26. November 2019 / 15:58 Uhr

Empor Richtenberg setzt sich vor den TSV 1860 Stralsund

Empor Richtenberg setzt sich vor den TSV 1860 Stralsund

Niklas Kunkel
Ostsee-Zeitung
Die SG Empor Richtenberg hat momentan Grund zum Jubeln. Durch den Heimsieg gegen Neuenkirchen springen sie auf Platz sechs.  
Die SG Empor Richtenberg hat momentan Grund zum Jubeln. Durch den Heimsieg gegen Neuenkirchen springen sie auf Platz sechs.   © Horst Schreiber
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Landesliga-Fußballer aus Richtenberg überholen mit 4:0-Erfolg gegen Neuenkirchen den Stadtrivalen aus Stralsund. TSV-Kicker müssen die nächste Schlappe hinnehmen.

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Richtenberg/Stralsund. Das dürfte den „kleinen“ Lokalrivalen spitzbübisch freuen: Die SG Empor Richtenberg hat den Stadtkonkurrenten aus Stralsund in der Landesligatabelle erstmals überholt. Die SGE-Fußballer springen dank eines 4:0-Erfolgs gegen Neuenkirchen Platz neun auf sechs, während die Talfahrt des TSV 1860 weitergeht. Nach der 1:6-Schlappe gegen Hanse Neubrandenburg rutscht der Absteiger von Rang sieben auf zehn.

Empor Richtenberg läuft verjüngt auf

Richtenbergs Trainer Robert Lembke musste mehrere Stammspieler ersetzen. So setzte er auf „Jugend forscht“: Mit Leon Götz, Jan Töpfer, Robby Hesse, Fabian Eichstädt und Ousmane Konate standen fünf Spieler auf dem Feld, die maximal 20 Jahre alt waren. Empor, erstmals angeführt von Benjamin Nickel, kam sofort gut in das Spiel und verzeichnete in der Anfangsphase zwei gute Möglichkeiten durch Konate und Töpfer. Die Gäste blieben harmlos. „Das war auch ein Verdienst des zuvor fünf Wochen verletzten Abwehrchefs Oliver Bollhagen, der zusammen mit Georg Peters wieder eine starke Abwehrzentrale stellte“, lobte Lembke den Routinier.

Thomas Boljahn aus spitzem Winkel (17.) und Sebastian Sauer (20.) verzogen in der Folgezeit aus aussichtsreichen Positionen. Einen Distanzschuss von Töpfer ließ der ansonsten starke Neuenkirchener Torhüter Steve Wagenknecht nur nach vorne abprallen, aber den Nachschuss von Konate parierte der Torwart stark. In der 24. Minute wurde Konate im Strafraum elfmeterreif von den Beinen geholt, aber der Pfiff des Unparteiischen blieb aus. Nur eine Minute später verzog auch Sebastian Sauer und einen Boljahn Distanzschuss kratzte der Gästetorwart noch aus dem Torwinkel (30.). Das Führungstor für den Gastgeber war längst überfällig. Und nur Sekunden vor dem Halbzeitpfiff, fiel es dann auch: Konate tankte sich durch die Defensive und behielt auch im Eins-gegen-eins mit dem Torwart die Nerven (45.).

Das sind die besten Torjäger auf Landesebene (Endstand):

Malchows Torjäger Tobias Täge bei einer Trinkpause. Zur Galerie
Malchows Torjäger Tobias Täge bei einer Trinkpause. ©

Nach der Pause war der ansonsten beschäftigungslose Torhüter Ole Piotrowski nach einem Freistoß und einer Ecke zur Stelle. Mehr passierte nicht im Empor-Strafraum. Stattdessen hatten die Hausherren eine Dreifachmöglichkeit, an deren Ende Konate im Strafraum gefoult wurde. Erneut entschied sich der Schiedsrichter gegen den Elfmeterpfiff und sorgte für Unmut auf Richtenberger Seite. In der 67. Minute gab es dann keine Diskussionen mehr: Thomas Boljahn verarbeitete einen Flugball drosch eine Flanke zum 2:0 in den Torwinkel. „Damit war die Moral der Gäste gebrochen“, ist sich Lembke sicher.

Sebastian Sauer (73.) und erneut Boljahn (83.) mit seinem 13. Saisontor im 13. Ligaspiel schraubten das Ergebnis auf 4:0. Jetzt kommt der SV Waren nach Richtenberg.

SGE: Piotrowski – Nickel, Bollhagen, Peters, Sauer (79. Knuth), Götz, Hesse, Eichstädt, Töpfer (69. Knapp), Boljahn, Konate (86. Ehlert).
Tore: 1:0 Konate (45.), 2:0 Boljahn (66.), 3:0 Sauer (73.), 4:0 Boljahn (82.).

Verflixte zweite Hälfte

„Heute habe ich ein gutes Gefühl“, sagte Stralsunds Mittelfeldmann Marten Bergmann vor der Partie am Sonnabend. Sein Gefühl sollte sich eine knappe Stunde lang bestätigen, dann zerfiel sein Team. Wie schon in den Spielen zuvor waren die Sund-Kicker die erste Halbzeit absolut spielbestimmend und erneut wurden sie nach der Pause bitterböse überrumpelt. Beim 1:6 fiel das erste Gegentor aus heiterem Himmel per eigentlich harmlosen Fernschuss (26.). Den Rückstand konnte Kevin Kutz kurz vor der Pause durch energisches Nachsetzen bei einem Neubrandenburger Rückpass noch egalisieren (43.).

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Nach der Pause setzten die Stralsunder den Vorwärtsgang ein, vernachlässigten dadurch die Defensivarbeit. Die Quittung: Binnen elf Minuten machte der SV Hanse aus einem 1:1 ein 5:1. Eine schwache Zweikampfbilanz und große Lücken in der Abwehrkette in Halbzeit zwei machten die Hoffnung auf den ersten Punktgewinn seit vier Wochen zunichte. Beim TSV war man bedient bis ratlos.

Die Situation wurde nach dem Spiel lange in der Kabine ausgewertet, kommentieren wollte sie aber keiner. Am Wochenende müssen die Stralsunder nach Baabe.

TSV: Gernetzki – Pagels (76. Otto), Schreiber, Brockmann (76. Hartz), Rieck (76. Wedel), Gurlt, Pompe, Metzentin, Bergmann, Lindberg, Kutz.
Tore: 0:1 Hesse (27.), 1:1 Kutz (43.), 1:2, 1:3 Voß (59., 62.), 1:4 Nehls (68.), 1:5 Peter (70.), 1:6 Hesse (76.).