10. Dezember 2021 / 14:00 Uhr

Hinze und doppelter Rauhe: Das sind Brandenburgs Sportler des Jahres

Hinze und doppelter Rauhe: Das sind Brandenburgs Sportler des Jahres

Tobias Gutsche
Märkische Allgemeine Zeitung
Ronald Rauhe (3.v.r.) gewinnt bei der Wahl im Einzel und im Team mit seinem Potsdamer Kanukollegen Max Lemke (r.) - Emma Hinze triumphiert erneut bei den Frauen.
Ronald Rauhe (3.v.r.) gewinnt bei der Wahl im Einzel und im Team mit seinem Potsdamer Kanukollegen Max Lemke (r.) - Emma Hinze triumphiert erneut bei den Frauen. © Jan Woitas/dpa, LSB
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Die Cottbuser Bahnradsprinterin und der Potsdamer Kanu-Routinier verteidigen ihre Einzeltitel. Paddel-Ikone Rauhe siegt mit Vereinskollege Lemke auch noch in der Teamwertung und schafft damit etwas Besonderes.

Olympia hat die Wahl zu Brandenburgs Sportlern des Jahres 2021 geprägt. In allen drei Kategorien siegten Medaillengewinner der Sommerspiele von Tokio. Während bei den Frauen die Cottbuser Bahnradsprinterin Emma Hinze triumphierte, durfte sich Kanu-Routinier Ronald Rauhe zum Abschluss seiner Karriere über gleich zwei Ehrungen freuen. Er wurde in einer Journalisten-Umfrage nicht nur bei den Männern auf Platz eins gewählt, sondern auch beim Team zusammen mit seinem Vereinskollegen vom KC Potsdam im OSC, Max Lemke - beide gehörten zum deutschen Kajak-Vierer, der in Tokio Gold geholt hatte.

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Hinze gewinnt knapp vor Diskus-Ass Pudenz

Aufgrund der schwierigen Corona-Lage konnte der Landessportbund Brandenburg (LSB) keine Auszeichnungsveranstaltung durchführen, gab stattdessen die Ergebnisse am Freitag per Mitteilung bekannt. Die Sieger "haben uns allen unvergessliche Momente geschenkt und aufgezeigt, was man erreichen kann, wenn man nie die Hoffnung aufgibt und hart an sich arbeitet. Damit sind sie perfekte Botschafter unseres Sportlandes", sagte LSB-Präsident Wolfgang Neubert. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) würdigte die Leistungen ebenfalls und sah die Preisträger stellvertretend für die 36 märkischen Aktiven, die dieses Jahr bei Olympia und Paralympics gestartet waren und dabei dreimal Gold, fünfmal Silber und siebenmal Bronze gewannen.

In Bildern: Das sind Brandenburgs Sportler des Jahres seit 1998.

Brandenburgs Sportler des Jahres seit 1998. Zur Galerie
Brandenburgs Sportler des Jahres seit 1998. ©

Damit wurden die Einzeltitel aus 2019 verteidigt - voriges Jahr gab es wegen der wenigen Wettkämpfe durch die Pandemie keine Auszeichnungen. Hinze hatte in Tokio zusammen mit Lea Sophie Friedrich (seit März auch Cottbuserin, ab Januar 2022 ebenfalls Mitglied im Track Team Brandenburg) Silber im Team-Sprint gewonnen, bei den Weltmeisterschaften folgte für beide in dieser Disziplin Gold, zudem siegte Hinze im WM-Sprint. Sie erhielt von den Medienvertretern genau zwei Drittel der möglichen 150 Wahlpunkte. Knapp dahinter lag Kristin Pudenz vom SC Potsdam (89 Punkte), die bei Olympia sensationell Diskuswurf-Silber errungen hatte. Dritte wurde die zweifache Paralympics-Siegerin im Radsport Jana Majunke (78/BPRSV Cottbus). „Es hat mich ein wenig überrascht - im positiven Sinne - und natürlich sehr gefreut, als ich erfahren habe, dass ich erneut Sportlerin des Jahres in Brandenburg geworden bin", sagte Hinze. „Überrascht deshalb, weil das nicht oft vorkommt und oftmals im nächsten Jahr jemand anderes gewinnt. Von daher freue ich mich umso mehr, dass meine Leistung so anerkannt und gewürdigt wird, was mich selber auch sehr stolz macht."


