10. November 2020 / 17:32 Uhr

Bundesliga debattiert über Elfmeter-Rekord – Mats Hummels: "Werden viel zu viele gepfiffen"

Bundesliga debattiert über Elfmeter-Rekord – Mats Hummels: "Werden viel zu viele gepfiffen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach sieben Spieltagen wurden bereits 30 Elfmeter in der Bundesliga registriert. Aus Sicht von BVB-Verteidiger Mats Hummels sind es zu viele.
Nach sieben Spieltagen wurden bereits 30 Elfmeter in der Bundesliga registriert. Aus Sicht von BVB-Verteidiger Mats Hummels sind es zu viele. © imago images/Montage
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In der Bundesliga gibt es in der Saison 2020/21 Elfmeter en masse - schon 30 sind es nach nur sieben Spieltagen. So viele wie noch nie. Für Weltmeister Mats Hummels sogar "viel zu viele", wie er auf Twitter erklärte.

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Noch nie gab es nach sieben Spieltagen so viele Elfmeter in der Bundesliga. Schon 30 Mal zeigten die Schiedsrichter in dieser Saison auf den Punkt. Allein am vergangenen Wochenende wurden ligaweit zehn Strafstöße gepfiffen - die teilweise heftig umstritten waren. "Ungeheuerlich" fand Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider einen Pfiff beim 2:2 gegen Mainz, "ein Witz" war für den Freiburger Christian Günter der Strafstoß, den der SC gegen RB Leipzig (0:3) kassierte.

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In die Debatte um den Rekord an Strafstoß-Pfiffen hat sich nun auch Weltmeister Mats Hummels eingeschaltet. Der Innenverteidiger von Borussia Dortmund nahm am Samstag zwar an der einzigen Partie des Spieltags teil, wo es keinen Elfmeter gab (das Topspiel gegen den FC Bayern verlor der BVB mit 2:3), macht sich jedoch trotzdem Sorgen um die aktuelle Entwicklung. "Mal ein Kommentar von einem Spieler dazu", twitterte er zu einem Artikel des Magazins Kicker und meinte: "Es werden viel zu viele Elfmeter gepfiffen."

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Dies gelte "sowohl bei Handspielen als auch bei angeblichen Fouls - Stichwort Kontakt", so Hummels weiter. Der Weltmeister bezog sich damit auf eine Aussage von Freiburgs Trainer Christian Streich. Dieser hatte nach der Niederlage der Breisgauer gegen Leipzig verärgert erklärt: "Ich dachte immer, es muss ein Foul geben. Heutzutage heißt es Kontakt." Referee Felix Zwayer hatte zuvor einen Zweikampf zwischen Nicolas Höfler und Christopher Nkunku als strafstoßwürdig eingestuft. "Wenn ich das jetzt noch so sehe, ist es für mich sogar ein Witz", sagte SC-Kapitän Christian Günter später bei Sky. "Er trifft ihn eigentlich nicht mal." Der Vorwurf: durch den VAR werden selbst kleinste "Kontakte" (zu) hart bestraft.

VAR und verschärfte Hand-Regel als Ursache?

Übrigens ist das Elfmeter-Phänomen am Wochenende nicht nur in Deutschland aufgetreten: Auch in der Premier League gab es einige Strafstöße, darunter zwei im Topspiel zwischen Manchester City und Liverpool (1:1) und den Elfmeter, den Leipzig-Leihgabe Ademola Lookman für den FC Fulham gegen West Ham United (0:1) verschoss. In Spanien unterlag Real Madrid mit 1:4 beim FC Valencia und musste dabei sogar einen Strafstoß-Dreierpack von Carlos Soler quittieren.


Warum werden häufiger denn je auf den Punkt gezeigt? Insbesondere der Einfluss des Videoassistenten kommt hier wohl vermehrt zum Tragen. Durch das "Adlerauge", den Video-Überblick auch in der Zeitlupe, kommen viel mehr (vermeintliche) Vergehen als zuvor ans Tageslicht - die Tendenz ist außerdem klar: wenn der Videoschiedsrichter sich beim Hauptreferee meldet, zeigt dieser häufig auf den Punkt. Zudem dürfte die deutliche Verschärfung der Handspielregel vor der vergangenen Saison durch die Regelhüter des IFAB eine Rolle spielen - allein sieben der 30 Strafstöße waren Handelfmeter. Einzig vor sieben Jahren waren es zum gleichen Zeitpunkt der Saison mehr.