10. Mai 2022 / 10:48 Uhr

Elf persönliche Fragen an Norman Bock

Elf persönliche Fragen an Norman Bock

Andrè Haase
Kieler Nachrichten
Heute stand uns Norman Bock, hier bei einem Vortrag des SHFV, Rede und Antwort.
Heute stand uns Norman Bock, hier bei einem Vortrag des SHFV, Rede und Antwort. © Privat/hfr
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Der KN-SPORTBUZZER konfrontiert die Fußballtrainer der Region mit elf Fragen unterschiedlichster Art. Im Vordergrund stehen natürlich Sachverhalte, die in einem fußballerischen Zusammenhang stehen. Auf die Coaches warten jedoch auch Fragen, die persönliche, alltägliche oder gesellschaftliche Aspekte thematisieren. Diesmal stellt sich Norman Bock vom TSV Vineta Audorf unseren Fragen.

KN-SPORTBUZZER: Welches Buch empfiehlst du gerne weiter?

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Norman Bock: Da ich in meinem Leben bisher nicht viele Bücher gelesen habe, kann ich da keine besonderen Empfehlungen abgeben. Aktuell wäre es wohl Lauf, Wigald, lauf. Meistens sind es Marathon-Bücher oder DFB-Fußballtrainingsbücher.

Bei welcher Kabinenansprache wärst du gerne dabei gewesen?

Da gibt es schon einige. Gar nicht mal aktuelle Trainer, da wird eher analysiert und eingestellt.

Auf welche eigene Leistung bist du besonders stolz?

Da gibt es mehrere. Auf meine beiden wundervollen Kinder Jonne und Hanne, die vier Jahre und ein Jahr alt sind. Das ich mich inzwischen in meine eigene Mitte bringen kann. Was früher sicherlich nicht immer gelang. Ausgeglichener oder zufriedener, erfahrener? Keine Ahnung. Älter wohl einfach.
Ich mit 37 Jahren schon im 25. Trainerjahr bin und dass ich dadurch schon sehr sehr viele Spieler trainieren durfte und ich sicherlich auch ein kleines Stück ihr Leben etwas geprägt habe. Und Sie auch meins. Das ich zu jedem Spieler ein ehrliches Verhältnis habe und dadurch auch viele Freunde gewonnen habe.


Wie müsste eine Schlagzeile lauten, die du gerne über dich lesen würdest?

Da gibt es so keine. Ich würde mich eher über allgemeine Schlagzeilen freuen. Krieg ist beendet. Kein Rückgang der Jugendmannschaft trotz Corona-Loch. Das wären gute Schlagzeilen.

Welche Worte verwendest du extrem häufig?

(Bock lacht). Diese Frage habe ich einfach meiner Mannschaft mal gestellt und dabei diese Antworten bekommen: Alles Scheiße, aber alles gut – ich habe auch nicht viel – Der Star ist der Trainer – Mehr Tiefe – Dreiecke bilden – dann kann auch ich da noch mitspielen – Was ist bitte die Idee dabei – Männer, das ist doch nur ein Einwurf – Lasst den Schiri in Ruhe – Scheer stelle ich nie wieder auf links. Ich würde für mich meinen, dass ich zu oft: Quasi, ok oder äähmm sage. Eines dafr aber nicht fehlen. Ich sage nach Niederlagen off: Wenn ihr verliert, hat immer der Trainer die Schuld. Nicht die Spieler.

Was wäre das erste, was du auf einer einsamen Insel tun würdest?

Ich würde alles erkunden und dann an einem geeigneten Ort ein Basiscamp errichten. Was ich wahrscheinlich ohne Hilfe gar nicht handwerklich könnte.

Welchem Trainer würdest du gerne mal eine Woche über die Schulter schauen?

Aktuell wohl gerne mal Steffen Baumgart vom 1. FC köln. Wobei ehemalige Trainer mehr reizen. Durch einige Dokus erfährt man ja schon, was in der Kabine da so passiert. Rudi Völler bei der WM 2002 zum Beispiel. Oder eben auch einfach mal denen, die einen Blick verändern lassen? Stiftung Drachensee Fußball zum Beispiel, oder einfach beim F-Jugendtrainer, was der so für Sorgen und Nöte unter der Woche erlebt, die einem gar nicht bewusst sind.

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Welche Fußballarena würdest du gerne einmal betreten?

Ich fühle mich tatsächlich in den Stadien des Amateursports wohler. Wenn, dann wäre es wohl ein Derby in der Türkei zwischen Galatasaray und Fenerbahce Istanbul.

Wenn dein Leben verfilmt werden würde – welcher Schauspieler sollte dich darstellen?

Da ich ja oft in meinen Gewichtzustand schwanke und dennoch sportlich bin, bleibt wohl nur Kevin James durch seine Darstellung des Doug Heffernan in der Sitcom King of Queens, übrig. Wobei mein Lieblingsschauspieler der britisch-irischer Theater- und Filmschauspieler Daniel Day-Lewis ist.

Angenommen du dürftest die erste Runde im DFB-Pokal auslosen – welche Spielpaarungen würdest du gerne ziehen?

Keine Ahnung, wäre mir ehrlich gesagt auch egal. Ich finde den Kreispokal besser. Aber da in meiner Truppe viele HSV-Anhänger sind, wäre es wohl TSV Vineta Audorf gegen den Hamburger SV

Was ist deiner Ansicht nach das größte Problem/Defizit im Amateurfußball?

Das größte Problem ist, dass wir zu viele Kinder von der G bis F-Jugend später bis zur A-Jugend verlieren. Fast jeder Verein hat 40 Kinder in der G- oder F-Jugend, jedoch dann ab der C Jugend oft keine Mannschaft mehr. Darum müssen auch alle Kinder mehr Spielzeit haben und mehr gefördert werden. Das passiert mit mehr Erlebnissen und mehr Ballkontakten. Und natürlich ist es inzwischen so, dass es viel mehr Sport- und Freizeit-Aktivitäten gibt außerhalb des Fußballs. Weniger Kinder/Fußballer und mehr Konkurrenz-Sportarten. Der berufliche und familiäre Druck steigt dazu auch oft und lässt eben auch einige Aktivitäten nicht mehr so zu, wie es wünschenswert wäre.