03. April 2022 / 15:17 Uhr

Elfmeter in letzter Sekunde: Chemie Leipzig ringt Jena mit 3:2 nieder

Elfmeter in letzter Sekunde: Chemie Leipzig ringt Jena mit 3:2 nieder

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
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PP220403CvJ20 © Picture Point
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Grenzenloser Jubel bei den Leutzschern! In letzter Sekunde gelingt per Strafstoß der Sieg gegen Carl Zeiss Jena - und damit drei wichtige Punkte.

Leipzig. Drei Wochen nach Spitzenreiter BFC Dynamo (1:1) ließ am Sonntag ein weiterer Favorit und Verein mit klangvollem Namen im Alfred-Kunze-Sportpark Punkte. Regionalligist BSG Chemie Leipzig holte in letzter Sekunde gegen den FC Carl Zeiss Jena sogar einen Dreier. Chemie kam vor knapp 5000 Zuschauern nach zweimaligem Rückstand immer wieder zurück und gewann den offenen Schlagabtausch mit 3:2 (1:1). Den Siegtreffer besorgte Denis Jäpel vom Elfmeterpunkt. Danach gab es Raufereien auf dem Feld, weil sich die Thüringer beim Elfmeterpfiff unfair behandelt fühlten.

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Traditionsduell, ausverkauftes Haus, endlich wieder alle Fans im Stadion, voller Auswärtsblock: Chemie gegen Jena weckte große Erwartungen im Vorfeld. Der Jenaer Anhang, mit 750 Leuten angereist, zeigte sich gleich von seiner problematischen Seite und provozierte Polizei und Ordnungskräfte. Nachdem alles beruhigt war, füllte sich das Stadion bis auf die maximale Kapazität: 4999 Fans waren gekommen. Nachdem sich der Pyronebel gelegt und der Anpfiff ertönt war, tasteten sich beide Teams erste einmal ab. Mehr als unverhofft kamen die Gäste, angereist als Tabellenzweiter und mit noch theoretischen Aufstiegshoffnungen ausgestattet, zum Führungstor. Benny Bellot, der sonst so sichere und auch fußballerisch starke Torhüter, leistete sich einen ganz dicken Klops und spielte einen Abschlag direkt in die Füße von Oesterhelweg, der blitzschnell reagierte und den Ball aus 30 Metern ins leere Tor hob. Das 0:1 wie aus dem Nichts, Chemie erst mal geschockt (7.).

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Die BSG Chemie Leipzig besiegt in letzter Sekunde den FC Carl Zeiss Jena mit 3:2. Zur Galerie
Die BSG Chemie Leipzig besiegt in letzter Sekunde den FC Carl Zeiss Jena mit 3:2. ©

Jena wirkte fußballerisch etwas reifer, Chemie hielt mit der nominell und gefühlt offensivsten Mannschaft seit "Menschengedenken" dagegen. Mit Denis Mast, Florian Brügmann, Lucas Surek, Alex Bury und Timo Mauer standen spielstarke Akteure gemeinsam auf dem Rasen - in dieser Aufstellung hatten die Chemiker zuvor noch nie gespielt. Die größeren Chancen hatten in der Folgezeit auch die Hausherren. Nach zwölf Minuten wurden sowohl Mauers als auch Reinhardts Schüsse auf der Linie geklärt, Masts Freistoß aus 18 Metern parierte Torwart Sedlak. Auch Jena hatte eine Doppelchance, scheiterte aber an Bellot. Der umjubelte Ausgleich fiel nach einem Freistoß. Die Spezialisten hatten sich auf Bury als Schützen geeinigt, der den Baall scharf und flach ins untere Eck wuchtete.

Hälfte zwei brachte den Fans ein packendes Fußballspiel. Erst die erneute Führung für Jena, als Krauß auf Wolfram spielte und der mit trockenem Flachschuss ins untere linke Eck vollendete (50.). Jena dominierte danach, stand nach Eiseles Schuss und seinem Innenpfosten-Kopfball kurz vor dem dritten Treffer. Aber Chemie kämpfte sich zurück. Als Brügmann von rechts flankte, stand Reinhardt goldrichtig und donnerte den Ball aus 18 Metern in den Winkel - Tor des Monats zum 2:2 (67.)! Dann bediente Müller Mast, der volley abzog, aber nur das Außennetz traf (70.). Zehn Minuten später rettete Mast auf der Linie gegen Oesterhelweg. In der letzten Sekunde dann die Entscheidung durch Jäpel - und grenzenloser Jubel beim Leutzscher Anhang über den ersten Regionalliga-Erfolg seit Anfang Februar.

Chemie: Bellot - Brügmann (70. Müller), Horschig, Karau, Surek - Reinhard, Bury - Kanther (87. Wendt) - Mauer (64. Jäpel), Kirstein (87. Wajer), Mast; Tore: 0:1 Oesterhelweg (7.), 1:1 Bury (35.), 1:2 Wolfram (50.), 2:2 Reinhardt (67.), 3:2 Jäpel (95.)