13. August 2022 / 19:19 Uhr

Frankfurt-Keeper Trapp motzt nach Elfmeter-Wirbel über VAR – Schiedsrichter Willenborg kontert

Frankfurt-Keeper Trapp motzt nach Elfmeter-Wirbel über VAR – Schiedsrichter Willenborg kontert

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Eintracht-Keeper Kevin Trapp (links) motzt über den VAR, doch Schiedsrichter Frank Willenborg kontert.
Eintracht-Keeper Kevin Trapp (links) motzt über den VAR, doch Schiedsrichter Frank Willenborg kontert. © IMAGO/Eibner/Osnapix (Montage)
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Große Aufregung in Berlin um einen vermeintlichen Elfmeter für Eintracht Frankfurt. Kurz vor Spielende zeigte Schiedsrichter Frank Willenborg nach einem angeblichen Foul von Hertha-Keeper Oliver Christensen an Rafael Borré auf den Punkt, nahm den Strafstoß aber nach VAR-Eingriff wieder zurück. Kurz nach Abpfiff erklärte der DFB-Referee seine Entscheidung.

Frankfurt-Kapitän Kevin Trapp verstand nach Spielende die Fußball-Welt nicht mehr: Beim Remis seiner Eintracht in Berlin (1:1) gab es in der Schlussphase eine knifflige Elfmeterentscheidung. Schiedsrichter Frank Willenborg entschied zwei Minuten vor dem Ende auf Strafstoß für Frankfurt, weil Hertha-Torwart Oliver Christensen Eintracht-Stürmer Rafael Borré mit der Hand gefoult haben soll. Nach minutenlangem Videostudium revidierte der Referee aber sein Urteil – zum Unmut von Trapp: "Der Videoschiedsrichter ist da, um klare Fehlentscheidungen zu revidieren", motzte der SGE-Keeper bei Sky. "Wenn der Schiedsrichter gefühlt zehn Minuten braucht, um diese Entscheidung zurückzunehmen, ist es für mich keine klare Fehlentscheidung." Willenborg sah das jedoch anders – und verteidigte sich beim Pay-TV-Sender.

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"Meine Wahrnehmung auf dem Spielfeld war die, dass der Torwart dem Stürmer den Fuß wegzieht", sagte der DFB-Referee. Deshalb habe er auch zunächst auf Foul des Berlin-Keepers und Strafstoß entschieden. "Es schien eine klare Sache zu sein", fügte Willenborg an. Es schien jedoch nur so: "Meine Wahrnehmung deckte sich aber nicht mit den Bildern des Videoschiedsrichters. Dann habe ich entschieden, mir das noch mal anzuschauen." Auf dem Monitor am Spielfeldrand habe er dann schließlich gesehen, "dass es zwar eine Berührung gibt, aber die nicht ursächlich ist für das Fallen des Spielers. Für mich ist das ein Streifen." In anderen Situationen hätte er die "kleine Berührung" schließlich auch nicht gepfiffen, meinte der 43-Jährige – "und daher habe ich diesen Strafstoß zurückgenommen", begründete Willenborg seine Entscheidung.

Der Osnabrücker ging zudem auf die Kritik von Trapp ein, dass es sich angesichts der Dauer der Video-Überprüfung eigentlich nicht um eine klare Fehlentscheidung gehandelt haben könne. "Mir ist auf jeden Fall wichtig, dass am Ende die richtige Entscheidung rauskommt – und dann nehme ich mir die Zeit, das auch richtig zu bewerten", entgegnete Willenborg. "Es gibt unterschiedliche Kameraperspektiven. Ich möchte nicht verpassen, die richtige Einstellung nicht gesehen zu haben. Das dauert dann vielleicht einen Moment länger."