Volleyball-Pokalfinalisten auf Podium

So außergewöhnlich die Karriere von Rauhe war, so besonders ist nun auch sein Abgang bei der seit 1992 durchgeführten Brandenburger Sportlerwahl. Dass jemand in einem Jahr gleich doppelt triumphiert, schaffte bisher nur sein Kanu-Kollege Sebastian Brendel 2016 und 2017. „Die Sportlerwahl in Brandenburg ist schon etwas ganz Besonderes. Das war sie schon immer für mich, denn sie ist auch ein Zeichen der Unterstützung aus der Heimat. Und ich denke, dass mit der Wahl nicht nur der Sportler geehrt wird, sondern auch der Mensch an sich. Das macht mich sehr stolz“, sagte der 40 Jahre alte Rauhe. Zuvor hatte er 2019 den Titel im Einzel geholt und 2007 zusammen mit seinem damaligen Bootspartner Tim Wieskötter als Mannschaft.

Bei der diesjährigen Männer-Wahl setzte sich der deutsche Olympia-Abschlussfeier-Fahnenträger klar mit 131 Punkten durch. Auf Platz zwei kam Bahnrad-Ass Maximilian Levy aus Cottbus (44), der jetzt ebenfalls seine Karriere beendet hat und sich in Tokio mit den Rängen fünf, fünf und sechs gut präsentiert hatte. Dritter wurde Lemke (42). Als Gespann mit Rauhe erhielt er 113 Team-Punkte. "Natürlich ist es für mich noch einmal ganz besonders, mit Ronny zusammen geehrt zu werden", sagte Lemke. Hinter den K4-Goldpaddlern landeten die Volleyballerinnen des SC Potsdam (91) und Volleyballer der Netzhoppers KW-Bestensee (71) auf dem Podium. Beide Clubs hatten 2021 erstmalig das DVV-Pokalfinale erreicht - und damit für Brandenburger Sport-Glanzpunkte fernab von Olympia und Paralympics gesorgt.

DIE ERGEBNISSE - TOP 6

Frauen:
1. Emma Hinze (Bahnrad|RSC Cottbus) 100 Punkte
2. Kristin Pudenz (Diskuswurf|SC Potsdam) 89 Punkte
3. Jana Majunke (Paracycling|BPRSV Cottbus) 78 Punkte
4. Verena Schott (Paraschwimmen|BPRSV Cottbus/Potsdam) 21 Punkte
5. Laura Lindemann (Triathlon|Triathlon Potsdam) 15 Punkte
6. Angelika Dreock-Käser (Paracycling|BPRSV Cottbus) 12 Punkte

Männer:
1. Ronald Rauhe (Kanu|KC Potsdam) 131 Punkte
2. Maximilian Levy (Bahnrad|RSC Cottbus) 44 Punkte
3. Max Lemke (Kanu|KC Potsdam) 42 Punkte
4. Sebastian Brendel (Kanu|KC Potsdam) 33 Punkte
5. Jacob Schopf (Kanu|KC Potsdam) 30 Punkte
6. Pierre Senska (Paracycling|BPRSV Cottbus) 24 Punkte

Team:
1. Max Lemke|Ronald Rauhe (Kanu|KC Potsdam) 113 Punkte
2. SC Potsdam (Frauen|Volleyball) 91 Punkte
3. Netzhoppers KW-Bestensee (Männer|Volleyball) 71 Punkte
4. Marvin Dogue|Patrick Dogue (Moderner Fünfkampf|OSC Potsdam) 32 Punkte
5. OSC Potsdam (Männer|Wasserball) 16 Punkte
6. TSV Blau-Weiß Schwedt (Männer|Gewichtheben) 13 Punkte