26. April 2021 / 11:10 Uhr

Elmar Paulke: Im Darts naht ein Generationenwechsel - das zeigt die Premier League

Elmar Paulke: Im Darts naht ein Generationenwechsel - das zeigt die Premier League

Elmar Paulke
Aufstrebender Superstar und schwächelnder Dominator: Die Darts-Generation um Nathan Aspinall (l.) fordert die langjährigen Top-Spieler wie Michael van Gerwen heraus.
Aufstrebender Superstar und schwächelnder Dominator: Die Darts-Generation um Nathan Aspinall (l.) fordert die langjährigen Top-Spieler wie Michael van Gerwen heraus. © Getty Images (Montage)
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Auftakt zur neuen Darts-Kolumne von Elmar Paulke im SPORTBUZZER. Paulke meint: Eine neue Generation läuft den langjährigen Stars der Szene gerade allmählich den Rang ab. Die Debütanten in der Premier League spielen groß auf – und machen Michael van Gerwen und Co. das Leben schwer. Noch sei aber offen, welche Rolle die fehlenden Zuschauer spielen.

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Die laufende Premier-League-Saison hat bisher ganz deutlich gezeigt: Es bahnt sich eine Veränderung an der Spitze der Darts-Welt an. Es deutet sich immer mehr ein Generationenwechsel an. Bezeichnend dafür war allein der 9. Spieltag. Michael van Gerwen verlor gegen Emporkömmling Jonny Clayton mit 3:7 und Gary Anderson unterlag Nathan Aspinall gar mit 2:7.

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Zwei der ursprünglich zehn Starter sind nun ausgeschieden: Der Titelverteidiger Glen Durrant und Rob Cross, Weltmeister von 2018. Bei Durrant sei erwähnt, dass er seit seiner Corona-Erkrankung im vorigen Herbst nicht mehr zur Form findet. In der Premier League zeigte er als Vorjahressieger eine historisch schwache Leistung, erreichte teilweise nicht einmal einen Average von 80 Punkten. Experten, Zuschauer und sogar die Gegner leiden mit dem schwächelnden Engländer. Ein befreundeter Infektiologe schrieb mir und merkte an, dass Durrants Auftreten durchaus mit Long-Covid-Syndromen zu erklären sei. An der Stelle gilt: Daumen drücken. Durrant selbst kündigte an, erst einmal eine Pause einzulegen.

Derweil stehen aufstrebende Spieler derzeit an der Spitze der Premier League. Aspinall und auch Dimitri van den Bergh zählen schon einige Jahre zum erweiterten Kreis der Top-Spieler, lassen sich nun aber kaum mehr von Sprüchen des langzeitigen Dominators Michael van Gerwen oder konstanten Leistungen des Ex-Weltmeisters Peter Wright beeindrucken.

Van Gerwen, Wright und Co. setzen nun vor allem noch auf einen Trumpf: Die Rückkehr der Zuschauer. Besonders offensichtlich wird diese Hoffnung, wenn man auf die Leistungen des niederländischen Top-Stars seit dem World Matchplay 2020 blickt, das vor leeren Rängen ausgetragen wurde. Bei den großen Turnieren gelang van Gerwen wenig, abgesehen vom Sieg bei den Players Championship Finals. Die diesjährige Ausgabe des World Matchplay soll, so der Plan der PDC, wieder mit Fans stattfinden.

Es ist der letzte Strohhalm für die Stars um MvG. Sie werden versuchen, die Zuschauer so ausgiebig wie selten zuvor zu nutzen und sie auf ihre Seite zu ziehen. Allein: Ob das die sportliche Entwicklung der vergangenen Wochen umkehren kann, ist völlig offen.

Auch in Deutschland steht eine neue Generation bereit

Übrigens steht in Deutschland auch eine Reihe von jungen und hungrigen Spielern in den Startlöchern für eine tolle Karriere auf der internationalen Bühne. Das zeigte die gerade zu Ende gegangene Super League. Neben Gewinner Martin Schindler, der im Dezember zum dritten Mal bei der WM im Alexandra Palace dabei sein wird, zeigten Finalist Florian Hempel mit einem Neun-Darter und Nico Springer gute Leistungen. Hinzu kommen die bereits WM-erfahrenen Max Hopp und Nico Kurz ihr Können. Der deutsche Darts-Fan darf also Hoffnung haben.