11. Juni 2021 / 11:17 Uhr

Corona, Modus, Regeln & Co.: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur EM 2021

Corona, Modus, Regeln & Co.: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur EM 2021

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Vor dem Start der EM beantwortet der SPORTBUZZER die wichtigsten Fragen.
Vor dem Start der EM beantwortet der SPORTBUZZER die wichtigsten Fragen. © dpa (Montage)
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Kann es wegen Corona zu Spielabsagen bei der EM kommen? Wie viele Fans dürfen wo ins Stadion? Zählt der direkte Vergleich in der Gruppentabelle mehr als die geschossenen Tore? Und wo sitzt eigentlich der VAR? Fragen über Fragen - der SPORTBUZZER gibt die Antworten und macht Euch fit für das Turnier.

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Am Freitagabend wird die wegen der Corona-Pandiemie um Jahr verschobene Europameisterschaft im Olympiastadion von Rom angepfiffen. Italien und die Türkei bestreiten das Eröffnungsspiel und wollen sich in der Gruppe A eine gute Ausgangsposition für den Kampf um den Einzug ins Achtelfinale verschaffen. Insgesamt nehmen 24 Mannschaften an dem Turnier, das sich über den gesamten Kontinent erstreckt und in elf Städten ausgetragen wird, teil. Für die Fans der deutschen Nationalmannschaft heißt es am 15. Juni erstmals Daumen drücken. Dann geht es für das Team des scheidenden Bundestrainers Joachim Löw zum Auftakt gegen Frankreich.

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Wie wird das Turnier unter Pandemie-Bedingungen ablaufen? Welche Regeln sollte man kennen? Und was muss man über den Austragungsmodus wissen? Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten zur EM.

Termine & Co.: Wann und wo spielt Deutschland?

Auf die deutsche Nationalmannschaft warten in der Gruppe F gleich zwei dicke Brocken. Zum Auftakt geht es am 15. Juni gegen Weltmeister Frankreich, vier Tage später wartet Titelverteidiger Portugal. Zum Vorrundenabschluss trifft die DFB-Auswahl auf Außenseiter Ungarn (23. Juni). Immerhin: Alle drei Partien finden im heimischen München statt. Sollte Deutschland die K.o.-Runde erreichen, hängt der nächste Spielort von der Gruppenplatzierung ab. Mögliche Achtelfinal-Schauplätze wären Bukarest, London, Budapest oder Sevilla. Planungssicherheit würde es dann wieder ab dem Halbfinale geben. Beide Vorschlussrunden-Partien und das Endspiel werden in Wembley ausgetragen.



Corona & Co.: Kann es bei der EM zu Spielabsagen kommen?

Auch wenn Organisatoren, Aktive und Fans hoffen, dass der Sport in den kommenden Wochen das Kommando übernimmt, wird die Pandemie auch rund um die EM allgegenwärtig sein. Schon vor dem Turnierstart gab es die ersten Befunde bei Spielern - obwohl sich diese mit ihren Mannschaften in sogenannten "Blasen" bewegen. Die Spanier Sergio Busquets und Diego Llorente wurden ebenso positiv getestet wie die Schweden Dejan Kulusevski und Mattias Svanberg. Folge: Eine geregelte Vorbereitung war bei beiden Teams, die sich am Montag in Sevilla gegenüberstehen sollen, nicht möglich.

Grundsätzlich gilt, dass nationales Recht die UEFA-Regeln bricht und somit behördlich angesetzte Quarantänen im EM-Verlauf möglich wären. Um Absagen zu vermeiden, hat der Verband allerdings im Rahmen seiner Möglichkeiten vorgesorgt. Laut Regelwerk werde im Fall von Corona-Befunden so lange gespielt, wie eine Mannschaft zwölf negativ getestete Feldspieler sowie einen Torwart aufbieten kann. Zudem ist es möglich, Profis nachzunominieren. Voraussetzung dafür: Spieler aus dem ursprünglichen 26-köpfigen Kader, die sich in Quarantäne befinden, müssen aus dem Aufgebot gestrichen werden. Sollte die Austragung einer Begegnung dennoch nicht möglich und auch eine Verlegung binnen 48 Stunden ausgeschlossen sein, entscheidet die UEFA-Disziplinarkommission. Für das Team, das für eine Absage verantwortlich ist, wird die Partie mit 0.3 gewertet.

Zuschauer & Co.: Wie viele Fans dürfen in welches Stadion?

