09. Juni 2021 / 19:39 Uhr

Jamal Musiala, Jude Bellingham & Co: Fünf Talente, deren Stern bei der EM aufgehen könnte

Jamal Musiala, Jude Bellingham & Co: Fünf Talente, deren Stern bei der EM aufgehen könnte

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jamal Musiala (l.) und Jude Bellingham gehören zu den Jungstars dieser Europameisterschaft.
Jamal Musiala (l.) und Jude Bellingham gehören zu den Jungstars dieser Europameisterschaft. © IMAGO/Montage
Anzeige

Die Europameisterschaft wirft ihre Schatten voraus: Welcher Jungstar kann diesmal glänzen? Der SPORTBUZZER stellt fünf Kandidaten vor, deren Stern beim Turnier aufgehen könnte.

Anzeige

Welt- und Europameisterschaften sind immer auch Momente, in denen Stars geboren werden. Man denke an die WM 2010, als die deutschen Hoffnungsträger um Thomas Müller und Mesut Özil erstmals für Deutschland auf Torejagd gingen, an Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger, die vier Jahre zuvor mit ihrer erfrischenden Art ein ganzes Land verzauberten und entscheidenden Anteil am "Sommermärchen" hatten - oder an Renato Sanches, der vor fünf Jahren bei der bisher letzten EM eine zentrale Rolle beim Titelgewinn der Portugiesen spielte. Der SPORTBUZZER zeigt fünf Jungstars, deren Stern beim aktuellen Turnier aufsteigen könnte, das am Freitag mit dem Eröffnungsspiel zwischen Italien und der Türkei in Rom beginnt.

Anzeige

Jude Bellingham (England)

Der Youngster von Borussia Dortmund ist mit seinen 17 Jahren der jüngste Spieler im hochkarätigen und blutjungen Aufgebot der Engländer. Diesen Platz hat Bellingham sich mit einer für sein Alter beeindruckenden Konstanz in seiner ersten BVB-Saison erarbeitet, in der er ältere Stars wie Julian Brandt oder Thomas Delaney auf die Bank verdrängte. "Wenn man sich mit ihm unterhält und sieht, wie er spielt, kann man kaum glauben, dass er erst 17 ist", schwärmte Nationaltrainer Gareth Southgate kürzlich.

Beim Test gegen Österreich (1:0) stellte er einen Rekord auf, war der jüngste Spieler seit 1881, der ein Länderspiel für England über die vollen 90 Minuten absolvierte. Ein Indiz dafür, dass Southgate auch beim Turnier regelmäßig auf ihn setzen könnte - erst recht, weil Liverpool-Leader Jordan Henderson, der Platzhirsch im zentralen Mittelfeld, nach einer Leistenoperation noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist. Southgate hätte nach der verletzungsbedingten Absage von Trent Alexander-Arnold mit James Ward-Prowse einen weiteren Mittelfeldspieler nominieren können, entschied sich mit Ben White aber für einen Innenverteidiger - zumindest indirekt ein weiterer, ein großer Vertrauensbeweis für das BVB-Juwel.



Mode-Designer Thomas Rath bewertet die EM-Trikots 2021

Mode-Designer Thomas Rath hat die Trikots der EM-Teilnehmer unter die Lupe genommen. Zur Galerie
Mode-Designer Thomas Rath hat die Trikots der EM-Teilnehmer unter die Lupe genommen. ©

Alexander Isak (Schweden)

Zuschauern der Bundesliga ist der lange Schwede vielleicht noch aus seiner Zeit bei Borussia Dortmund geläufig. Für den Durchbruch beim BVB reichte es bei Alexander Isak zwischen 2017 und 2019 nicht, inzwischen hat sich der 21-Jährige allerdings zu einem der besten Torjäger der spanischen La Liga gemausert. 17 Tore gelangen dem Mittelstürmer in Diensten von Real Sociedad in der zurückliegenden Saison - ein Spitzenwert. Nun wartet auf Isak auch im Nationalteam eine große Aufgabe: Er muss allen voran den Ausfall von Zlatan Ibrahimovic kompensieren. Der fast doppelt so alte "Ibra", der erst zu Jahresbeginn seine Rückkehr in die Dreikronen-Elf erklärt hatte, fällt mit Knieproblemen aus. Sein Platz im Sturmzentrum dürfte an Isak fallen, der bisher in der Nationalmannschaft noch nicht so recht überzeugen konnte. In seinen 22 Länderspielen gelangen ihm seit seinem Debüt mit 18 Jahren erst fünf Treffer.

