05. November 2020 / 15:47 Uhr

Emil Forsberg 2.0: RB Leipzigs Freigeist glänzt in neuer Rolle

Emil Forsberg 2.0: RB Leipzigs Freigeist glänzt in neuer Rolle

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Elfmeter, Tor! Emil Forsberg jubelt über den Spiel entscheidenden Treffer zum 2:1 gegen Paris.
Elfmeter, Tor! Emil Forsberg jubelt über den Spiel entscheidenden Treffer zum 2:1 gegen Paris. © Picture Point
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Emil Forsberg gehört bei RB Leipzig schon zum Inventar. Trotz seiner herausragenden Fähigkeiten musste sich der Schwede neu erfinden, um in der Mannschaft wieder eine tragende Rolle zu spielen. Und er musste den Draht zu Coach Julian Nagelsmann wieder aufnehmen, der zwischenzeitlich bereits verloren schien.

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Leipzig. Eine Sache hat bei RB Leipzig bereits Tradition. Für die wirklich wichtigen Tore ist Emil Forsberg zuständig. Der Siegtreffer zum 2:1 gegen Paris Saint-Germain und die damit massiv gestiegenen Chancen auf ein Weiterkommen in der Champions League war das neueste Kapitel in der Reihe. „Das war ein wichtiger Sieg für uns, ich bin stolz auf die Mannschaft. Wir haben mit Mut gespielt, wir waren hungrig. Jetzt wollen wir auch in Paris gewinnen. Wir haben immer Bock auf Siege“, sagte der überragende Forsberg. Ein Erfolg in Paris wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Vorentscheidung im Kampf um den Einzug in das Achtelfinale.

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"Bin eigentlich kein richtiger Stürmer"

Der schwedische Edeltechniker glänzte bei der geglückten Revanche für die Halbfinale-Niederlage aus der Vorsaison einmal mehr in seiner neuen Rolle als hängende Spitze, die ihm Trainer Julian Nagelsmann seit einigen Wochen verordnet hat. Erst war Forsberg an der Entstehung des Ausgleichs durch Christopher Nkunku beteiligt, dann setzte er PSG-Verteidiger Presnel Kimpembe so unter Druck, dass der den Ball im Strafraum mit der Hand spielte. Und Forsberg per Elfmeter zum Matchwinner avancierte.

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So hat SPORTBUZZER-Reporter Guido Schäfer die Leistung der Roten Bullen gesehen: ©

„Ich bin eigentlich kein richtiger Stürmer. Aber der Trainer gibt mir immer gute Tipps“, erklärte Forsberg. Dass er der Mann für wichtige Tore ist, hat der seit Januar 2015 in Leipzig kickende Spielmacher schon oft bewiesen. Im Mai 2016 schoss er RB gegen den Karlsruher SC mit 1:0 in Führung und die Leipziger beim 2:0-Erfolg in die Bundesliga. Gut ein Jahr später sorgte er gegen die AS Monaco für das erste RB-Tor in der Champions League. Im vergangenen Jahr bescherte Forsbergs Doppelpack gegen Benfica Lissabon dem Club den erstmaligen Einzug in die K.o.-Runde der Königsklasse.

Schwierige Phase Anfang 2020

Doch um sich seinen Platz im aufgemotzten Kader von Leipzig langfristig zu sichern, musste sich Forsberg neu erfinden. Oder besser gesagt: Nagelsmann erfand Emil Forsberg 2.0. In der neuen Rolle als „falsche Neun“ ist der skandinavische Freigeist wieder immens wichtig für die Mannschaft. „Emil ist sehr viel unterwegs, sehr schwimmend und schwer zu greifen“, lobte Nagelsmann. „Er hat viele Bälle vorn gehalten, Fouls gezogen und viel Gefahr ausgestrahlt. Er ist einfach ein guter Fußballer.“

Das Verhältnis zwischen Trainer und Spieler war nicht immer so harmonisch. In der Rückrunde 2019/20 kam der Schwede nicht über Kurzeinsätze hinaus. Das frustete nicht nur ihn selbst, sondern vor allem auch Frau Shanga, die ihrem Unmut auf Instagram Luft machte. "Es gibt auf diesem Planeten keinen Menschen, der einen wie Scheiße behandeln darf. Vergiss das nicht", postete sie nach dem 0:0 der Roten Bullen bei Bayern München im Februar. Angesprochen auf die Gemütslage von Forsberg sagte Julian Nagelsmann damals: "Ich habe nicht mit Emil gesprochen und sehe mich da auch nicht in der Bringschuld. Ich nehme ihn nicht als überglücklich wahr, aber auch nicht als mega gefrustet." Er sei nicht unzufrieden mit dem Kicker. "Aber wir haben auch andere gute Fußballer."

Stresstest für Paris

Wenige Monate später ist der Angesprochene wieder Leistungsträger. Das liegt auch daran, dass Forsberg in Dani Olmo einen kongenialen Partner gefunden hat. „Es ist einfach gut, wie die beiden zusammenspielen. Diese Konstellation wird es in dieser Saison sicher noch ein paar Mal geben“, sagte Nagelsmann. Mit Forsberg als zentralen Angreifer und dem Dribbler Olmo daneben fehlt Leipzig zwar die Kopfballgefahr, doch laut Nagelsmann „sind auch mal andere Dinge gefragt“.

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Le Parisien (Frankreich): "PSG muss das Rückspiel in drei Wochen im Parc des Princes ohne Sicherheitsnetz bestreiten. […] Das Ergebnis entsprach der verfügbaren Belegschaft von PSG. Sobald der Abwehrverbund nachließ, waren die Leipziger da."  ©

Dass zeigte sich gegen das ersatzgeschwächte PSG, wo Forsberg und Olmo die Abwehr der Franzosen nach einer schwierigen Anfangsphase letztlich immer wieder unter Stress setzten. Auch Thomas Tuchel zeigte sich von der RB-Spielweise beeindruckt - und setzte zum großen Vergleich an. „Es gibt Mannschaften wie Ajax, Liverpool und Leipzig, die sehr körperlich spielen und man muss das einfach akzeptieren. Es ist schwierig, ein Spiel gegen so eine Mannschaft zu kontrollieren“, sagte der 47-Jährige.