27. September 2018 / 06:11 Uhr

Zeitplan, deutsche Chancen und Co. - Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Vergabe der EM 2024

Zeitplan, deutsche Chancen und Co. - Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Vergabe der EM 2024

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die deutschen Fans hoffen auf ein zweites Sommermärchen wie bei der WM 2006.
Die deutschen Fans hoffen auf ein zweites "Sommermärchen" wie bei der WM 2006. © 2018 Getty Images
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Heute wird sich entscheiden, ob die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland oder in der Türkei ausgetragen wird. Doch wie läuft die Vergabe genau ab? Wie stehen die Chancen der beiden Bewerbernationen? Hier sind die Fragen und Antworten, die den Fans unter den Fingernägeln brennen. 

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Wie läuft die Entscheidung ab?

Im April 2018 haben die beiden Bewerber, der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Türkische Fußball-Verband (TFF) ihre Unterlagen eingereicht. Heute trifft sich das Exekutivkomitee (Exko) ab 9 Uhr im Haus der Uefa in Nyon (Schweiz) und wird sich ab 13 Uhr die Präsentationen der beiden Kandidaten anschauen – die Reihenfolge wird per Los festgelegt. Es folgt die Abstimmung durch die bis zu 17 stimmberechtigten Mitglieder des Exkos um Präsident Aleksander Ceferin, dessen Stimme im Falle eines Patts doppelt zählt. Mit der Bekanntgabe der Entscheidung ist nicht vor 14.45 Uhr zu rechnen.

EM 2024: Das sind die deutschen Spielorte

Berlin, Olympiastadion (74 649 Plätze) – WM 2006: Spielort (unter anderem Finale) – Austragungsort der Sommerspiele 1936 und Spielort der WM 1974 und 2006 sowie des Finales der Champions League 2015. Seit 1985 Spielort des DFB-Pokalfinales. Komplettsanierung von August 2000 bis Juli 2004. Zur Galerie
Berlin, Olympiastadion (74 649 Plätze) – WM 2006: Spielort (unter anderem Finale) – Austragungsort der Sommerspiele 1936 und Spielort der WM 1974 und 2006 sowie des Finales der Champions League 2015. Seit 1985 Spielort des DFB-Pokalfinales. Komplettsanierung von August 2000 bis Juli 2004. ©
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Wie stehen die Chancen?

Deutschland geht als klarer Favorit ins Rennen – erst recht nach dem Evaluierungsbericht der Uefa vom vergangenen Freitag, in dem die Bewerbungen bewertet wurden. Während es für die Vorarbeit des DFB allenthalben Lob gab, fiel die Kritik an der TFF darin deutlich aus. Allerdings gibt es auch einige Insider, die behaupten, dass es eine faustdicke Überraschung geben könnte. Auch Russland und Katar galten bei der Vergabe der letzten beiden Weltmeisterschaften im Vorfeld als Außenseiter.

Was spricht für, was gegen Deutschland?

Der Report der Uefa-Administration sieht Deutschland bei den Menschenrechten, der Infrastruktur und den Stadionkapazitäten vorne. Dazu gibt es ein Nachhaltigkeitskonzept, welches allerdings gar nicht eingefordert wurde: Rauchfreie Stadien, gesunde Ernährung. Zudem hat Deutschland schon mehrfach bewiesen, Turniere bestmöglich organisieren zu können. Doch bei der Entscheidung ist der Evaluierungsbericht nicht das ausschlaggebende Kriterium.

Mehr zur EM-Vergabe

In der Fußballwelt und auch innerhalb des Exkos gibt es nicht wenige, die den deutschen Schlaumeiern gerne eins auswischen wollen. Zum Verhängnis könnte dem DFB werden, dass in Deutschland die Steuerbefreiung gestrichen wurde und auf Gewinne 15 Prozent Körperschaftssteuer anfallen. Ceferin sagte im Vorfeld deutlich: „Für die Entwicklung des Fußballs und für die Uefa ist es sehr wichtig, so viel wie möglich mit dem Turnier zu verdienen, um das Geld dann an alle Verbände in Europa zu verteilen.“ Bei den Buchmachern hat der DFB dennoch klar die Nase vorn. Beim Wettanbieter Bet90 gibt es bei einem deutschen Erfolg eine Quote von 1,2. Die Türkei rangiert bei 4,0.

Was spricht für, was gegen die Türkei?

Deutschlands Nachteil könnte der größte – und nicht zu unterschätzende - Vorteil der türkischen Bewerbung sein. Das Land will mit Gewinngarantien punkten, indem keine Steuern auf das Event anfallen. Auch die EM-Stadien, die in Staatshand sind, gibt es mietfrei. Istanbul steht mit zwei Stadien im Zentrum der Bewerbung, dazu soll in acht weiteren Städten gespielt werden. Das komplette Land steht hinter der Bewerbung, die fußballverrückten Türken wollen dem Kontinent unbedingt ihre Begeisterung und Gastfreundlichkeit zeigen, zudem verweisen sie auf ihre Tradition und Kultur.

Özdemir zur EM-Vergabe: 'Erdogan kein guter Gastgeber' für EURO

Dreimal hat sich die Türkei bereits erfolglos auf eine EM (2008, 2012, 2016) beworben – 2016 verlor man aber nur denkbar knapp mit 6:7 gegen den haushohen Favoriten Frankreich. Diesmal präsentiert man sich als (angeblich) einheitlicher Staat, doch in Wahrheit befindet sich das Land in einem Spannungsfeld aus Religion und Politik, ist zerrissen zwischen pro-wesentlichem und konservativ-islamischem Denken. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan griff zuletzt knallhart durch, ließ Oppositionelle und Journalisten einsperren. Von Menschenrechtsorganisationen wird die Türkei als „unfrei“ bezeichnet. „Natürlich werden wir auch das im Auge haben“, schwört Ceferin.

Auch wirtschaftlich gibt es arge Probleme, die türkische Lira hat zuletzt 40 Prozent ihres Werts verloren, die Inflation steigt, viele Vereine der Süper Lig sind verschuldet und Korruption ist ein Dauerthema. Besserung ist nicht in Sicht.

Wie wichtig wäre die EM 2024 vor heimischem Publikum für den deutschen Fußball wirklich? Stimme hier ab!

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