15. Mai 2021 / 11:05 Uhr

Michael Rummenigge: Darum muss Marco Reus zum deutschen EM-Kader gehören

Michael Rummenigge: Darum muss Marco Reus zum deutschen EM-Kader gehören

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Aus Sicht von Ex-BVB-Profi und SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge gibt es an Marco Reus mit Blick auf die EM kein Vorbeikommen.
Aus Sicht von Ex-BVB-Profi und SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge gibt es an Marco Reus mit Blick auf die EM kein Vorbeikommen. © IMAGO / Team 2 (Montage)
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Marco Reus hatte entscheidenden Anteil am DFB-Pokalsieg von Borussia Dortmund. Aus Sicht von SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge muss der BVB-Star zur EM fahren – ebenso wie Thomas Müller und Mats Hummels.

Zunächst mal meinen herzlichen Glückwunsch an Borussia Dortmund zum verdienten Pokalsieg, ich habe mich sehr für meinen Ex-Klub gefreut. Und für einen ganz besonders: Marco Reus, der endlich mal gezeigt hat, dass er auch in großen Spielen zu großen Leistungen fähig ist und ein Team mitziehen kann – alleine deshalb muss ihn Joachim Löw auch mit zur EM nehmen. Marco ist 31 Jahre und bringt jede Menge Erfahrung mit, die uns gerade bei so einem Turnier nur guttun kann. Er hat in den letzten Wochen als Kapitän die Ärmel hochgekrempelt, ist vorweg marschiert, hat Tore erzielt und aufgelegt. Er ist topmotiviert und seine Form spricht ebenfalls für ihn. Ich kann ihn mir übrigens auch gut als Edeljoker vorstellen, der mit seiner Geschwindigkeit und individuellen Klasse nochmal für Wirbel sorgt, wenn der Gegner schon etwas müde ist.

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Natürlich gehören auch Mats Hummels und Thomas Müller in den EM-Kader, für mich gibt es da gar keine Diskussion. Ich wundere mich, warum Löw noch immer so rumeiert. Er darf 26 Spieler nominieren, kann also problemlos die Genannten dazunehmen, ebenso Jerome Boateng. Der ist zwar verletzungsanfällig geworden, hat bei Bayern aber wie Müller in dieser Saison auf allerhöchstem Niveau geliefert. Und in Anbetracht der Vorrundengruppe mit Frankreich und Portugal sollten wir tunlichst versuchen, eine Mannschaft aufzubieten, vor der auch Kylian Mbappé oder Cristiano Ronaldo Muffe haben. Eine Achse mit Manuel Neuer, Hummels, Boateng, Joshua Kimmich und Toni Kroos flößt dem Gegner mit Sicherheit Respekt ein.

DFB-Defensive hat kein absolutes Topniveau

Die Offensive kann sich ohnehin sehen lassen, defensiv haben wir dagegen Probleme. Ob Lukas Klostermann, Marcel Halstenberg, Matthias Ginter, Antonio Rüdiger, Robin Gosens oder Philipp Max – sie alle haben für mich kein absolutes Topniveau.

Und bei einer Europameisterschaft kann es schließlich nicht darum gehen, die Mannschaft für die Zukunft zu finden. Dazu haben wir bis zur Winter-WM in Katar noch genug Zeit. Bei Löws letztem Turnier sollte alleine der bestmögliche Erfolg im Vordergrund stehen. Er muss jetzt über seinen Schatten springen, die Aussortierten zurückholen und sich noch mal das 0:6 gegen Spanien anschauen – dann wird er sehen, auf wen er setzen kann und vor allem auf wen nicht.