11. September 2021 / 20:48 Uhr

Emotionaler Auswärtssieg für Lok Potsdam, Nulldrei-Reserve lässt zu viele Chancen liegen (mit Galerie)

Emotionaler Auswärtssieg für Lok Potsdam, Nulldrei-Reserve lässt zu viele Chancen liegen (mit Galerie)

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Lok-Keeper Abazari Bahador hält den Elfmeter von Antonin Hennig.
Lok-Keeper Abazari Bahador hält den Elfmeter von Antonin Hennig. © Benjamin Feller
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Landesklasse West: Der SV Babelsberg 03 II verliert im vierten Spiel das erste Mal und scheitert dabei an der schlechten Chancenverwertung in der ersten Hälfte. Lok Potsdam feiert dagegen mit dem 2:1-Erfolg den dritten Sieg in Serie. 

Landesklasse West: SV Babelsberg 03 II - ESV Lok Potsdam 1:2 (1:0). Tore: 1:0 Louis-Maximilian Schönfelder (20.), 1:1 Moritz Kahl (51.), 1:2 Marten Strehl (75.).

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Nach ihrem Auswärtssieg setzten sich die Spieler von Lok Potsdam in eine Reihe auf den Platz und taten so, als würden sie rudern, dabei riefen sie immer wieder "Auswärtssieg". "Wir machen das nicht immer, nur, wenn es ein emotionaler Sieg war", erzählte Lok-Trainer Marian Elsner nach dem 2:1 (0:1)-Erfolg bei der Reserve des SV Babelsberg 03 auf dem Sportplatz Sandscholle. Emotional war der Erfolg vor allem wegen des Spielverlaufs: "Das waren wahrscheinlich die zwei unterschiedlichsten Halbzeiten, die ich je gesehen habe", erklärte Elsner.

In Bildern: Lok Potsdam gewinnt nach Rückstand bei Nulldrei-Reserve.

<b>SV Babelsberg 03 II - ESV Lok Potsdam 1:2 (1:0).</b> Tore: 1:0 Louis-Maximilian Schönfelder (20.), 1:1 Moritz Kahl (51.), 1:2 Marten Strehl (75.). Zur Galerie
SV Babelsberg 03 II - ESV Lok Potsdam 1:2 (1:0). Tore: 1:0 Louis-Maximilian Schönfelder (20.), 1:1 Moritz Kahl (51.), 1:2 Marten Strehl (75.). © Benjamin Feller

Seine Mannschaft hatte auf dem Kunstrasenplatz nämlich zur Halbzeit zurückgelegen - und aus seiner Sicht glücklich. "Es hätte auch 0:4 stehen können. Das habe ich den Jungs in der Halbzeitpause auch gesagt, dass wir dieses Geschenk annehmen müssen", erzählte Elsner.

Doch der Reihe nach: Nach anfänglichem Abtasten gab es zunächst relativ wenige zwingende Chancen. In der 20. Minute ging die Nulldrei-Reserve durch ein wahres Traumtor in Führung. Nach einem unnötigen Ballverlust in der Lok-Abwehr fackelte Nulldrei-Angreifer Louis-Maximilian Schönfelder nicht lange und schweißte den Ball aus knapp 20 Metern mit dem Vollspann in den rechten oberen Winkel.

Nach zwei Halbchancen für Lok (22., 24. Minute) hätte Schönfelder sein zweites Tor nachlegen können, als er völlig alleine auf das Tor von Gäste-Torwart Abazari Bahador zulief. Doch sein Versuch mit dem rechten Außenrist ging knapp am langen Pfosten vorbei. Vier Minuten später stand Antonin Henning ebenfalls frei vor dem Tor, doch er wurde noch von einem Gegenspieler gestört, so dass sein Schuss drüber ging. "Wir hätten in der ersten Halbzeit dem Spiel eine andere Richtung geben müssen", sagte SVB-Trainer Thomas Schulz.

Ungestört war Hennig allerdings in der 35. Minute, als er zum Elfmeter antrat. Zuvor war er selbst von Marcel Langner zu Fall gebracht worden, der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Rene Hildebrandt war unstrittig. Doch auch diese Chance konnten die Babelsberger nicht nutzen, Henning schoss zu zentral, Bahador konnte den Schuss mit dem Fuß abwehren und hielt seine Mannschaft im Spiel. "Den kann man auch besser schießen", meinte Schulz. Noch vor der Halbzeit hatte Jonas Tzitschke (41.) mit einer Doppelchance und erneut Henning (44.) noch Möglichkeiten, auf 2:0 zu stellen.


Zur Halbzeitpause wechselte Elsner gleich dreimal, die Routiniers Marten Strehl, Jan Heinrich und Christian Koschig kamen nun auf den Platz. Den Ausgleich schoss allerdings Moritz Kahl (51.), der nach einer unübersichtlichen Situation im Strafraum den Ball über die Linie bugsierte. Lok war jetzt deutlich am Drücker. Koschig tauchte völlig frei vor SVB-Keeper Marvin Lais, der schon in der ersten Halbzeit gute Paraden zeigte, auf, doch der Keeper klärte per Fußabwehr. Drei Minuten später streckte sich Lais sehenswert nach einem schönen Schlenzer von Benjamin Ehresmann, in der 67. Minute zirkelte Jonathan-Philipp Carlin einen Freistoß an den Pfosten, Kahl verpasste in der 68. Minute eine Flanke.

Die Führung fiel dann kurios: Ein Kopfball von Strehl ging an die Latte, von dort zurück in den Fünfmeterraum, wo er mit so viel Schnitt aufsetzte, dass er von dort ins Tor sprang. "Der dreht sich wirklich blöd rein, da war sehr viel Glück dabei", meinte Schulz. Danach zogen sich die Gäste etwas zurück, doch große Ausgleichchancen hatten die Babelsberger nicht mehr. Die beste Möglichkeit hatte der eingewechselte Nascimento Kembo mit einem Versuch aus 20 Metern in der Nachspielzeit, der aber knapp am Tor vorbeiging.

"Es hätte auch 4:4 ausgehen können, wenn jede Mannschaft die Chancen gemacht hätte", bilanzierte Elsner, dessen Mannschaft den dritten Sieg in Serie einfuhr. Nach den Fehlstarts in den vergangenen beiden Jahren müsse sich die Mannschaft jetzt "erstmal nicht mehr nach unten orientieren", meinte er, "ein guter Mittelfeldplatz" sei das Ziel. Fußballerisch könne seine Mannschaft mehr, sie müsse es nur zeigen, sagte Schulz.

SV Babelsberg 03 II: Lais - Braksch (64. Damjakob), Krause, Kutterer - Hausknecht (77. Kembo), Walter (46. Brendler), Kretschmann (73. Hoffmann), Hennig, Beck - Tzitschke, Schönfelder.

Lok Potsdam: Bahador- Krüger, Langner (46. Strehl), Welk, Kanitz - Carlin, Skrzipczyk, Ehresmann, Heidari (46. Heinrich) - Onabid (46. Koschig), Kahl (90.+1 Elsner).