31. Mai 2019 / 18:00 Uhr

Emotionaler Abschied: Jan Fichtner sagt Tschüss in Vechelde

Emotionaler Abschied: Jan Fichtner sagt Tschüss in Vechelde

Christian Meyer
Peiner Allgemeine Zeitung
Einer seiner Höhepunkte im weiß-grünen Arminia-Dress: Jan Fichtner (am Ball) spielte 2014 mit Vechelde gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig vor rund 2000 Zuschauern.
Einer seiner Höhepunkte im weiß-grünen Arminia-Dress: Jan Fichtner (am Ball) spielte 2014 mit Vechelde gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig vor rund 2000 Zuschauern. © Isabell Massel
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Obwohl sein Knöchel noch leicht geschwollen ist, wird Jan Fichtner Sonntag für die letzten fünf Minuten des Fußball-Bezirksliga-Heimspiels der Vechelder gegen Vize-Meister Schöningen noch einmal eingewechselt. Es werden emotionale fünf Minuten, denn nach sieben erfolgreichen Jahren wird der Offensiv-Spieler die Arminia verlassen. Er heuert in Schwicheldt an.

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Fichtners letzten fünf Minuten für die Arminia – „Wenn ich daran denke, kriege ich jetzt schon Gänsehaut“, sagt der 31-Jährige.

Der Noch-Kapitän der Vechelder wechselt in der Sommer-Pause zum Kreisliga-Titelkandidaten Rot-Weiß Schwicheldt. Geplant war das zunächst nicht. „Eigentlich wollte ich meine besten Kumpel Philipp Kurmeier und Dennis Scharenberg aus Schwicheldt zurück zu uns holen. Doch sie wollten bleiben, ich habe es leider nicht geschafft, sie umzustimmen“, verrät Fichtner. Und dann setzte Schwicheldts Coach Christian Gleich zum erfolgreichen Konter an – er überzeugte Jan Fichtner zum Wechsel in die Kreisliga.

Einfach ist dem Anlagenführer bei VW die Entscheidung allerdings nicht gefallen. Denn: „Vechelde ist mein Verein. Hier habe ich in der Jugend angefangen und glorreiche Zeiten miterlebt“, begründet er. Doch zuletzt schlug der SV Arminia einen Weg mit sehr jungen Spielern ein, und Fichtner war plötzlich schon der Älteste im Team. Darum entschied auch er, noch einmal etwas Anderes zu wagen. Um das nicht zu missverstehen: Die Verjüngungskur begrüßt Fichtner. „Ich hoffe, dass der Weg so erfolgreich weitergeht.“

Apropos Erfolg: An einen herausragenden Erfolg, um deren Früchte die Vechelder durch eine Sportgerichts-Posse gebracht wurden, wird sich Jan Fichtner für immer erinnern. In der Saison 2015/2016 belegten die Vechelder am letzten Bezirksliga-Spieltag Platz eins, doch eine nachträgliche 5:0-Wertung für Vahdet Salzgitter bescherte dem schärfsten Konkurrenten nach Saison-Ende noch den Titel und brachte die Arminia um die Landesliga. Fichtner fühlt sich nicht nur als Meister der Herzen. „Für mich bleibt es aber dabei: Wir haben den Landesliga-Aufstieg geschafft. Das war emotional mein Höhepunkt. Wie uns unsere Fans mit einem Doppeldecker-Bus und einem Linienbus zum letzten Spiel nach Hohenhameln begleitet haben, war phänomenal“, schwärmt Fichtner von der Zeit unter Trainer Thomas Mühl. Unter anderem durften die Vechelder 2014 vor rund 2000 Zuschauern in einem Freundschaftsspiel gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig spielen. Und plötzlich wurde sogar Jan Fichtner nach Autogrammen von Kindern gefragt. „Das war auch schön, aber das Spiel war trotzdem nicht zu vergleichen mit der Euphorie in der Bezirksliga-Meister-Saison“, sagt Fichtner.

Ab Sommer wird er nun wieder Mitglied in zwei Peiner Sport-Vereinen sein müssen. Denn Jan Fichtner schaffte etwas, was nur ganz wenigen Vecheldern gelang: Er spielte Tischtennis und Fußball für die 1. Herren des SV Arminia. Nur Arminia-Legenden wie Hansi Weich oder Martin Depner können das noch von sich behaupten. Den kleinen Ball wird Jan Fichtner weiterhin mit den Vecheldern in der Landesliga aufschlagen, wo er mit seiner Mannschaft zu den Titelfavoriten zählt. „Fußball und Tischtennis – ich versuche weiterhin beides unter einen Hut zu kriegen und gehe fest davon aus, dass das klappen wird“, sagt der VW-Mitarbeiter.

Auch mit Schwicheldts Fußballern zählt er nächste Saison zu den Titelkandidaten. „Ich möchte oben mitspielen, ganz oben“, betont er. Und am Ende hofft er, dass es den Schwicheldtern dann nicht so geht, wie seinem Lieblings-Bundesligisten Borussia Dortmund, der im Kampf um die Meisterschaft noch einen Neun-Punkte-Vorsprung verspielte. „Es war aber trotzdem eine herausragende Saison der Dortmunder“, betont BVB-Fan Fichtner.

Für ihn war es dagegen in der Bezirksliga eine blöde Abschiedssaison. Beim PAZ-Cup in der Winterpause zog sich Fichtner einen Bänderriss im Sprunggelenk zu, an dem er immer noch laboriert. Er fiel fast die gesamte Rückrunde aus, umso erstaunlicher ist es, dass er mit fünf Toren trotzdem noch der zweitbeste Vechelder Torschütze ist.

Jan Fichtners Bezirksliga-Tipps

FC Wenden – Arminia Vöhrum 1:2. „Ich wünsche den Vöhrumern einen versöhnlichen Abschluss. Für viele war die Mannschaft der Absteiger Nummer eins, doch die Vöhrumer haben bewiesen, dass sie in der Bezirksliga mitspielen können.“

Viktoria Woltwiesche – BSV Ölper 3:1. „Mit den Woltwieschern Timo Puchalowitz und Adrian Mühl habe ich zusammengespielt, Trainer Thomas Mühl war jahrelang auch mein Trainer. Er ist ein super Typ, deshalb drücke ich Woltwiesche die Daumen. Mit einer Einschränkung: Noch wichtiger ist mir, dass wir am Ende in der Tabelle vor Woltwiesche bleiben.“

TSV Wendezelle – Freie Turner Braunschweig II 4:1. „Hut ab vor der grandiosen Rückrunde der Wendezeller. Ich bin mir allerdings sicher, ohne die Neuzugänge hätte Wendezelle diesmal die Klasse nicht mehr gehalten. Aber was Thomas Mainka dort für einen fantastischen Job als Trainer macht, ist einfach stark.“

Arminia Vechelde – FSV Schöningen 1:0. „Wir werden für einen vernünftigen Abschluss alles reinwerfen. Ich tippe auf ein dreckiges, weil spätes 1:0. Wenn ich das noch zum Abschied erzielen könnte, wäre das das Sahnehäubchen.“

Teutonia Groß Lafferde – MTV Schandelah-Gardessen 2:0. „Dass die Lafferder eine so grottenschlechte Rückrunde spielen, hat mich echt erstaunt. Dass sie richtig guten Fußball spielen können haben sie gegen uns gezeigt. Zum Abschluss gibt es ein 2:0 mit einem Doppelpack von Tim Paul.“

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