishockey ist sehr breit angelegt, umfasst nämlich auch eine Premium-Partnerschaft mit dem Deutschen Eishockey-Bund. Der Eishockey-Spitzenverband wird mit dem zur Rewe-Gruppe gehörenden Unternehmen über vier Jahre bis zum Ende der Saison 2023/24 zusammenarbeiten. Penny wird unter anderem auf der Spielkleidung der A-Nationalmannschaften der Frauen und Männer werben und mit dem Markenlogo auf allen Druckerzeugnissen und Kommunikationskanälen im Rahmen der DEB-Länderspiele vertreten sein.

Grizzlys beraten jetzt, wie spät sie ins Training starten

Klar ist, was den Ligabetrieb angeht, inzwischen, dass die DEL-Saison erst nach dem 1. November beginnen wird. Für die Grizzlys heißt das, dass sie den geplanten Trainingsstart verschieben. "Wie weit, beraten wir mit dem Trainerstab gerade", sagt Fliegauf. Es dürfte sich sich um mindestens vier Wochen handeln. Eher mehr, wenn man sonst etwa sechs Wochen Eis hat, der Start nun aber um fast acht Wochen verschoben wird. Obendrein ist weiter offen, inwieweit und unter welchen Bedingungen Eishockey-Training erlaubt wird. Konzepte erarbeitet die Task Force Eishockey gerade mit anderen deutschen Mannschaftssport-Ligen.

Eis gibt es später, Nachwuchs braucht es früh

Bei Einhaltung des geplanten Starttermins 18. September hätte die Vorbereitung Anfang August begonnen. Dann hätte es auch schon Eis in der Arena gegeben. Das wird jetzt auch erst später bereitetet. Wie spät, ist noch offen. Der Grizzlys-Nachwuchs bräuchte es im August. Die DNL-U17 soll nämlich bereits vom 11. bis zum 13. September ein Relegationsturnier (SPORTBUZZER berichtete) um den Klassenerhalt in Dresden bestreiten. Der für den Nachwuchs zuständige Grizzlys-Geschäftsführer Rainer Schumacher sagt: "Da sollten wir schon etwa drei Wochen vorher auf Schlittschuhen trainiert haben." Coach der U17 ist übrigens Christoph Höhenleitner, der seine aktive Karriere mit der vergangenen Saison beendet hat.

Mehr zu den Grizzlys Wolfsburg

Die Gespräche mit der Stadt als Eis-Arena-Betreiber laufen. Vielleicht fällt das Turnier, das sich noch auf die alte Saison bezieht, aber auch aus. Weißwasser, neben Wolfsburg und Crimmitschau in der Relegation, hat Protest beim Spielgericht eingelegt. Die Entscheidung soll nächste Woche ergehen. Weißwasser möchte wie Wolfsburg, dass die DNL im Norden, so wie im Süden aufgestockt wird, nachdem sie wegen der Corona-Epidemie abgebrochen wurde.