06. November 2020 / 08:29 Uhr

FAQ zur neuen Eiszeit: Scorpions und Indians starten in eine besondere Saison

FAQ zur neuen Eiszeit: Scorpions und Indians starten in eine besondere Saison

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bei allen Besonderheiten: Dass die Scorpions (links) und Indians am liebsten viel Grund zum Jubeln haben wollen, steht außer Frage.
Bei allen Besonderheiten: Dass die Scorpions (links) und Indians am liebsten viel Grund zum Jubeln haben wollen, steht außer Frage. © Florian Petrow
Anzeige

Die Saison in der Oberliga Nord beginnt am Freitag mit sechs Wochen Verzug zum ursprünglichen Termin. Es ist auch für die Hannover Indians und Scorpions keine Spielzeit wie jede andere, kann sie in Corona-Zeiten auch nicht sein. Der SPORTBUZZER beantwortet die wichtigsten Fragen vor dem Auftakt.

Anzeige

Wie gehen die Vereine in die Saison?

Ob Profi- oder Amateursport, ob Kunst oder Kultur: Jeder Veranstalter muss in Corona-Zeiten ein Hygienekonzept vorlegen. Das ha­ben auch die Hannover In­di­ans und die Hannover Scorpions erledigt – und dieses vom Gesundheitsamt ge­neh­migt bekommen.

Anzeige

Wichtiger Baustein darin: die Einteilung ihrer Stadien in Sektoren für Gruppen, der Verzicht auf Stehplätze und ein geregeltes Wegesystem zur Vermeidung von Begegnungen. Wichtig wird das frühestens im Dezember. Im laufenden Monat müssen die Partien noch ohne Zuschauer stattfinden.

Mehr Berichte aus der Region

Macht es ohne Zuschauer überhaupt Sinn?

Genau darüber wurde in der Sommerpause viel diskutiert. Denn Eishockey gehört wie Handball oder Basketball zu den Sportarten, bei denen die Einnahmen aus Ticketverkäufen elementar wichtig sind. Wie lange die Oberligisten durchhalten, auch bei einer Rückkehr zur 20-Prozent-Regel, wonach wenigstens ein Fünftel der Hallenkapazität nutzbar ist, wird sich zeigen.

Immerhin: Sie können Corona-Soforthilfen des Bundes beantragen. Außerdem werden sie an Buchungen, die pro Spiel beim In­ter­net-­Live­stream „sprade. tv“ eingehen, beteiligt.


Geht es aus diesen Gründen überhaupt um sportliche Ziele?

„Wir werden alles daransetzen, dass wir unseren Sport und unseren Standort erhalten. Das ist unser Ziel“, sagt Indians-Geschäftsführer Andy Gysau. Und auch Eric Haselbacher, Sportchef der Scorpions, empfindet die sportliche Ausrichtung als zweitrangig, „gleichwohl wollen wir natürlich sicher die Play-offs erreichen“.

Ist eine komplette Saison wegen des späteren Beginns möglich?

Ja, es schiebt sich nur alles nach hinten. Bislang galt immer: Wer im April noch auf dem Eis steht, hat es weit in den Play-offs ge­schafft. Diesmal endet die Hauptrunde, in der die 13 Teams der Staffel Nord wie bisher jeweils viermal gegeneinander spielen, am 5. April. Vier Tage später schließen sich die Play-offs an.

Bilder vom Eishockey-Testspiel zwischen den Hannover Indians und Saale Bulls Halle

Die Hannover Indians haben das letzte Testspiel vor dem Oberliga-Start gegen die Saale Bulls Halle mit 1:7 verloren. Zur Galerie
Die Hannover Indians haben das letzte Testspiel vor dem Oberliga-Start gegen die Saale Bulls Halle mit 1:7 verloren. ©

Das Auftaktprogramm hat es in sich …

… und das gilt für beide hannoverschen Mannschaften. Der ECH hat am Freitag Dauermeister Tilburg Trappers zu Gast (20 Uhr, Pferdeturm). Die Scorpions treten zeitgleich bei den Crocodiles Hamburg an, Dritter des Vorjahres. Am Sonntag (18.30 Uhr) kommt es be­reits zum Derby in Mellendorf – wie immer, könnte man sagen. Denn ein solch frühes Nachbarschaftsduell hat bei der Spielplanansetzung Tradition. Ebenfalls Tradition: Derbysiege der Scorpions, in der Vorsaison gewannen sie alle vier Duelle.

Gelten für die Trappers andere Regeln?

Allerdings. Während die deutschen Oberligisten als Profisportler ihren Beruf ausüben, also Training und Punktspiele bestreiten dürfen, unterliegen die Niederländer den Verordnungen ihres Heimatlands. Sie dürfen ihre Halle nicht betreten. Fürs Training fahren sie derzeit nach Grefrath in Nordrhein-Westfalen, alle Heimspiele bestreiten sie vorerst beim jeweiligen Auswärtsteam.

Bilder vom Eishockey-Testspiel zwischen den Hannover Scorpions und Hammer Eisbären

Bilder vom Eishockey-Testspiel zwischen den Hannover Scorpions und Hammer Eisbären Zur Galerie
Bilder vom Eishockey-Testspiel zwischen den Hannover Scorpions und Hammer Eisbären ©

Gibt es weitere Besonderheiten?

Nach dem Spiel verzichten die Akteure auf den traditionellen Handschlag, sie klopfen nur mit dem Schläger aufs Eis und winken sich zu. Mögliche Infektionen soll eine putzige Regelneuheit vermeiden: Wenn Spieler auf dem Eis etwas unter Männern klären, also handgreiflich, dann ziehen sie meist ihre Handschuhe aus. Das ist in Corona-Zeiten keine gute Idee, ab sofort gibt es hier bereits eine pauschale Spieldauerdisziplinarstrafe, bevor die Fäuste fliegen.

Bedeutet: Prügeln geht auch in Corona-Zeiten, aber bitte mit Handschuhen.