19. Mai 2019 / 17:44 Uhr

Emotionen, Rotwein und Fanliebe: So lief der Abschied von Bruno Labbadia beim VfL Wolfsburg

Emotionen, Rotwein und Fanliebe: So lief der Abschied von Bruno Labbadia beim VfL Wolfsburg

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Am 34. Spieltag fertigte der VfL Wolfsburg den FC Augsburg mit 8:1 ab und sicherte sich dadurch den 6. Tabellenplatz.
Führte den VfL von Platz 16 auf Platz sechs: Bruno Labbadia, der die Wolfsburger jetzt verlässt. © Roland Hermstein
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Als er kam, musste er sich Spottgesang von Teilen der Fans gefallen lassen – jetzt geht Bruno Labbadia als Held. Nach dem furiosen 8:1 gegen Augsburg feierten die VfL-Anhänger den Coach, der im März entschieden hatte, Wolfsburg zu verlassen, lautstark.

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So richtig laut wurde es in der VW-Arena am Samstag zum ersten Mal um 15.16 Uhr, bei der Verabschiedung von Labbadia. „Bruno Labbadia, oh-oh-oh-oh-oho“, hallte es aus der Nordkurve. Da, wo die härtesten Anhänger des Klubs stehen – von da aus hatten Teile der Fans bei Labbadias erstem Heimspiel als VfL-Trainer im März 2018 noch gesungen: „Wir steigen ab, wir kommen nie wieder, wir haben Bruno Labbadia“. Am Freitag wurde dann ein Plakat mit der Aufschrift: „Wir blieben drin, wir kamen wieder, wir danken Bruno Labbadia“ an den Zaun des Trainingsplatzes als Entschuldigung gehängt. Gesten wie diese ließen den Coach nach dem Schützenfest gegen den FCA emotional werden. Besonders auf der Ehrenrunde nach dem Spiel, als die VfL-Fans den Coach dazu aufforderten, auf den Zaun vor der Nordkurve zu steigen. Aber Labbadia wollte nicht: „Das überlasse ich der Mannschaft.“

Bruno Labbadia: Sein letztes VfL-Spiel in Bildern

Verabschiedung vorm Spiel Zur Galerie
Verabschiedung vorm Spiel ©
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Das Labbadia den VfL verlässt, ist kein Bundesliga-typischer Vorgang. Zu Manager Jörg Schmadtke hatte er ein Verhältnis, dass in den besten Momenten als „professionell gut“ zu bezeichnet werden konnte. Ein enges Vertrauensverhältnis entstand nie. Als Labbadias Zukunft im März öffentlich diskutiert wurde, gönnte sich der Coach einen Luxus, den er und seine Berufskollegen selten haben: Er entschied selbst über seine Zukunft und kündigte an, seinen VfL-Vertrag nicht zu verlängern. Bemerkenswert: Labbadia und Schmadtke arbeiteten danach vernünftig miteinander weiter, keiner kam auch nur in die Nähe des Verdachts, schmutzige Wäsche zu waschen. Der Anteil des Trainers am Einzug an Europa sei „groß“, sagte Schmadtke am Samstag. „Der Trainer hat immer Auswirkung auf die Mannschaft“, er und seine Verdienste seinen „deswegen auch nicht wegzureden, das habe ich auch nie getan und werde ich auch jetzt nicht tun.“

Am Ende war dann Labbadia auch den Fans doch noch einmal nah wie nie, wurde von seinen Spielern vor der Nordkurve hochgehoben und in die Luft geworfen. Danach zog er sich wieder  zurück, applaudierte dabei immer wieder Richtung Fans. „Ich genieße das extrem und bin sehr, sehr dankbar dafür“, beschrieb der 53-Jährige anschließend eine Gefühlslage. „So ein Finale kann man sich gar nicht erträumen. Das ist ein krönender Abschluss für eine intensive Zeit. Ich habe hier so unfassbare Emotionen erlebt – ich bin sehr froh, dass ich diese Station hier gehabt habe - vielen, vielen Dank!“

"Ich habe bisher keine Planung gemacht"

Bevor es nach zahlreichen Interviews zum Abendessen mit dem Team ging, meinte er grinsend: „Heute lassen wir die Sau raus!“ Er werde sich das eine oder andere Gläschen Rotwein gönnen, kündigte der Coach an. Am Montag geht‘s dann auf PR-Tour nach China, nach der Rückkehr am Samstag werde er sich das Pokalfinale in Berlin anschauen. Und dann? Welchen Klub übernimmt er in der neuen Saison? „Ich habe bisher überhaupt keine Planung gemacht“, so Labbadia. „Das wird sich erst in den nächsten zwei, drei Wochen entscheiden. Wenn es nicht optimal läuft, dann ist Pause angesagt. Vielleicht bin ich dann sogar hier in Wolfsburg zum ersten Europa-League-Spiel.“

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