02. Januar 2020 / 14:21 Uhr

Elmar Paulke über Darts-Weltmeister Peter Wright: Deshalb ist der Titel so wichtig für ihn

Elmar Paulke über Darts-Weltmeister Peter Wright: Deshalb ist der Titel so wichtig für ihn

Elmar Paulke
Aus Sicht von SPORTBUZZER-Kolumnist Elmar Paulke ist Peter Wrights erster WM-Titel mehr als verdient.
Aus Sicht von SPORTBUZZER-Kolumnist Elmar Paulke ist Peter Wrights erster WM-Titel mehr als verdient. © Steven Paston/PA Wire/dpa/Montage
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Peter Wright besiegte im Finale der Darts-WM den Dominator Michael van Gerwen und ist erstmals Weltmeister. DAZN-Kommentator Elmar Paulke beschreibt in seiner SPORTBUZZER-Kolumne, wieso Wright den Titel absolut verdient – und warum er für den Schotten so wichtig ist.

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Ein Sieg von Peter Wright bei der Darts-WM 2020 – wer hätte das vor dem Turnier gedacht? Vor allem aber: Wer hätte das nach seiner Zweitrunden-Partie gedacht? Gegen den Philippiner Noel Malicdem stand der Schotte kurz vor dem Aus, kam erst in einem Entscheidungs-Leg überhaupt weiter. Doch genau das macht den Sport aus. Schon oft gab es diese Situationen, auch im Tennis: Der Spieler ist eigentlich schon ausgeschieden, aber plötzlich kommt dieser eine Moment – und der trägt ihn durch das ganze Turnier. Bei Wright war das der Fall, als er gegen Malicdem 302 Punkte mit nur sechs Darts auscheckte.

Umso emotionaler ist der WM-Sieg für den 49-Jährigen. Und es ist ein Riesen-Erfolg, auf den er schon lange warten musste! Wright galt schon als der ewige Zweite, hatte zuvor nur einen großen Titel geholt. Vor allem Endspiele gegen Michael van Gerwen gerieten zum Alptraum: In neun aufeinanderfolgenden Finals gegen MvG bei großen Turnieren war Wright zuvor unterlegen. Dass diese schwarze Serie des Schotten ausgerechnet im WM-Finale endete, macht die Sensation perfekt.

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Die neue mentale Stärke des Peter Wright

Doch so überraschend dieser Erfolg ist, so verdient ist er letztlich auch. Vor der WM galten van Gerwen und Gerwyn Price als Favoriten auf den Titel, ein Finale der beiden schien bereits festzustehen. Doch Wright hat im Halbfinale den Waliser und dann im Endspiel „Mighty Mike“ bezwungen – verdienter geht es also nicht.

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In beiden Spielen hat Wright genau das Richtige gemacht. Der Zoff mit Price hat ihm den Einzug ins Finale beschert. Zwar gab er zu, dass er sich „wie ein Clown“ benommen hat, als er seinem Kontrahenten nach dem gewonnen ersten Satz die Zunge rausstreckte und ihn anstachelte. Doch dadurch brachte er den emotionalen Ex-Rugby-Profi aus dem Konzept. Wright hat es verstanden, über die mentale Schiene die Partie zu seinen Gunsten zu entscheiden. Gegen van Gerwen hat er dann sein bestes Spiel gezeigt, der Niederländer fand zudem nicht in sein Spiel. Als MvG im fünften Satz sechsmal das Doppel verpasste, war er eigentlich schon gebrochen.

Alle Darts-Fans gönnten Wright den Gewinn des WM-Titels von Herzen. Doch der Publikumsliebling selbst konnte den Erfolg kaum fassen. Er brach in Tränen aus, das war wirklich rührend. Erstmals im Turnier war seine gesamte Familie im „Ally Pally“. Seine Frau Joanne kam sogar auf die Bühne, das macht sie sonst nie. Es zeigt aber eindrucksvoll, wie wichtig der Sieg war. Wright drohte zur tragischen Figur des Darts zu werden – doch nun hat er wieder eine dieser Geschichten geschrieben, von der dieses Turnier Jahr für Jahr lebt.

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