29. September 2021 / 11:59 Uhr

Elsterglanz zur Einstimmung: Die seltsamen Rituale des NHV Delitzsch II

Elsterglanz zur Einstimmung: Die seltsamen Rituale des NHV Delitzsch II

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Die Neuzugänge des NHV Concordia Delitzsch II als Elsterglanz.
Die Neuzugänge des NHV Concordia Delitzsch II als "Elsterglanz". © Privat
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Die zweite Mannschaft des NHV Concordia Delitzsch hat für die Neuzugänge ein besonderes Lied zum Einstand parat. Ein Geheimrezept? Zumindest lief die Vorbereitung mehr als gut. Die Mannschaft schlug reihenweise höherklassige Teams und gewann auch das eigene Turnier. Vielleicht machen die ganz eigenen Rituale die NHV-Reserve ja zu einem Meisterschaftskandidaten. 

Delitzsch. Der Ursprung mancher Tradition ist in der Erinnerung verschütt gegangen. Selbst wenn die Tradition noch gar nicht so alt ist. Bei Handball-Verbandsligist NHV Concordia Delitzsch II, 2017 aus der Taufe gehoben, müssen sich alle Neuverpflichtungen an der Interpretation eines modernen Klassikers versuchen. „Gold und Seide“ von den singenden Mansfelder Chaos-Komikern „Elsterglanz“. Niels Stolzenburg, Dirk Petschke,Max Beyer, Jacob Griehl und Benet Bauer und Co-Trainer Sven Griehl präsentierten zum Mannschaftsabend ihre ganz eigene Version und ernteten Begeisterung vom Trainer.

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„Ein Wahnsinns-Programm“, schwärmte Christian Hornig hinterher. Falls jemand das Lied nicht kennen sollte, hier ein kurzer Textauszug: „Dein Schwert Excalibur hat mich knapp verfehlt, ne Flasche Schnaps, dass einzige, was noch zählt.“ Das alles vorgetragen in original-getreuer „Mansfeller Mundart“.

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So freudbetont es nach Training und Spiel zur Sache geht, so ernst nehmen die Delitzscher den Teil davor. „Wenn wir so weitermachen wie bislang in der Vorbereitung, kann in der Saison viel passieren“, deutet Hornig Großes an. Träumt da etwa jemand zwischen den Zeilen von der Meisterschaft vor dem scharfen Punktspielstart am Sonntag gegen die HSG Neudorf/Döbeln? Beim mehr oder minder lockeren Aufgalopp im Landespokal bei Bezirksligist Borna gewann die Mannschaft jedenfalls 25:21 und zog in die nächste Runde ein.

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Pantel hat noch lange nicht genug

In der Vorbereitung schlug die NHV-Reserve reihenweise höherklassige Mannschaften, gewann das eigene Turnier, bei dem Max Beyer zum besten Spieler gewählt wurde. Das aus Eilenburg gekommene Nachwuchstalent scheint, zurückhaltend formuliert, auf einem guten Pfad zu sein. „Er kann nicht nur werfen, hat auch viel Übersicht und hilft uns enorm weiter. Wir wollen ihn und die anderen jungen Spieler fordern und fördern. Das ist auch eine Riesenmotivation für mich als Trainer“, sagt Hornig. Seine Aufgabe: Aus Verbandsliga-Talenten Oberliga-Männer formen.

Wobei das nicht für alle seiner Schäfchen gilt. Torwart Dirk Pantel (46) spielte dereinst 2. Bundesliga, hat noch lange nicht genug und will dem erst 17-jährigen Spund Benet Bauer den Platz zwischen den Pfosten nicht ohne Weiteres überlassen. „Ich hätte gar nicht gedacht, dass Dirk noch dreimal Training in der Woche durchsteht“, sagt Christian Hornig, halb im Scherz und ergänzt ganz im Ernst: „Dirk ist eine Riesenunterstützung für Benet. Der Junge kann von ihm nur lernen.“

Vielleicht trifft das auch in Zukunft zu. Denn der nächste Schwung Nachwuchs-Neuzugänge kommt bestimmt. Und wenn diese dann die kulturelle Tradition fortführen, dürfen sie sich vielleicht an einem anderen Elsterglanz-Hit versuchen. Wie wäre es zum Beispiel mit „Jeh mer noch in Ring“? Darin heißt es so schön: „Die Stimme ist ein bisschen hoch und auch nicht verstellt. Das kommt davon, wenn man als Kind ins Kreidesilo fällt.“ Passt ja irgendwie zu den engelsgleichen Stimmen der NHV-Fischerchöre.