Auch der BVB wird Isaks EM-Auftritte übrigens gespannt verfolgen - die Dortmunder haben für den 1,92 Meter großen Mittelstürmer dem Vernehmen nach eine Rückkaufoption in Höhe von 30 Millionen Euro. Sein Marktwert übersteigt diese potenzielle Ablösesumme bereits - transfermarkt.de taxiert Isaks Marktwert auf 40 Millionen Euro. Er ist damit neben Dejan Kulusevski, der den EM-Start gegen Spanien nach einem positiven Corona-Test zu verpassen droht, der wertvollste Spieler im EM-Kader der Skandinavier.

Nuno Mendes (Portugal)

Wenn die deutsche Nationalmannschaft am 19. Juni auf Portugal trifft, ist das für Nuno Mendes ein ganz besonderer Tag. Denn das Supertalent von Sporting Lissabon feiert am Tag des zweiten EM-Gruppenspiels seinen 19. Geburtstag. Der Stern des Teenagers soll bei der Europameisterschaft ähnlich aufgehen wie der von Renato Sanches beim portugiesischen Überraschungssieg vor fünf Jahren.

Mendes hat alle Attribute eines künftigen Weltstars: Der Außenverteidiger, der wie Cristiano Ronaldo aus der Jugendakademie von Sporting stammt, hat sich sowohl mit defensiver Entschlossenheit als auch mit explosiver Offensivfreude einen Namen gemacht. Der pfeilschnelle Sohn angolanischer Eltern, der seine noch junge Karriere als Außenstürmer begann, scheut kein Dribbling und ist bekannt für ebenso zielgenaue wie häufige Flanken. "Ich denke, er wird für viele Jahre Stammspieler auf der linken Abwehrseite für Portugal sein", sagte unlängst sein Klubtrainer Ruben Amorim. Kaum jemand im Lager der Portugiesen würde diese Aussage in Zweifel ziehen - auch wenn Mendes zuletzt im Test gegen Spanien (0:0) zunächst auf der Bank Platz nehmen musste.

Jamal Musiala (Deutschland)

Der Jungstar des FC Bayern ist mit großem Abstand das "Küken" in der deutschen Mannschaft. Sein Aufstieg ist kometenhaft: Der erst 18 Jahre alte Musiala war im zurückliegenden Jahr der jüngste Bundesliga-Debütant in der ruhmreichen Geschichte des Rekordmeisters - ebenso der jüngste Torschütze der Münchner in der Liga und der Champions League. Der Vater eines Nigerianers und einer Deutschen wuchs teilweise in England auf. Sein Wechsel vom FC Chelsea zum FC Bayern (nicht zuletzt wegen der Irrungen des Brexit) brachte ihn nach Jahren in den Jugendmannschaften der englischen FA zurück in den Fokus des DFB.

Letztlich war es auch der persönliche Einsatz von Bundestrainer Joachim Löw, der Musiala in persönlichen Gesprächen eine Karriere in der deutschen Nationalmannschaft schmackhaft machte. Nachdem er seinen Durchbruch beim FCB feierte, soll nun selbiger im DFB-Team folgen - auch wenn die Konkurrenz groß ist. Bitter: Teile der Vorbereitung auf die EM verpasste Musiala mit Hüftproblemen, während die Konkurrenz um Routinier Thomas Müller bei Löw mit Blick auf die Stammplätze punkten konnte. Musiala hat jedoch die Zeit auf seiner Seite, sein Stern beim DFB dürfte vor allem nach dem Turnier so richtig aufgehen.

Auf Spurensuche: Zu Gast beim Jugendverein von Jamal Musiala

Pedri (Spanien)

Er gilt beim FC Barcelona längst als legitimer Erbe von Lionel Messi - und will nun auch in der spanischen Selección glänzen. Der erst 18 Jahre alte Pedro González López, kurz Pedri genannt, hat sich in der zurückliegenden Saison trotz seiner Jugend als Stammspieler bei den Katalanen etabliert, stand in 37 von 38 Spielen auf dem Platz und war unter Ronald Koeman zumeist gesetzt. "Ich denke nicht, dass irgendjemand seinen Fortschritt, seine Karriere bis hierher so erwartet hat", erklärte der niederländische Coach bereits im November über das 2019 von UD Las Palmas verpflichtete Supertalent, das zeitweilig auch im Fokus von Borussia Mönchengladbach stand.

Der nur 1,74 Meter kurze Offensivspieler besticht mit seiner Variabilität und Dribbelstärke, muss am Endprodukt jedoch noch arbeiten. Für Spanien absolvierte er bereits vier Länderspiele und erhielt von Nationaltrainer Luis Enrique den Vorzug vor arrivierten Stars wie Saul Niguez (Atlético), den Real-Stars Marco Asensio, Isco und Dani Ceballos oder Leipzigs Angelino. Das zweite große Toptalent der Iberer, Ansu Fati, fehlt übrigens verletzungsbedingt - was den Stammplatz-Chancen Pedris durchaus zuträglich sein dürfte.