10. Februar 2020 / 05:44 Uhr

Elez gesperrt, Felipe verletzt – nur Anton fit: Wie verteidigt 96 gegen Hamburg?

Elez gesperrt, Felipe verletzt – nur Anton fit: Wie verteidigt 96 gegen Hamburg?

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Profi Josip Elez flog in Fürth nach einem Handspiel vom Platz.
96-Profi Josip Elez flog in Fürth nach einem Handspiel vom Platz. © imago
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Nach Gelb-Rot für Josip Elez und der Oberschenkelverletzung von Felipe ist Waldemar Anton der einzig einsetzbare Innenverteidiger bei Hannover 96 – und der startete in Fürth im Mittelfeld. Trainer Kocak meint vor dem Spiel gegen den Hamburger SV: "Wir werden uns etwas einfallen lassen."

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Es genügt ja nicht, dass Abwehrmann Waldemar Anton ins eigene Tor schießt wie beim 3:1 in Fürth. Dass 96 im Winter keinen Innenverteidiger mehr verpflichtete, war schon das erste Eigentor des Jahres gewesen.

Josip Elez nahm sich nun in Fürth mit Gelb-Rot durch das Handspiel im Strafraum aus dem Spiel. Felipe traf der Blitzschmerz in den Oberschenkel. Auch er wird gegen Hamburg ausfallen nächste Woche. „Die erste Diagnose geht in Richtung Zerrung, wenn wir Glück haben“, sagte Trainer Kenan Kocak zu Felipes Verletzung. „Wenn wir Pech haben, ist es ein Faserriss, dann wird er die nächsten Wochen ausfallen.“ Bleibt nur Anton. Derselbe Anton, der in Fürth im Mittelfeld startete.

Maina gegen Hamburg in der 96-Abwehr?

„Waldi hat bewiesen, dass er hinten einspringen kann“, sagte Torwart Ron-Robert Zieler nachher. Und auch Linton Maina hatte keine Befürchtung, dass er nächste Woche plötzlich hinten spielen muss. „Glaube ich nicht“, sagte Maina scherzhaft. Aber ein Spaß ist das nicht mehr, was sich in Hannovers Defensive abspielt.

Marcel Franke (Knieprobleme) wird bis zum Hamburg-Spiel nicht fit – und auch Timo Hübers ist mit seiner Reha bestimmt noch zwei Monate von seinem Comeback entfernt. Macht zusammen vier Ausfälle in der Innenverteidigung. Von Fehlplanung zu sprechen ist im Fall der 96-Abwehr noch untertrieben.

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Tor: 
Martin Hansen (Rückennummer 25) Zur Galerie
Tor: Martin Hansen (Rückennummer 25) ©

„Wir werden uns etwas einfallen lassen“, sagte Kocak, der nie ein Geheimnis daraus machte, dass er im Winter noch einen Verteidiger dazu holen wollte. Aber wie in den vergangenen Jahren – nach dem Abgang von Salif Sané und den Verletzungen von Felipe – verpasste 96 die Chance, sich an dieser Stelle gezielt zu verstärken.

Hannover 96 notnagelte sich über die Zeit

Kocak zog in der Schlussphase in Fürth Anton nach hinten und Jannes Horn in die Innenverteidigung, Matthias Ostrzolek kam als Linksverteidiger. So notnagelte sich 96 über die Zeit. Erfolgreich allerdings, wie man gestehen muss.

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<b>Ron-Robert Zieler</b>: Nach dem Patzer, der gegen Wiesbaden zuletzt den Sieg kostete, diesmal stark. Hält vor der Pause mehrfach die Führung mit Klasseparaden fest – und dann auch noch den Elfmeter von Hrgota. Note 1 Zur Galerie
Ron-Robert Zieler: Nach dem Patzer, der gegen Wiesbaden zuletzt den Sieg kostete, diesmal stark. Hält vor der Pause mehrfach die Führung mit Klasseparaden fest – und dann auch noch den Elfmeter von Hrgota. Note 1 ©

96 hatte ohnehin schon Probleme mit der letzten Verteidigungskette, vor allem in der Luft. Der Einzige, der sich bei Kopfbällen hervortat, war Felipe – und Hendrik Weydandt, wenn er spielte. Aber auch der Stürmer ist verletzt. 96 hat sich durch die vielen Ausfälle kleiner gemacht als nötig.

Zieler wird nicht immer so einen weltmeisterlichen Tag haben wie in Fürth. „Wir haben seinen Fehler gegen Wiesbaden nicht hoch gehängt und tun das auch jetzt nicht mit der Leistung in Fürth“, sagte Kocak. Aber dem Torwart hatte 96 letztlich den Sieg zu verdanken. Er muss die Luftkämpfe nun auch gegen Hamburg gewinnen. Es ist ja sonst (fast) keiner mehr da.

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