11. Oktober 2021 / 18:18 Uhr

Von Star Elmas bis Trainer Milevski: Nordmazedonien-Experte Vujcic checkt den DFB-Gegner

Von Star Elmas bis Trainer Milevski: Nordmazedonien-Experte Vujcic checkt den DFB-Gegner

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ex-Profi Stephan Vujcic (links) kennt Nordmazedoniens Star Eljif Elmas (Mitte) bestens. Von Trainer Blagoja Milevski (rechts) ist Vujcic überzeugt.
Ex-Profi Stephan Vujcic (links) kennt Nordmazedoniens Star Eljif Elmas (Mitte) bestens. Von Trainer Blagoja Milevski (rechts) ist Vujcic überzeugt. © IMAGO/Antonio Balasco/Pius Koller/Christoph Hellwig/USC Paloma (Montage)
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Die WM-Qualifikation für Katar geht in die entscheidende Phase. Die DFB-Auswahl will in Nordmazedonien das mit 1:2 verlorene Hinspiel vergessen machen. Der SPORTBUZZER checkt zusammen mit Ex-Profi Stephan Vujcic den nächsten deutschen Gegner.

Fünftes Spiel, fünfter Sieg? Hansi Flick will seine Startserie als Bundestrainer an diesem Montag (20.45 Uhr, RTL) in Nordmazedonien fortsetzen. Als Spitzenreiter der Gruppe J liegt das DFB-Team jeweils sechs Punkte vor dem Gastgeber und dem Tabellendritten Armenien. Vor dem zweiten Duell macht der SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), den Gegner-Check zusammen mit Stephan Vujcic. Der inzwischen 35-Jährige kickte über sechs Jahre in der Prva liga, Nordmazedoniens Top-Liga

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Die Ausgangslage

Nordmazedonien steht punktgleich mit Armenien (jeweils 12 Zähler) auf Platz zwei vor Rumänien (10). Das Duell um den Playoff-Platz entwickelt sich damit zu einem Dreikampf. Nordmazedonien spielt nach dem Duell mit Deutschland noch in Armenien (11. November) und zuhause gegen Island (14. November). "Ich rechne dem Team mit Blick auf den zweiten Rang ganz gute Chancen aus. Hinter der Mannschaft liegt eine ansprechende Entwicklung. Wenn es die ärgerlichen Unentschieden gegen Armenien, Island und Rumänien nicht gegeben hätte, wäre die Ausgangslage für das WM-Ticket überragend - jetzt ist sie nur gut. Wenn es Platz zwei wird, kommt es natürlich auf den Gegner in den Playoffs an", sagt Vujcic im Gespräch mit dem SPORTBUZZER.

Die Stars

Nach dem Rücktritt von Superstar Goran Pandev rückt besonders ein Name auch auf internationaler Ebene in den Fokus - Eljif Elmas. Der offensive Mittelfeldspieler steht bei Serie-A-Spitzenreiter SSC Neapel unter Vertrag. Bereits seit 2017 gehört der erst 22-Jährige zum Aufgebot der nordmazedonischen Nationalmannschaft. Ausgebildet wurde er beim Hauptstadt-Verein Rabotnicki Skopje. Vujcic absolvierte selbst fast 100 Spiele für den Klub und kann sich noch gut an Elmas erinnern. "Eljif kam mit 15 Jahren bei uns zum Training. Ich habe ihm anfangs unter die Arme gegriffen. Es war abzusehen, dass vor ihm eine große Karriere liegt. Er war schon mit 18 Stammspieler in der Türkei bei Fenerbahce Istanbul. Eljif ist ein bodenständiger Junge, der hart an sich arbeitet", sagt Vujcic, der aber auch den aktuell verletzten Enis Bardhi von UD Levante zu den Nordmazedonien-Stars zählt.

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Die Talente

Bis auf Elmas gibt es nur wenig junge Spieler, denen der internationale Durchbruch zuzutrauen ist. Vujcic nennt nur einen Profi, den man auch aus der Bundesliga kennt - Darko Churlinov. Der Rechtsaußen ist aktuell vom VfB Stuttgart an den FC Schalke 04 verliehen, konnte sich dort aber noch keinen Stammplatz erkämpfen. "Er könnte vielleicht mal ein guter Bundesliga-Spieler werden. Es gibt viele Spieler in seinem Alter auf dem gleichen Niveau. Ob von denen aber einer auf internationaler Ebene in Erscheinung treten wird ist eher fraglich. Die Generation ist dennoch für nordmazedonische Verhältnisse gut. 2017 waren einige bei der U21-EM mit dabei", sagte der 35-jährige Ex-Profi.

Der Trainer

Blagoja Milevski verantwortet nach dem Abschied von Starspieler Pandev aus der Nationalelf einen Umbruch. Für ihn ist es erst sein viertes Spiel als Auswahl-Trainer. Die Bilanz: Drei Remis, ein Sieg. Beim überraschenden Erfolg in Deutschland im März stand noch sein Vorgänger Igor Angelovski an der Seitenlinie. "Ich habe mich nie intensiv mit Blagoja Milevski unterhalten. Bei den Spielern und auch Fans genießt er aber einen guten Ruf. Er scheint ein sehr rationaler, angenehmer Mensch zu sein, der mit den Profis gut klarkommt. So war es auch schon damals, als er noch die U21 trainiert hat. Milevski ist auf jeden Fall der richtige Coach, da er auch viele Spieler gut kennt", sagt Vujcic.

Die Zukunft

Legende Pandev verdeutlichte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, welches Hauptproblem den nordmazedonischen Fußball aktuell beschäftigt. "Da sind Leute am Werk, die nichts vom Fußball verstehen. Wir haben starke, junge Leute, denen der richtige Weg aufgezeigt werden und geholfen werden muss", sagte der 38-Jährige. Vujcic vertritt die gleiche Meinung. "Ich habe zwar nicht die tiefen Einblicke wie Pandev, doch bei meiner Analyse würde es zu politisch werden. Einfach gesagt: Verschiedene Strömungen behindern die Entwicklung. Man sollte dafür sorgen, den Fußball nachhaltig weiterzuentwickeln und die Strukturen zu ändern. Die Leute mit Ahnung müssen in die richtigen Positionen", sagt der Ex-Profi.

Das Deutschland-Duell

Das Hinspiel gegen die Nordmazedonier hatte das DFB-Team vor einem halben Jahr in Duisburg überraschend mit 1:2 verloren. Im Nationalstadion von Skopje ist aus DFB-Sicht Revanche angesagt. "Ich bin Deutscher und hoffe auf einen Sieg von Deutschland. Ich glaube aber schon, dass auf das Team von Hansi Flick eine schwierige Aufgabe wartet. Nordmazedonien wird tief und kompakt stehen, viele Tore werden nicht fallen. Ich tippe auf ein 2:0 für Deutschland", sagt Vujcic.