Die UEFA hatte in den vergangenen Monaten darauf gedrängt, dass es bei der EM keine Geisterspiele geben soll und Zuschauer-Zusagen von den Spielorten eingefordert. Bilbao und Dublin waren daraufhin ausgeschieden. Somit werden die Partien in elf Städten ausgetragen: Amsterdam, Baku, Budapest, Bukarest, Glasgow, Kopenhagen, München, London, Rom, Sevilla und St. Petersburg. Ungarns Hauptstadt Budapest machte den Organisatoren dabei besonders forsche Versprechungen und will versuchen, in der Puskás Aréna alle 61.000 Pätze zu füllen. In den anderen Austragungsorten geht man vorsichtiger zu Werke.

Die nach derzeitiger Planung zugelassenen Zuschauer: München (14.500 Zuschauer, 22 Prozent des Fassungsvermögens), St. Petersburg (30.500/50), Baku (31.000/50), Amsterdam (16.000/33), Bukarest (13.000/25), Budapest (61.000/100), Glasgow (12.000/25), Kopenhagen (25.000/52), Rom (16.000/25), London (22.500/25) Sevilla (keine offizielle UEFA-Angabe; voraussichtlich 14.500 bis 19.000/25 bis 33)

EM 2021: In diesen Stadien wird gespielt

Die Partien der EM 2021 werden in 11 verschiedenen Spielstätten ausgetragen. Der <b>SPORT</b>BUZZER stellt die Stadien vor. Zur Galerie
Die Partien der EM 2021 werden in 11 verschiedenen Spielstätten ausgetragen. Der SPORTBUZZER stellt die Stadien vor. ©

Modus & Co.: Wer zieht nach der Gruppenphase ins Achtelfinale ein?

Die beiden ersten Mannschaften jeder Gruppe qualifizieren sich für die K.o.-Runde. Hinzu kommen die vier besten Dritten der sechs Vorrundengruppen. Um das Ranking innerhalb einer Gruppe zu ermitteln, kommen folgende Aspekte mit absteigender Wertigkeit zum Tragen: Punkte insgesamt, direkter Vergleich, Tordifferenz, mehr Siege, Fairplay-Wertung, bessere Platzierung in der Gesamtwertung der Qualifikation. Um die besten Dritten zu ermitteln, kommen nacheinander Punkte, Tordifferenz, höhere Anzahl erzielter Tore, höhere Anzahl Siege, Fairplay-Wertung, bessere Platzierung in der Gesamtwertung der Qualifikationsspiele zum Tragen.

Videobeweis & Co.: Welche Regeln gelten bei der EM?

Wie aus der Bundesliga bekannt, werden die Schiedsrichter auch bei der Europameisterschaft von Videoassistenten unterstützt. Bei strittigen und unübersichtlichen Entscheidungen wird man sich aus dem UEFA-Hauptquartier in Nyon/Schweiz zu Wort melden und dem Referee auf dem Feld die nötigen Hinweise geben. Dabei sind die Schiedsrichter vom Verband dazu angehalten worden, in einigen Situationen besonders genau hinzuschauen. Dazu zählen das Halten und Schubsen im Strafraum, Schauspielerei und der Einsatz übertriebener Härte. Zudem wird es auch bei der EM die in den Klubwettbewerben geltenden fünf Auswechslungen pro Partie geben. Dafür stehen den Trainern drei Zeitfenster zur Verfügung. Die Spieltags-Kader dürfen derweil weiterhin nur 23 Spieler umfassen, obwohl die UEFA die Größe der Aufgebote auf 26 Profis erhöht hatte.

Frankreich & Co.: Wer sind die EM-Favoriten?

Der Weltmeister gilt auch drei Jahre nach dem Titelgewinn in Russland als Maß aller Dinge. Kaum ein Experte verzichtet bei der Aufzählung seiner Favoriten auf die Franzosen, die gerade in der Offensive über enorme Qualität verfügen: Kylian Mbappé, Antonie Griezmann und Rückkehrer Karim Benzema dürften auch die deutsche Nationalmannschaft am 15. Juni vor erhebliche Probleme stellen. Hinter der Equipe Tricolore gibt es die Gruppe der üblichen Verdächtigen, die auf den EM-Triumph schielt: Der ewige Geheimfavorit Belgien. England, das den Pokal am 11. Juli im heimischen London entgegennehmen könnte. Spanien, das trotz des Corona-Wirbels über zahlreiche Top-Spieler verfügt. Dazu Italien, die Niederlande - und vielleicht sogar das DFB-Team.