19. Mai 2019 / 18:53 Uhr

Empor Rostock – bitteres Aus in letzter Sekunde

Empor Rostock – bitteres Aus in letzter Sekunde

Stefan Ehlers/Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Am Boden: Empor Rostock unterliegt gegen Krefeld
Am Boden: wegen des Saisonabbruchs kann Empor Rostock nicht aufsteigen © Sebastian Heger
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Die Rostocker Handballer haben das Relegationsrückspiel gegen die HSG Krefeld mit 22:24 verloren und damit den Aufstieg vorerst verpasst. Vor 4638 Zuschauern in der ausverkauften Stadthalle fiel die Entscheidung in der Schlusssekunde. Empor hat gegen Konstanz eine zweite Chance.

Nach dem Aus in letzter Sekunde sanken die Rostocker Handballer enttäuscht zu Boden. Trainer Till Wiechers umarmte Torhüter Leon Mehler und spendete Trost. Die Zuschauer schauten fassungslos auf das Feld, wo sich die Spieler der HSG Krefeld vor Freude zu Boden rissen. Der HC Empor hat den Aufstieg in die 2. Bundesliga im ersten Anlauf verpasst. Das Team von Trainer Till Wiechers zog am Sonntag gegen die „Eagles“ mit 22:24 (11:13) den Kürzeren. Nach dem 24:23-Hinspielerfolg hätte den Rostockern eine 22:23-Niederlage zum Aufstieg gereicht.

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Diskussionen um letzten Treffer der Krefelder

Bitter: Der entscheidende Wurf von Simon-Horst Ciupinski war nach Aussage von Torhüter Leon Mehler „definitiv nicht mit vollem Umfang“ über der Linie. Doch die Schiedsrichter gaben den Treffer. Empor legte umgehend Protest ein.

Bilder von der Niederlage des HC Empor Rostock gegen die HSG Krefeld:

Leon Witte beim Wurf. Der Rostocker wird von drei Krefeldern bedrängt. Zur Galerie
Leon Witte beim Wurf. Der Rostocker wird von drei Krefeldern bedrängt. ©

Leon Mehler war sichtlich enttäuscht: „Wir haben zweimal megastark gefightet. Das tut massiv weh.“ Ab Montag richte sich die volle Konzentration auf die zweite Chance gegen die HSG Konstanz. Das Hinspiel findet am 26. Mai abermals in der Stadthalle statt. Eine Woche später ist Empor in der Stadt am Bodensee gefordert.

Empor-Trainer Till Wiechers von Niederlage sichtlich mitgenommen

Trainer Till Wiechers war Minuten nach der bitteren Pleite „einfach nur leer und unfassbar enttäuscht. Es tut mir unendlich leid für meine Spieler, unsere Familien und die Fans, die uns so großartig angefeuert haben“, war der 35-Jährige total mitgenommen.

Gänsehaut-Stimmung herrschte schon vor dem Anpfiff. Das Publikum tobte. Danach brachte Hansa-Sportvorstand Martin Pieckenhagen den Ball und wandte sich an die Zuschauer: „Ich wünsche euch ein überragendes Spiel und das, was wir alle gewohnt sind: Am Ende des Tages gewinnt der HC Empor. Holt euch die zweite Liga!“ Doch daraus wurde nichts.

Dramatik pur in ausverkaufter Stadthalle

Die 4638 Zuschauer (Vereinsrekord) in der restlos ausverkauften Stadthalle sahen eine hart umkämpfte und an Spannung kaum zu überbietende Partie. Torhüter Leon Mehler war sofort wach. Er parierte einen Siebenmeter von Kevin Christopher Brueren. Im Gegenzug erzielte Janos Steidtmann das 1:0. Spieler und Zuschauer jubelten. Doch schnell wurde klar: Krefeld knüpfte nahtlos an die starke Leistung vom Hinspiel (23:24) an. Die HSG stellte ein Abwehr-Bollwerk auf die Beine, an dem die Rostocker nur schwer vorbeikamen.


Die Gäste, die zum Weiterkommen einen Zwei-Tore-Sieg benötigten, führten nach zehn Minuten mit 5:3. Erst in der 39. Minute gelang Michael Höwt mit einem verwandelten Siebenmeter der 16:16-Ausgleich. Sechs Minuten vor dem Ende lief Tim Völzke allein auf Torhüter Paul Keutmann zu, brachte die Kugel aber nicht am HSG-Schlussmann vorbei. Danach traf Höwt vom Siebenmeterpunkt nur den Pfosten.

Klubchef Woitendorf: „Empor ist wieder da!"

Die Gäste legten wieder vor – 23:21. Till Wiechers nahm 45 Sekunden vor dem Abpfiff eine Auszeit. Es folgte ein weiterer Strafwurf für sein Team. Felix Mehrkens schnappte sich die Kugel und behielt die Nerven – 22:23. Doch dann folgte die umstrittene, spielentscheidende Szene.

„Unabhängig vom Spielausgang. Empor ist wieder da“, meinte Klubchef Tobias Woitendorf.