25. September 2019 / 20:30 Uhr

EM 2024 nicht bei ARD und ZDF im Free-TV? Deal mit Telekom könnte zu teuer werden

EM 2024 nicht bei ARD und ZDF im Free-TV? Deal mit Telekom könnte zu teuer werden

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Telekom wird laut übereinstimmenden Medienberichten die EM 2024 übertragen. Im Free-TV-Bereich sieht es für ARD und ZDF düster aus.
Die Telekom wird laut übereinstimmenden Medienberichten die EM 2024 übertragen. Im Free-TV-Bereich sieht es für ARD und ZDF düster aus. © dpa / imago images / Horstmüller
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Die Europameisterschaft 2024 könnte komplett ohne Beteiligung von ARD und ZDF ablaufen. Es ist fraglich, ob sich die Öffentlich-Rechtlichen das teure TV-Paket sichern kann. Der angebliche TV-Deal der UEFA mit der Telekom bietet für andere Free-TV-Sender allerdings eine Chance, die deutschen Spiele der EM 2024 zu übertragen. 

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Diese Nachricht sorgte bei vielen Fußball-Fans in Deutschland in der vergangenen Woche für Aufregung: Wie Bild und FAZ unter Berufung auf UEFA-Kreise berichteten, verlieren ARD und ZDF die Rechte für die Übertragungen der Europameisterschaft 2024 im eigenen Land. Alle 51 Spiele werden demnach vom Telekom-Streamingsender Magenta TV übertragen. Laut eines aktuellen Berichts der Sport Bild soll die Telekom allerdings bereit sein, über eine Sublizenz zu verhandeln, damit die EM-Spiele auch im Free-TV laufen. Das könnte allerdings richtig teuer werden - zu teuer für ARD und ZDF?

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TV-Rechte für EM 2024 könnten für ARD und ZDF zu teuer sein - Balkausky: "Unser Etat ist gedeckelt"

Fakt ist: In Paragraf 4 des Rundfunkstaatsvertrages ist die Übertragung von Großereignissen geregelt, die von "erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung" sind und deshalb im Free-TV empfangbar sein müssen - das wären bei der EM 2024 das Eröffnungsspiel, die beiden Halbfinals, das Finale - und alle Spiele mit deutscher Beteiligung. Sport Bild nennt bereits erste Zahlen, die die Misere der ARD und des ZDF deutlich machen: So könnten die Free-TV-Sender allein bei diesem Rechtepaket im Falle einer Sublizenz mit Ausgaben im Rahmen von 120 bis 160 Millionen Euro rechnen. Die Telekom soll sogar bis 250 Millionen Euro für das Komplett-Paket gezahlt haben.

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Das Problem: Der Etat der ARD soll rund 250 Millionen Euro betragen, der des ZDF 180 bis 190 Millionen - dafür müssten allerdings auch andere Rechte wie Bundesliga, DFB-Pokal, Wintersport und in dem Jahr auch noch die Olympischen Sommerspiele bezahlt werden. "Wir sind nicht in der Lage, strategische Preise zu zahlen. Unser Etat ist gedeckelt, und wenn er verbraucht ist, ist er verbraucht", wird ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky vom Magazin zitiert.

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RTL und ProSiebenSat.1-Gruppe mit Chancen auf deutsche Spiele bei der EM 2024?

ARD und ZDF hielten sich kurz nach Bericht über den angeblichen Telekom-Deal zur EM 2024 noch mit Kommentaren zurück. „Da es sich um ein laufendes Ausschreibungsverfahren handelt, können wir uns dazu nicht äußern“, sagte Balkausky. Ähnlich äußerte sich das ZDF.

Sollte der Etat der gebührenfinanzierten TV-Sender tatsächlich nicht ausreichen, könnte die große Stunde der Privatsender schlagen. RTL überträgt bereits sämtliche Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft von der EM-Quali bis zu Freundschaftsspielen für geschätzt 10 Millionen Euro pro Spiel. Einzig die UEFA Nations League ist noch bei ARD und ZDF beheimatet. Auch die ProSiebenSat.1-Gruppe wäre kein unbekannter Player bei großen Turnieren. Erst bei der EM 2016 sicherte sich Sat.1 kurzfristig die Übertragungsrechte für sechs Vorrundenspiele.

EM 2024: Das sind die deutschen Spielorte

Berlin, Olympiastadion (74 649 Plätze) – WM 2006: Spielort (unter anderem Finale) – Austragungsort der Sommerspiele 1936 und Spielort der WM 1974 und 2006 sowie des Finales der Champions League 2015. Seit 1985 Spielort des DFB-Pokalfinales. Komplettsanierung von August 2000 bis Juli 2004. Zur Galerie
Berlin, Olympiastadion (74 649 Plätze) – WM 2006: Spielort (unter anderem Finale) – Austragungsort der Sommerspiele 1936 und Spielort der WM 1974 und 2006 sowie des Finales der Champions League 2015. Seit 1985 Spielort des DFB-Pokalfinales. Komplettsanierung von August 2000 bis Juli 2004. ©

Vieles hängt nun also von der Telekom ab, sollte der Bericht über den spektakulären TV-Deal zur EM 2024 tatsächlich zutreffen. Selten war die Zukunft der Free-TV-Übertragung eines Fußball-Großereignisses so unsicher.